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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

636 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1913. 
einzuführen, soweit ein Bedürfnis für Nachtsturmsignale vorhanden ist, also auch 
in der Dunkelheit eine Schiffahrt besteht. 
Während bei dem bisherigen Versuche, über den in dieser Zeitschrift 
1911 S. 169 und 1912 S. 110 berichtet worden ist, der am Tage gehißte Signal- 
ball in der Dunkelheit, gegen die Dienstvorschrift der Sturmwarnungsstellen der 
deutschen Seewarte unverändert, durch eine einzige rote Laterne ersetzt worden ist, 
hat der Versuch jetzt eine Anderung insofern erfahren, als der Signalball nachts 
auf einigen Stellen durch zwei rote Laternen, die in gleicher Höhe nebenein- 
ander auf jeder Seite der Rahe gehißt werden, angezeigt wird, Auf solche Weise 
wird es in vielen Fällen möglich werden, die somit durchweg aus zwei weißen 
oder roten Laternen bestehenden Signale als Nachtsturmsignale auch auf solchen 
Stellen zu verwenden, wo eine einzige rote Laterne nicht gezeigt werden konnte 
und daher bisher in der Nacht auf ein Sturmsignal verzichtet werden mußte. 
Dieses Zweilaternensignal für den Signalball wird bis auf weiteres auf 
Helgoland, Arkona und in Marienleuchte gezeigt werden. Der Versuch 
Ändet seit diesem Monat auf den folgenden Sturmwarnungsstellen statt: 
Borkum, Bremerhaven, Helgoland (statt bisher Schillighörn), Cuxhaven, 
Hamburg, Büsum (neuerdings), Friedrichsort, Darsserort, Marienleuchte (neuer- 
dings), Arkona (statt bisher Greifswalder Oie), Hela, Pillau, Brüsterort und 
Memel. 
Die Zusammensetzung der Signale 
Nordost | Südost Südwest 
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| | ] ] | 
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wo w eine weiße und r eine rote Laterne anzeigen und das hier gegebene Über- 
einander der vertikalen Anordnung der Laternen entspricht, prägt sich dem 
Gedächtnis leicht ein, wenn man beachtet, daß die nördlichen Quadranten oben 
eine rote (der Buchstabe r kommt in rot, red, rouge vor, aber nicht in weiß, 
white, blanche) Laterne zeigen und die östlichen Quadranten aus verschieden- 
farbigen Laternen bestehen. Diese Festsetzungen gewähren den Vorteil, daß der 
häufigste Sturmquadrant, der südwestliche, durch das am weitesten sichtbare 
Signal, zwei weiße Laternen, und der nächst häufige Quadrant, der nordwestliche, 
durch das nächst günstige Signal, zwei rote Laternen angezeigt werden, während 
die selteneren Sturmquadranten, die östlichen, in entsprechender Weise durch die 
wegen der verschiedenen Sichtweite roter und weißer Laternen ungünstigsten, 
aus verschiedenfarbigen Laternen zusammengesetzten Signale wiedergegeben 
werden. 
Inzwischen ist im Laufe der Versuche mit Nachtsturmsignalen an unserer 
Küste auch bereits eine internationale Einigung über die zu benutzenden 
Sturmsignale erfolgt. Zunächst hat das Internationale Meteorologische Komitee 
in Berlin i. J. 1910 als Tagessturmsignale die an unserer Küste gebräuchlichen 
vier Kegelsignale und daneben als Signal für Orkan ein aus zwei Kegeln mit- 
einander zugewandten Grundflächen bestehendes Signal angenommen, wobei als 
Bedeutung der ersteren vier Kegelsignale festgesetzt worden sind, daß sie einen 
in dem angezeigten Quadranten einsetzenden Sturm bezeichnen sollen; die An- 
nahme des Sturmballs als eines Sturmsignals ohne Angabe der Richtung (atmo- 
sphärische Störung) ist nicht erfolgt, doch ist die Benutzung eines solchen frei- 
gestellt worden. Über die Nachtsturmsignale hatte jene Komiteesitzung noch 
keinen Beschluß fassen können, sondern diese Frage an die Internationale Kom- 
mission für Sturmwarnungen zurückverwiesen, Eine Einigung ist jedoch in der 
Sitzung des Internationalen Komitees in Rom i. J. 1913 erfolgt, wenn auch 
in weniger einheitlicher Form, da die Ansichten über die Verwendbarkeit der 
verschiedenen Systeme mit Rücksicht auf die Gefahr einer Verwechslung mit 
anderen Lichtern sehr auseinandergingen. Es wurde beschlossen, die folgenden 
Systeme für internationale Einführung zu empfehlen:
	        
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