Dannies, H.: Die Gezeiten von Ragusa, St. Andrea und Pelagosa.
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Die Gezeiten von Ragusa, St. Andrea und Pelagosa.
Ein Beitrag zur Kenntnis der Gezeiten der Adria.
Von Dr. phil. Hermann Dannies,
Die Gezeiten eines Nebenmeeres sind sehr für das Studium des Gezeiten-
problems geeignet. Als solches empfiehlt sich die Adria, da hier umfangreiche
Beobachtungen vorliegen, Schon Darwin hat in seinem Werke: »Ebbe und
Flut und verwandte Erscheinungen im Sonnensystem« Seite 168 auf das Studium
der Gezeiten der Adria hingewiesen.
Die Tiden mit langer Periode kommen nach der Berechnung von
W. v. Kesslitz!) in der Adria nicht vor, Wir brauchen auf diese in der vor-
liegenden Arbeit also nicht weiter einzugehen. Von den kurzperiodischen Tiden
kommen für die Adria von den eintägigen Tiden K,, P und O, eventuell die
größtenteils meteorologische S, Tide, von den halbtägigen M,, S,, K, und
eventuell N, in Betracht. Die drittel-, viertel-, sechstel- und achteltägigen Tiden
können wir wegen ihres sehr geringen Hubes bei der Bearbeitung der Gezeiten
der Adria ebenfalls ausschließen. S, und Sg haben z. B. für Ragusa eine Ampli-
tude H von 0.059 und 0.045 cm. Also sehr minimal. )
Einen Beitrag zur Kenntnis der Gezeitenverhältnisse der Adria soll die
vorliegende Untersuchung der drei Stationen Ragusa, St. Andrea und Pelagosa
geben.
Alle drei Beobachtungen stammen von Baron v. Sterneck. Die von den
Mareogrammen abgelesenen stündlichen Wasserstände sind von ihm in den
»Mitteilungen des Militärgeographischen Instituts« Band XXIV veröffentlicht.
Auf Grund dieser Ablesungen hat Verfasser dieser Abhandlung gearbeitet. Zur
Diskussion des allgemeinen Charakters der Gezeiten der drei Orte sind zunächst
diese Ablesungen der harmonischen Analyse zu unterwerfen,
Für Pelagosa und St. Andrea standen uns Beobachtungen von 80 Tagen
zur Verfügung. Es ist deshalb das von Börgen benutzte Verfahren für die
Berechnung der harmonischen Konstanten von Kinguafjord und Süd-Georgien
zur Anwendung gekommen‘).
Das Beobachtungsmaterial von Ragusa habe ich nach der neueren Me-
thode Börgens bearbeitet, da hier ein Zeitraum von 371 Tagen vorlag, welcher
hierfür erforderlich ist®).
Auf diese Weise habe ich die Konstanten der Tiden S,, Mo, S,, Sa, Se;
Kı, K,, P, und O, gefunden. Die harmonischen Konstanten von Pola hat
W. v. Kesslitz berechnet. Ich gebe sie zum Vergleich noch einmal mit.
Die harmonische Analyse hat ergeben:
ride | Ragusa 421° N-Br. | Pelagosa 421/,° N-Br.
340° westl. v. Gr. 3431. ° westl. v. Gr.
St. Andrea 48° N-Br.
3441/,° westl, v. Gr.
| Pola 35° N-Br.
346° westl. v. Gr.
ya —
% =587.06° | x“ == 80.269 “= 73.219 % —264.47°
a H= 9.03 cm H= 9.24 cm H= 6.59 cm H= 15.07 cm
K, % = 118.04° % =116.299 % =123.48° % =—268.97°
- H= 190cm | __H=_ 162 cm_ H= 1.37cm _ H=— 245 cm _
& % = 115.66° % =116.29° % =123.485° % =270,83°
a H= 5.71 cm H= 5.79 cm _ H— 490 cm H= 8.68 cm
K % — 66.75° %= 72.10° %= 73.19° x%= 67.929
1 H=— 5.01 cm H=- 624 cm H— 6.62 cm H= 15.63 cm
p x = 54.999 % = 72.10° “= 73.19° x = 68.979
1 H= 1,99 cm H= 2.00 cm H= 212 cm H= 4.94 cm
' W. v. Kesslitz, Das Gezeitenphänomen des Hafens von Pola,
?) Börgen, Gezeitenbeobachtungen im Kinguafjord und Südgeorgien,
3 Börgen, Über eine neue Methode der harmonischen Analyse der Gezeiten