630 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1913.
durch Nebel eingehüllt sind. Steht man querab von der Bucht, so sieht man
eine Baracke, die im Jahre 1905 für Pestkranke errichtet worden ist, auch
werden dann die Schornsteine der Schmelzwerke in Sicht kommen, Auffällige
Landmarken sind auch die Kirche, die auf einer Anhöhe in der Südostecke der
Bucht und nahe beim Südende der Stadt steht, und das Tor zum Kirchhof, der
für sich allein nördlich von der Stadt liegt; das Tor besteht aus zwei Bauten,
die ein Kreuz tragen. Steht man in der Bucht, so bilden die eigentümlichen
felsigen Hügel auffällige Landmarken, die hinter der Achurra-Huk am Nordende
der Bucht plötzlich ansteigen. Der höchste Hügel liegt 84 m über dem Meere.
An- und Einsteuerung. Kapt. F. Schepp schreibt: »Von der Cabeza de
Vaca-Huk an ist die Küste sehr einförmig und bietet außer einigen langen
weißen Flecken und einigen weißen Inselchen nur wenig Anhalt, Die Flamenco-
Huk ist schlecht auszumachen. Ich kann daher nur empfehlen, beim Ansteuern
eine gute Breitenbestimmung abzuwarten, ehe man auf den Hafen zu hält, da
man .sonst leicht wegen Mangels an Landmarken am Hafen vorbeitreibt. Nach-
dem ich durch eine gute Mittagsbreite festgestellt hatte, daß ich noch 6 Sm
südlich vom Bestimmungsort war, segelte ich in 2 Sm Abstand von der Küste
nordwärts, Die Las Animas-Huk tritt etwas schärfer hervor. Von dieser Huk
an laufe man noch etwas dichter an die Küste hinan und steuere dann nach
Passieren der Huk auf die am Lande stehenden hohen Schornsteine oder auf
das Gebäude mit einem Pavillon und einer Veranda zu und ankere auf etwa
15 m (8 Fad.) Wassertiefe über Sandgrund. Weiter nach draußen nimmt die
Wassertiefe zu und der Grund wird auf etwa 27 m (15 Fad.) steinig. Man
ankere nicht hinter der schwarzen Tonne, die dicht unter Land liegt, da der
Boden dort uneben wird und Klippen bei Niedrigwasser über Wasser ragen.«
Kapt. P. Lorenzen berichtet: »Bei bewölkter Luft, wenn die Bergspitzen
von Nebel eingehüllt sind, ist es sehr gut, White-Eiland anzusteuern und dann
längs der Küste nordwärts zu laufen. Nähert man sich dem Hafen, so kürze
man, namentlich wenn schon ein oder mehrere Schiffe im Hafen liegen, recht-
zeitig Segel, da der südliche Wind im Hafen manchmal frischer weht, als auf
See und man dann wegen der Schiffe nicht genügend Platz hat, um in den
Wind zu luven, Man kann auch nachts ein- und auslaufen, wenn man orts-
kundig ist. Das Ansteuern des Hafens wird mitunter durch dichten Nebel, der
die Bergspitzen oft mehrere Tage nacheinander einhüllt, ziemlich erschwert.«
Auslaufen ist oft sehr schwierig, es liegen Schiffe mehrfach 6 bis 8 Tage,
ehe sich Gelegenheit zum Auslaufen bietet, Gelegentlich kann man durch einen
Küstendampfer ausgeschleppt werden. S, »Wellgunde« wurde einmal von
Chanaral nach Taltal geschleppt, wofür 1000 $ zu zahlen waren.
Nach Kapt. F. Schepp holt man das Schiff mittels eines Warpankers auf
27m (15 Fad.) Wassertiefe, setzt zur rechten Zeit Segel, um zwischen 4h und
5% V in See gehen und gleich in die weiter draußen stehende Seebrise hinein-
laufen zu können.
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere«, Heft VIII, Tit. XII.
Zollbehandlung. Es wird auch ein Ladungsmanifest verlangt. Es emp-
fiehlt sich etwa 8 Tage vor Abgang des Schiffes den Hafenkapitän zu benach-
richtigen, da dieser, wenn das Schiff von einem nicht chilenischen Hafen ge-
kommen ist und nach einem nicht chilenischen Hafen segelt, die Erlaubnis zu
segeln erst von Caldera oder Taltal einholen muß,
Wind, Wetter. Kapt. F. Schepp schreibt: »Während meines Aufenthaltes
war das Wetter anhaltend schön, Gegen 10% V setzte die Seebrise ein. Diese
war schwach, wenn morgens bedeckte Luft oder Nebel war. Mit der Seebrise
kam auch immer etwas Dünung auf, die nachmittags stärker wurde und das
Längsseitkommen der Leichter sehr erschwerte. Nachts herrschte gewöhnlich
Stille, gegen Morgen leichter Landwind aus NO. Im Winter soll das Wetter
mitunter so schlecht sein, daß die Straßen unter Wasser stehen; es sollen dann
auch 12 bis 15 Schwelltage im Monat vorkommen.«
Ankerplatz. Für das Löschen der Ladung ist es vorteilhaft, möglichst
dicht unter Land zu liegen. S. »Wellgunde« ankerte auf 15 m Wassertiefe über