Steffens, O.: Die Eisverhältnisse d. Winters 1912/13 in d. außerdeutschen Gewässern der Ostsee usw. 615
, In Hochland, im zentralen Teile des Golfes, erfolgte das Zufrieren nach den
Mitteilungen des russischen Instituts am 12. Februar, zu Rodscher am 24. Februar,
3. Der Rigaische Meerbusen, Hier traten die ersten Verkehrsstockungen
erst Mitte Januar ein, da einer privaten Meldung aus Bolderaa zufolge sich
wegen des anhaltenden Frostes auf der Düna viel Eis ansammelte, das langsam
seewärts trieb. Das Fahrwasser wurde durch Eisbrecher offen gehalten, und
Verkehrsstörungen von längerer Dauer scheinen sich während des ganzen Winters
nicht eingestellt zu haben; nur zeitweise wurde. die Passage gesperrt, So be-
sagte eine Zeitungsmeldung vom 30. Januar, daß die See und das Seegatt mit
ziemlich starkem Eise bedeckt und das Ein- und Auslaufen der Dampfer nicht
möglich gewesen sei; 6 Dampfer bemühten sich, anzusegeln. Am 7, Februar
traf der Eisbrecher »Peter der Große« ein, und am 10. Februar besagte eine
Zeitungsmeldung, daß die Düna und das Seegatt eisfrei seien. Doch gestalteten
sich bald darauf die Eisverhältnisse offenbar wieder ungünstiger; denn eine
weitere Zeitungsmeldung vom 19. Februar gab an, daß der schwedische Dampfer
»Grovehurst«, der am 19. von Bolderaa in See ging, wieder umkehren mußte, da
es ihm nicht gelang, das Eis zu forcieren, Am 29. Februar waren ebenfalls
nach privaten Meldungen 6 Dampfer im Ansegeln, die mit Hilfe des Eisbrechers
„Peter der Große« bei Schneesturm in 8 Grad Kälte schwer im Hafen arbeiteten.
Der Hafen von Pernau wurde am 25, Januar für die Schiffahrt geschlossen
und blieb nach den Angaben der Presse bis zum 24, für Schiffe unpassierbar.
4. Libau und Windau. Hier scheinen nach den allerdings sehr spärlichen
Mitteilungen die Eisverhältnisse recht günstig gewesen zu sein; denn erst am
22. Januar wurde zum erstenmal das Auftreten von Eisbildungen beobachtet.
Es verschwand in Windau schon am 28. Februär, in Libau am 18. März gänzlich;
über die Art der Verkehrsstörungen während der Zwischenzeit liegen Meldungen
nicht- vor,
5. Die schwedischen Gewässer südlich von Stockholm. Mit Ausnahme des
Hafens von Nyköping konnten in sämtlichen schwedischen Häfen südlich von
Stockholm Dampfer den ganzen Winter hindurch ohne wesentliche Schwierig-
keiten verkehren. Nyköping ging am 5. November zu; das Eis war jedoch
sehr dünn. Im Januar wurde es jedoch stärker und erreichte eine Dicke von
31 cm, so daß die Dampferfahrt vom 13. ab geschlossen werden mußte; erst am
13. März konnte sie wieder eröffnet werden. Im übrigen hatten nur die Segler
Schwierigkeiten durch das Eis, und zwar nur in den Häfen südwärts bis Rönneby
und Sölvesborg, wo Mitte bis Ende Januar die Segelschiffahrt geschlossen wurde.
Die Häfen der Südküste hatten während des ganzen Winters nur leichtes, die
Schiffahrt nicht behinderndes Eis,
B. Die Wiedereröffnung der Schiffahrt. .
1. Die schwedischen Häfen südlich von Stockholm. Wie schon erwähnt,
war der Hafen von Nyköping der einzige während des ganzen Winters, der für
Segel- und Dampfschiffe gesperrt war. Segler konnten hier bis zum 16, März
nicht verkehren. Stockholm wurde am 19., Vestervik am 6., Kolmar am 1. März
für Segler passierbar. Wie außerordentlich günstig die Eisverhältnisse des letzten
Winters in den südlichen schwedischen Gewässern waren, geht besonders klar aus
dem Vergleich mit denen des Winters 1908/09 hervor, wo die Häfen bis in den
Monat April hinein selbst für Dampfer geschlossen blieben, .
2. Der Rigaische Meerbusen, Der Aufgang der Häfen des nördlichen
Teiles des Golfes erfolgte Ende März. Pernau eröffnete die Schiffahrt am 24.
Eine Zeitungsmeldung vom 18, besagte, daß das Wasser der Düna, des Seegatts
und der See, so weit man habe sehen können, eisfrei gewesen seien; doch scheint
die Düna später. noch Eis seewärts geführt zu haben; denn eine Zeitungs-
meldung vom 22, aus Riga gab an, daß am 17. April die Schiffahrt offiziell für
eröffnet erklärt worden sei, . .
3. Der Finnische Meerbusen. Auf der russischen Seite des Golfes gingen
alle westlichen Häfen in der Zeit vom 3, bis 20, März auf. Der letzte war der-
jenige von Eckholm, dessen Aufgang nach den offiziellen Mitteilungen am 20, erfolgte.
Doch waren im inneren Golfe die Eisverhältnisse wesentlich ungünstiger; denn