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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Kleinere Mitteilungen, 
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Etwaige Zweifel an der Richtigkeit dieser Berechnungen, die sich darauf 
stützen, daß Werte zuverlässiger Beobachtungen ausgeschaltet sind, erscheinen 
indessen nach Herrn Prof. Dr. H. A. Lorentz und Dr. C. Lely: in »de Ingenieur« 
Nr. 41/1913 nicht begründet, wenn man erwägt, daß diese Berechnungen sowohl 
alle Beobachtungen zusammen wie‘ einen Teil davon für sich zugrunde legen. 
Die Beobachtungsergebnisse beziehen sich doch auf eine Reihe von Jahren, deren 
Anfang und Ende willkürlich oder zufällig gewählt wurden, es deshalb vom 
wissenschaftlichen Standpunkte aus gerechtfertigt ist zu untersuchen, ob und 
inwieweit diese willkürliche oder zuverlässige Wahl auf die gemachten Schluß- 
folgerungen von Einfluß sein kann. Es liegt offen zutage, wie die Berechnungs- 
ergebnisse entstanden sind, so daß jeder darüber sich ein Urteil bilden kann, 
Aber abgesehen davon läßt sich aus der Beobachtungsreihe auf Grund der 
Pegelbeobachtungen zweifellos schließen, daß die Veränderungen des Seespiegels 
in den Jahren 1872 bis 1906 als eine allmähliche Hebung mit verhältnismäßig 
raschen Schwankungen, nach der einen wie der anderen Seite in demselben 
Maße, aufzufassen sind. In gleicher Weise können die Veränderungen in dem 
Zeitraum 1876 bis 1902 als eine Zusammenstellung aus solchen Schwankungen 
und einer allmählichen Senkung betrachtet werden und endlich darauf schließen, 
daß der mittlere Seestand in dem Zeitraum 1903 bis 1906 höher als in dem Zeit- 
raum 1872 bis 1875 gewesen ist, also eine langsame Hebung des Wasserspiegels 
in dem Zeitraum 1872 bis 1906 eingetreten ist. Mit der Beantwortung der Frage, 
ob Ursachen vorhanden sind, die auch in Zukunft zu einer Hebung des Wasser- 
standes in bezug auf den Boden der Niederlande führen werden, muß man sehr 
vorsichtig sein, Von Sicherheit kann keine Rede sein, vielmehr handelt es sich 
dabei lediglich darum, welche Schlußfolgerungen unter Berücksichtigung der 
anderen dabei in Betracht kommenden Erscheinungen für die annehmbarsten zu 
erachten sind. Daß aber in der Beantwortung dieser Frage die Meinungen weit 
auseinander gehen können, liegt auf der Hand. 
A. v. Horn, Wasserbauinspektor a. D. 
7. Berichtigung zu: Korv.-Kapt. a. D. Rottok, Einfluß der Neigung auf 
den Gang der Chronometer (»Ann. d. Hydr. usw.« 1913, S. 528 u. ff.). 
Von seiten des Herrn Verfassers des Artikels wird der Satz auf Seite 529 
Zeile 24 v. 0. „1. Wenn eine Gangfeder zu schwach angespannt ist ,..“ dahin be- 
richtigt, daß es heißen soll: „1. Wenn eine Gangfeder zu stark oder zu sehr an- 
gespannt ist, . ..“ 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausiührliche Inhaltsangaben. 
Bjerknes, V. und verschiedene Mitarbeiter: Dynamische Meteorologie und 
Hydrographie. Autorisierte deutsche Ausgabe der von der Carnegie-Institution 
of Washington herausgegebenen Dynamic Meteorologyand Hydrography. 
I. Teil: Statik der Atmosphäre und der Hydrosphäre. Mit 22 Textabbildungen, 
einem Anhang, enthaltend meteorologische und hydrographische Tabellen, 
gr. 4% 27 Bogen und einem Atlas von 60 Tafeln. Preis 36 M. 
II. Teil: Kinematik der Atmosphäre und der Hydrosphäre. Mit 85 Text- 
abbildungen, gr. 4°, 22 Bogen. Preis 20 M. 
Braunschweig 1912/13. Friedr. Vieweg & Sohn, 
Wohl könnte der gewählte Titel des vorliegenden Werkes nach den gewöhnlichen Gepflogen- 
heiten dazu verleiten, in ihm eine kritische Darstellung der herrschenden Theorien der Meteorologie 
und Hydrographie zu erwarten. Diese Erwartung wird man allerdings nicht erfüllt sehen; dagegen 
wird der Leser bald empfinden, daß hier ein Werk von viel weittragenderer Bedeutung vorliegt. Weist 
es doch Wege, auf denen es möglich ist, einen Einblick in die atmosphärischen und hydrographischen 
Vorgänge, besonders in die Bewegungsvorgänge zu gewinnen, wie ihn die bisher üblichen statistischen 
und graphischen Darstellungen nicht gewährten. Der Verfolg dieser Wege wird dann auch endgültig 
dazu führen, u. a. die Anschauungen zu beseitigen, nach denen die atmosphärischen Vorgänge von dem 
Auftreten der Minima und Maxima des Luftdruckes allein abhängig gemacht oder wenigstens als ent- 
scheidend beeinflußt angesehen werden. In Bijerknes Werk werden die Vorgänge unter ganz all-
	        
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