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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

632 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1913, 
während dieser Zeit die Länge nach ®%, und eine Peilung der Insel bestätigte 
meine Annahme. Hiernach wurde eine Stromversetzung in den letzten 15 Stunden 
von 15 Sm nach rw. Nord gefunden. 
Ansteuerung der Sibettik-Insel. Von Sipadan steuerten wir Kurs auf 
die Hand-Rock-Bake, die bei Tagwerden hätte gesichtet werden müssen. Über 
Land zogen dicke Regenwolken, die eine Peilung von Bergspitzen verhinderten; 
wir dampften somit auf Batu-Tinagat zu, das deutlich gesichtet wurde, als wir 
plötzlich im Norden, 1’/, Sm entfernt, Brandung und darin eine Stange mit einer 
Querleiste und einem Balltoppzeichen, kaum größer als in russischen Gewässern 
die Pricken, erblickten. Kreuzpeilungen ergaben, daß dieses Seezeichen die 
Hand-Rock-Bake war. Als Ansteuerungsmarke ist sie nicht zu empfehlen, da sie 
bei Tage mit bloßem Auge höchstens 2 Sm weit, nachts überhaupt nicht zu 
sehen ist. 
Von 5h V an machte sich starker Gezeitenstrom fühlbar, der mit 31/ 
bis 4 Kn Geschwindigkeit ostwärts setzte, 
Nach genauer Eintragung unseres Schiffsortes dampften wir in die Cowie- 
Bai hinein, den Gegenstrom gut in Rechnung ziehend. Bis Tawao Pier hielten 
wir mehr an der Nordseite des Fahrwassers und ließen die Untiefen Swirl Patch 
und Moysey Shoals an Steuerbord. Auf der anderen Seite konnte die 1 Faden- 
Stelle bei Saima Head wegen der Verfärbung des Wassers gut gemieden werden, 
Moysey Shoal liegt '/„ Sm weiter in das Fahrwasser hinein, als in den 
Karten angegeben ist. Wir sind in gut 2 Sm Abstand daran längs gedampft, 
die Schraube wühlte den Grund stark auf, es war gerade Springniedrigwasser 
bei Tawao. Um 10b 45min V passierten wir Tawao Pier und dampften von hier 
nach der Sihettik-Seite des Fahrwassers hinüber, um die von Lambert Brothers 
in unsere Karte eingezeichneten 5 Baken zu finden. Stone Beacon auf der Insel 
Sibettik konnte nicht gefunden werden, doch wurden die Conspicuous Red Cliffs 
gut gesichtet; diese sind aber zu Ortsbestimmungen nicht brauchbar, weil viele 
Klippen aneinander gereiht liegen. 
Die Insel Sibettik hebt sich vom Hinterlande fast gar nicht ab; 2 Sm 
weiter, an der Stelle, wo das Fahrwasser südwestlich abbiegt und die Insel vom 
Festlande trennt, ist weder ein Fahrwasser noch eine Öffnung zu entdecken. 
Die Schraube wühlte den muddigen Grund dermaßen auf, daß das Wasser eine 
dicke braune Färbung annahm. Ich ließ die Maschine langsam arbeiten, und 
unter häufigem Loten, meist 7 Faden Wassertiefe, sichteten wir, 1 Sm bevor wir 
unsere Distanz abgelaufen hatten, Grassy Point. Diese Huk tritt deutlich aus 
dem Buschwerk hervor und erscheint wie ein mit Gras bewachsener Festungs- 
wall, Gleich darauf erblickten wir 3 Baken, von denen die beiden mit schwarz- 
weiß gewürfelten Toppzeichen an Backbord, die mit dem roten Toppzeichen an 
Steuerbord blieben, 
Hafeneinfahrt. Grassy Point wurde in 4 bis 5 Kabellängen Abstand 
umfahren;. wir sahen dann eine verankerte Kohlenhulk und gleich darauf die 
Ladebrücke selbst; an deren einem Ende lag ein Schleppdampfer, am anderen 
eine zweite Kohlenhulk. Wir dampften langsam drauf zu, die westliche Seite des 
Fahrwassers haltend. Der Flutstrom hatte inzwischen eingesetzt, weshalb ich 
den Dampfer drehen mußte, um 1!/, Sm nördlich von der Ladebrücke, auf 9 Faden 
Wassertiefe über schlickigem Grund, zu ankern. Gleich darauf wurde die Hulk 
von der Ladebrücke entfernt, der Schleppdampfer mit dem Vertreter der Cowie 
Coal Comp. kam längsseit und wollte den Dampfer an die Ladebrücke haben. 
Wir nahmen den Anker wieder auf und dampften unter entsprechenden Maschinen- 
manövern an die Ladebrücke. Es war kurz nach Niedrigwasser, der Dampfer 
kam ungefähr 200 m von der Ladebrücke in 24 Fuß Wasser an Grund. Das 
Wasser steigt und fällt 12 Fuß. Nach 10 Minuten war genügend Wasser auf- 
gelaufen, um den Dampfer an die Brücke zu bringen und an den Pfählen am 
Lande zu befestigen. 
Hafenverhältnisse. Die Ladebrücke schwankte beim Heranhieven des 
Schiffes bedenklich, und es ist große Vorsicht geboten, weil Schiffe für jeden 
Schaden verantwortlich gemacht werden, der durch das Anlegen entsteht. Die
	        
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