Kleinere Mitteilungen,
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Cowie Coal Comp. ist seit 5 Jahren im Betrieb; es sind während 'dieser Zeit
außer kleinen Küstendampfern 21 Seedampfer gebunkert worden, Zum Bunkern
sind ein Dampfkran, eine Feldbahn und chinesische Kulis am Platze, womit 300 t
in 10 Stunden. gebunkert werden können. Es ist stets ein Vorrat von 500 t
Kohlen vorhanden. Die Tonne kostete 14 sh frei an Bord.
Das Trinkwasser ist nicht zu empfehlen, Kesselspeisewasser wird durch
ein Gasrohr an Bord geleitet, es ist Regenwasser und kostet 75 cts per t.
Lotsen sind nicht vorhanden.
Frischen Proviant erhält man bei Tawao an Bord. Ein Europäer ist
gleichzeitig Vertreter der Kohlenfirma, Hafenmeister, Zoll- und Gesundheits-
beamter in einer Person. Von Schiffspapieren wurden nur der Meßbrief und
der Gesundheitspaß verlangt. Das nächste deutsche Konsulat ist in Sandakan.
Der Gesundheitszustand war am Ort und auf dem Schiffe gut,
Bemerkungen. Ich halte das Bunkern in Sibettik für große Schiffe
nicht für empfehlenswert. Das Fahrwasser ist nicht genügend durch Tonnen
und Baken gekennzeichnet. Bei Grassy Point hat vor 4 Monaten ein englischer
Dampfer 14 Tage festgesessen. Ein Kapitän, der etwas ängstlich oder nervös
ist, geht gar nicht an die wacklige Ladebrücke, was man ihm wohl kaum ver-
denken kann.
Von Ocean Island kommend und nach Westen bestimmt, würde sich
Sandakan zum Bunkern viel besser eignen; der Weg wird dabei um ungefähr
270 Sm verkürzt, und dieselbe Selimpopon-Kohle kostet in Sandakan nur 1 sh
per t mehr. Außerdem kann man diesen Hafen bei Tag und bei Nacht anlaufen,
man bunkert aus Leichterfahrzeugen und läuft keine Gefahr, Ladebrücken zu
beschädigen.
Ich empfehle jedem, der nach Sibettik oder Sandakan zum Bunkern be-
ordert ist, sich mit den neuesten Karten und Segelanweisungen zu versorgen,
Häufige Deviationsbestimmungen sind notwendig. Nachts seinen Schiffsort nach
Sternbeobachtungen festzustellen, ist wegen der unzuverlässigen Stromverhält-
nisse sehr zu empfehlen.!) In dunkler Nacht würde ich, falls ich nur auf Kompaß
und Logge angewiesen wäre, nicht durch die Sibutu-Durchfahrt gehen, Lotungen
geben hier keinen Anhalt; findet man mit dem Lot Grund, so sitzt man auch
schon auf den Korallen.
Von Sibettik durch die Balabak-Straße. Am 21. Juni 7% 30min V
dampften wir mit Stauwasser nach Tawao, nahmen dort unseren Proviant an
Bord, setzten um 1% N die Reise fort und passierten um 3b 45mi" N die Hand-
Rock-Bake, Am 22. Juni 2b V bei hellem Mondschein und klarem Weiter durch-
{uhren wir die Sibutu-Durchfahrt, und um 10% V liefen wir in dichtem Regen
8 Sm westlich von der aus Klippen bestehenden und mit Buschwerk bewachsenen
Perlbank entlang. Um 8% N dampften wir bei dunkler, aber sichtiger Nacht
und schönem Wetter zwischen Muligi und Cagayan -(Sulu-Inseln) hindurch, wo
viele Fischer angetroffen wurden. Das Feuer von Kap Melville in der Balabak-
Straße wurde am 23. Juni um 4% V gesichtet, und nach dessen Peilungen wurde
von den Untiefen östlich von der Straße frei gesteuert,
Der weitere Verlauf der Reise nach Colombo zum Ergänzen des Kohlen-
bestandes war normal.«
2. Winde und Strömungen zwischen Matupi (Neu-Pommern) und
Sydney. Aus einem Bericht von S. M. Vermessungsschiff »Planet«, Kommandant
K-Kapt. Reichardt.
S. M. S. »Planet« hatte Matupi am 20. März 1913 verlassen und war, nach-
dem Lindenhafen an. der Südküste von Neu-Pommern und die Kaiserin-Augusta-
Bucht an der Westküste von Bougainville angelaufen worden waren, am 28. März
etwa 40 Sm östlich von der Insel Rossel, die man in Sicht hatte. Von hier aus
wurde südöstlich gesteuert, um eine gut östliche Stellung gegenüber dem zu er-
wartenden Südost-Passat zu gewinnen. Dieser setzte auch auf etwa 15° $S-Br.
1) Vgl. jedoch hierzu »Stromversetzungen und Kimmschwankungen«. »Ann, d, Hydr, usw.«
1913. Heft XII S. 634. (Anm. der D. SS.)