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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritinten Meteorologie, Februar 1914. 
die Fig. 10. »In den Figuren ist die Verteilung von Licht und Dunkelheit (die 
letztere schraffiert) für die Zeiten maximaler und minimaler Lautstärke dar- 
gestellt. Es geht daraus hervor, daß die Beobachtungen Markonis eine Er- 
klärung finden würden, wenn die Wellen in dem ionisierten Teil eine geringere 
Fortpflanzungsgeschwindigkeit hätten, als in dem nicht ionisierten und bei dem 
Übergang von den schwach ionisierten in die stark ionisierten Partien der 
Atmosphäre und umgekehrt eine starke Reflexion erlitten.« 
Fig. 10. 
= 
=> 
 Giace Bay 
A Clifden 
SE Glace Bay Chifden. — 
Clifden 
/ 
Gl 
Clifden_ 
Gar 
Bey 
Kiebitz: 
Eine der Zehnderschen ähnliche Erklärung giht Kiebitz. »Die Dichte 
und damit der Brechungsexponent für elektrische Wellen nimmt mit der Höhe 
über dem Erdboden ab. Infolgedessen ist die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der 
Wellen in hohen Schichten etwas größer als in tiefen, und ein geradlinig polari- 
sierter Wellenzug, der parallel zur Erdoberfläche fortschreitet, muß nach der 
Erde hin gebrochen werden. ) 
Eine Durchrechnung dieser Verhältnisse liefert ihm folgendes Resultat: 
„Die Dichte der Atmosphäre müßte sich also für 1 km Entfernung über dem 
Erdboden im Verhältnis 29:13 verringern, wenn sie eine so starke Brechung 
der elektrischen Wellen verursachen sollte, daß sie unabhängig von den Eigen- 
schaften der Erdoberfläche der Erdkrümmung folgen können. In Wirklichkeit 
nimmt die Dichte in diesem Bereich nur im Verhältnis 76:67 oder 29: 26 ab. 
Die Prismenwirkung der Atmosphäre kann also die Strahlung nicht hindern, in 
hohe Schichten zu gelangen; immerhin ist sie stark genug, um das Telegraphieren 
über Entfernungen, bei denen die Erdkrümmung eine Rolle spielt, erheblich zu 
begünstigen.“ 
»Ist ferner die Atmosphäre nicht homogen geschichtet, sondern findet in- 
folge von Sonnenstrahlung usw. ungleichmäßige Erwärmung statt, so können 
Brechungserscheinungen auftreten, die analog wirken, wie die Schlieren bei den 
optischen Wellen. Derartige Schlierenbildungen großen Maßstabes im Strahlen- 
gange (Böen, Niederschläge) werden daher die Reichweiten herabsetzen; da sie 
bei Sonnenlicht und über Land naturgemäß am stärksten auftreten müssen, so 
erklärt sich die bekannte Tatsache, daß am Tage geringere Entfernungen über- 
brückt werden als bei Nacht und über Land geringere als über Wasser.« 
Eceles: 
Eine ganz besonders eingehende Erklärung sämtlicher hier dargelegter 
Erscheinungen hat Eccles gegeben, die, wenn sie auch nur eine Hypothese ist, doch 
ein recht hohes Maß von Wahrscheinlichkeit besitzt. Aus seinen sehr eingehenden 
Ausführungen entnehmen wir folgenden Hauptgedanken, Eccles nimmt mit 
Heaviside an, daß in großer Höhe in unserer Atmosphäre eine dauernd ioni- 
sierte Schicht vorhanden ist, Ein direkter Beweis hierfür fehlt bisher. Humphrey 
führt ihre Entstehung darauf zurück, daß die äußersten Schichten unserer Atmo- 
sphäre durch Bombardement mit Staub kosmischer Herkunft dauernd ionisiert 
werden. Diese ijonisierte Schicht ist in gleicher Weise tags und nachts vorhanden. 
Die darunter liegenden Schichten der Atmosphäre sind nicht dauernd ionisiert, 
sondern werden es wenigstens in den höher gelegenen Teilen nur bei Sonnen- 
strahlung, Die Konzentration der von der Sonnenstrahlung herrührenden Ionen 
wird mit zunehmender Entfernung von der Erde wachsen. Bezeichnet man 
nun mit 
ug die Geschwindigkeit in nicht ionisierter Luft, 
x die Geschwindigkeit in ionisierter Luft.
	        
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