Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1912.
b) für Deutsche Admiralitätskarten:
1. Nr. 66: „Englischer Kanal“, 2. Nr. 446: „St. Lawrence Golf“.
Neben zahlreichen Ausküniten über magnetische Verhältnisse wurden dem
Reichsmarineamt 204 Mißweisungswerte für Kompaßorte der Deutschen Admi-
ralitätskarten angegeben.
VIII. Bericht über die Tätigkeit der Abteilung III.
Pflege der Witterungskunde, der Küsten-Meteorologie und der Sturmwarnungen
in Deutschland.
a. Herausgegebene Arbeiten.
Bearbeitet wurden die unter XIV a aufgeführten Veröffentlichungen IV bis X.
b. Wettertelegraphie.
Wieder hat einer Tagung der Internationalen Kommission für Wettertele-
graphie in London im September, an der die Seewarte wie im Jahre 1909 durch
den Vorstand der III. Abteilung vertreten gewesen ist, die Aufgabe eines weiteren
Ausbaues der Wettertelegramme vorgelegen. Es sind wertvolle Beschlüsse gefaßt
worden, die zunächst noch dem Internationalen Comite bei seiner in Rom im
Frühiahr zu erwartenden Tagung zur Annahme vorzulegen sind.
1. Eingehende Telegramme.
Störungen in dem rechtzeitigen Zugehen der Wettertelegramme traten
wiederum sehr häufig bei den aus Frankreich und von Corunf a einlaufen-
den Telegrammen sowie zeitweise bei den Wetternachrichten aus Island ein.
Von den periodischen Telegrammen sind die Drachentelegramme an den
Wochentagen aus Friedrichshafen und Lindenberg im ganzen Jahre, die Tele-
gramme von der Schneekoppe vom 23. Mai bis 1. Oktober und vom Brocken
vom 1. Mai bis 1. Oktober eingelaufen.
Auf Anregung des Ufficio Idrografico del Magistrato alle Acaue in Venedig
trat am 16. September ein Austausch von Wettertelegrammen zwischen Hamburg
und Venedig unter Fortfall der meist verspätet zugehenden Telegramme aus
Pesaro ein, nachdem jener Austausch zunächst probeweise in der zweiten
Junihälfte stattgefunden hatte.
Seit dem 1. Juli liefen Wettertelegramme von Yarmouth an Stelle von
Skegness ein.
Eine wichtige Änderung erfuhren die Wettertelegramme von Thorshavn
und Island, indem seit dem 1. Januar die Morgenbeobachtungen auf allen
Stationen um 8* M. E. Z. angestellt und in einem einzigen Sammeltelegramm,
anstatt der früher zwei Morgentelegramme übermittelt werden; dieses ist nach
der Formel BBBBB BBBB BBBWW SHTTT für jede der in der Reihenfolge
Thorshavn., Seydisfiord, Akreyri, Isafiord, Reykjavik und Westmanö eingestellten
Stationen chiffriert und enthält in den je zwei ersten Gruppen die Barometer-
stände von 11”, 2®* und 5* M. E. Z. sowie als fünfte Ziffer der zweiten Gruppe
für Westmanö den Seegang vom Morgen. Wegen allzuhäufiger Verspätung des
Morgentelegzramms verstand sich die Große Nordische Telegraphengesellschaft