Schneider, J.: Die jährliche und die monatlichen Änderungen der Luftdruckverteilung usw. 603
Tropischer Monat. -
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Synodischer Monat. '
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_15 | +62 | —5 | 3 | 31 | —3 | +35 | —10
Obwohl die Änderungen des Barometerstandes während eines Jahres
größer sind als die im Verlauf, der einzelnen Monate, so werden die ersteren
von den letzteren doch an Regelmäßigkeit weit übertroffen. Insbesondere läßt
die Schwankung während des tropischen Monats in dieser Hinsicht kaum etwas
zu wünschen übrig. Bei starken Abweichungen vom Mittelwert zeigt sie eine
sehr deutlich ausgesprochene, den ganzen Monat umfassende Periode, Auch an
der im Verlauf des synodischen Monats auftretenden Änderung des Luftdrucks
ist eine wohlerkennbare, halbmonatliche Periodizität festzustellen, Wegen der
im anomalistischen Monat sich vollziehenden Schwankung kann man im Zweifel
sein, ob man ihrer Periode die Dauer von einem ganzen oder einem halben
Monat zuschreiben soll. Wahrscheinlich ist das erste nach dem früher Mit-
geteilten das Richtigere. x
Bei der jährlichen Änderung des Barometerstandes kann im Gegensatz
hierzu kaum von einer bestimmten Periode die Rede sein. Es treten im Verlauf
des Jahres nicht weniger als vier Maxima, im Februar, Juni, September und
November, sowie vier Minima, im März, Juli, Oktober und Dezember, auf; dazu
liegen die beiden extremsten Werte, im Februar und März, unmittelbar neben-
einander.
Für die Richtigkeit der Annahme eines tatsächlichen Mondeinflusses auf
unsere Erdatmosphäre spricht nun namentlich der Umstand, daß es uns möglich
wird, mit Benutzung der für den Mond gefundenen Ergebnisse eine befriedigende
Aufklärung über die unregelmäßige jährliche Anderung des Barometerstandes zu
gewinnen. Sie sei hier ausführlich mitgeteilt: Die Gesamtschwankung des Luft-
drucks resultiert aus zwei Faktoren, nämlich aus der ungleichen Erwärmung
unseres Kontinents im Verlauf eines Jahres und aus der wechselnden Beeinflussung
der Erdatmosphäre durch die Attraktion der Sonne. Jeder der genannten Ein-
flüsse macht sich aber in doppeltem Sinn bemerkbar, und daher kommt das Auf-
steigen zu vier Maximalwerten sowie das Abfallen zu gleichviel Minimalbeträgen
der ganzen Schwankung zustande. Die Zunahme des Luftdrucks im Frühling,
nämlich im April, Mai und Juni, erklärt sich aus der mit der Temperatur stei-
genden Verdampfung des Wassers. Die Luft nimmt um diese Zeit so reichlich
Wasserdampf auf, daß die Drucksteigerung durch gleichzeitiges Fortströmen der
Luft in außereuropäische Teile nicht aufgehalten werden kann. Ebenso wird im
Herbst durch die mit der zunehmenden Abkühlung verbundene Ausscheidung
des Wasserdampfes aus der Atmosphäre die Druckkraft der letzteren entsprechend
erniedrigt, weil an seine Stelle nicht die genügende Luftmenge in das europäische
Gebiet einfließen kann; das ist aber nur im Oktober deutlich bemerkbar. Während
des Sommers, insbesondere im Juli, hat die erhitzte Luft über unserem Kontinent
das Bestreben nach oben zu steigen d.h. eine Druckverringerung hervorzurufen,
Im Winter müßte sich mit sinkender Temperatur das Umgekehrte zeigen; es
sollte sich also im kältesten Monat, im Januar, der durchschnittlich höchste
Barometerstand einstellen. Der Dezember bringt jedoch dem November gegen-
über ein Sinken und der Februar im Vergleich zum Januar noch ein weiteres
Steigen des Luftdrucks zuwege. Diese Tatsachen sind aus der Verschiebung der
Wärmeverhältnisse in Europa nicht gut zu begründen, wohl aber werden sie
verständlich aus den Schwerkraftswirkungen, welche von der Sonne ausgehen.