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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1914. 
von Schwartzhaupt ist eine gleiche Änderung angegeben, deren Größenordnung 
mit der von Esau mitgeteilten übereinstimmt, Die Resultate wurden nicht 
wesentlich geändert, wenn an Stelle des Gegengewichtes die Erde benutzt wurde. 
Änderungen in den gemessenen Dämpfungswerten sind auch gelegentlich 
von anderer Seite gemessen worden, So berichtet z, B. K. E. F. Schmidt fol- 
gendes: »Daß übrigens auch hier der Zustand der Atmosphäre (Ionisation der 
Luft?) einen merklichen Einfluß auf 4 ausübt, zeigt folgende Zusammenstellung, 
der an dem gleichen gekoppelten Sender ermittelten A-Werte für verschiedene Tage: 
4A — Werte für die 
A — Werte für die 
Datum 
kurze Welle |! lange Welle 
2—393m | 2—690 m 
Datum 
kurze Welle lange Welle 
2=3093m : 21= 690 m 
27. Mai 1907 ..... 
9, « « 
as 
20. 
31 
0.152 0.236 
0.161 0.223 
0.165 ı 0.213 
0.157 ji O211 
0.175 0.2341 
„Juni 1907 .... 
0.165 
0.182 
0.190 
0.189 
0.202 
0188 
u: 
4 I 12. .„.«| 
Die Unterschiede betragen demnach bis zu 25°, an verschiedenen Tagen.« 
N Auch am gleichen Tage kann innerhalb ganz kurzer Zeit eine merkliche 
Änderung der A4-Werte beobachtet werden, So fand sich am 2. Juni 1907 um 11% 
bis 11% 35min der Wert 4 == 0.164 um 11b 45min bis 12% 10min der Wert 4 = 0.142. Die 
gleichzeitig in einer 8 km entfernten Empfangsstation aufgenommenen Empfangs- 
wirkungen ergaben für 
Yu Galvan8meterausschlag in E. St. 
‘ Galvanometerausschlag in S. St. 
11b bis 11h 35min n = 0.61 
11b 45min bis 12b 10min = 0,71. 
Während der Zeit des ersten Beobachtungssatzes war der Himmel ganz bedeckt, 
und es herrschte eine drückende Schwüle; durch einen heftig einsetzenden Wind 
klärte es sich in außerordentlich kurzer Zeit auf, und die Luft zeigte wesentlich 
anderes Verhalten; dementsprechend auch die etwa 13%, Abnahme des Wertes 
von 4 in der Sendestation und etwa 17 %, Zunahme von % in der Empfangsstation.« 
Auch in einer Arbeit von Heinecke finden sich ähnliche Angaben. 
Esau hat weiter untersucht, in welcher Weise Reif, Regen und Schnee 
wirksam sind. Er findet, daß in jedem Falle eine Vergrößerung der Antennen- 
dämpfung auftritt. Die Erklärung ist darin zu suchen, daß durch diese drei 
Niederschlagsformen ein Nebenschluß zur Antenne gebildet wird, der einen Teil 
der Energie verbraucht und damit die Dämpfung vergrößert. Nebel hat im 
Gegensatz dazu keinen wesentlichen Einfluß. 
VIT, Atmosphärische Störungen. 
Neben den bisher erwähnten Versuchsergebnissen gibt es auf dem Über- 
gangsgebiet zwischen drahtloser Telegraphie und Meteorologie noch eine zweite 
Erscheinung, die, wie es zunächst scheint, wenig mit dem bisher behandelten 
Problem zu tun hat, die aber doch in diesen Zusammenhang hingehört. Man 
bemerkt nämlich bei jeder drahtlosen Übertragung im Empfangstelephon 
Störungen, die auf atmosphärische Ursachen zurückzuführen sind und denen man 
den Namen »atmosphärische Störungen« gegeben hat. Sie machen sich in 
der Weise bemerkbar, daß zwischen den eigentlichen drahtlos übermittelten 
Morsezeichen zum Teil scharfe Knacke, zum Teil brodelnde und zischende Ge- 
räusche auftreten, die naturgemäß die Verständigung wesentlich stören können, 
Bei den alten Systemen mit Knallfunken war zum Teil bei dem Vorhandensein 
von derartigen Störungen ein drahtloser Verkehr unmöglich, da die atmo- 
sphärischen Störungen im wesentlichen denselben Klang hatten, wie die durch die 
Knallfunken hervorgebrachten Zeichen selbst. Dies hat sich seit Einführung der
	        
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