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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Schneider, J.: Die jährliche und die monatlichen Änderungen der Luftdruckverteilung usw. 597 
sind die Orte, für welche die. monatlichen Abweichungen von dem mittleren jähr- 
lichen Luftdruck gleich werden und je 0, 1, 2..mm betragen, durch Linien 
verbunden. Die ausgezogenen, mit dem positiven Vorzeichen versehenen Kurven 
deuten an, daß für ihre Punkte das monatliche Mittel des Luftdrucks den jähr- 
lichen. Mittelwert desselben übersteigt; bei den gestrichelten, außerdem durch 
negative Ziffern gekennzeichneten Linien ist das Umgekehrte der Fall. 
Am dichtesten gelagert sind in diesen Kärtchen die Kurven für Dezember 
und Januar einerseits sowie die von Mai und Juni anderseits. Für alle diese 
Monate ziehen die Linien, wenigstens im nördlichen Teil von Europa, mehr oder 
minder von Südwesten nach Nordosten. ‘ Die Größe der Abweichungen ist für 
diese Zeitabschnitte ungefähr dieselbe, aber der Sinn der Anderung ist im Winter 
der umgekehrte wie im Sommerhalbjahr. Die Linien des Dezember und Januar 
deuten auf eine ganz besondere Verschärfung des barometrischen Minimums in 
der Nähe von Island und eine wesentliche Erhöhung des durchschnittlichen 
Drucks im südlichen Rußland hin. Für Juni ist gerade das Gegenteil der Fall: 
Zunahme des Luftdrucks im Nordwesten Europas und Verminderung desselben 
in dem Bereich nördlich vom Schwarzen Meer. Wie man. an: dem außerordent- 
lich regelmäßigen Verlauf der Linien im April und Mai ersieht, bereiten sich 
diese Druckänderungen des Junibildes in stufenweisem Fortschritt ganz allmählich 
vor. Weniger übersichtlich vollzieht sich nun das Abflauen dieser starken Gegen- 
sätze des wandelbaren Luftdrucks in den folgenden Monaten, Ähnliches läßt 
sich für die großen Änderungen des Barometerstandes im Dezember und Januar 
feststellen. Die Vorbereitung auf diese Gegensätzlichkeiten ist an dem Kurven 
des Oktober und November klarer zu erkennen als das Rückgängigwerden im 
Februar oder März. 
B. Die monatlichen Änderungen der Luftdruckverteilung. 
Wie bereits gesagt, bestand schon zu Beginn dieser ganzen Untersuchung 
die Absicht, das bisher benutzte Zahlenwerk und die aus ihm gewonnenen Er- 
kenntnisse für die Lösung des meteorologischen Mondproblems nutzbar zu machen. 
Es ist dies wie folgt geschehen. Für jeden der 32 ausgewählten Punkte des 
europäischen Gebietes wurden die zu den einzelnen untersuchten Mondstellungen 
gehörigen Barometerstände aufgeschrieben, summiert und beim Mittelnehmen bis 
auf Hundertstelmillimeter ausgewertet, 
Um nun zu recht einwandfreien Resultaten zu gelangen, galt es bei ihnen 
die jährliche Änderung des Luftdrucks nach Möglichkeit auszuschalten. Zur 
Erreichung dieses Zieles dienten die Zahlen der Tabelle 4. Aus denselben wurden 
durch lineare Interpolation die Korrekturglieder berechnet, welche den Sonnen- 
einfluß an den verschiedenen Örtern für die einzelnen Tage des Jahres im Mittel 
zum Ausdruck bringen. Diese Zusatzgrößen sind bei den jeweiligen Barometer- 
ablesungen verwertet worden, und ihr Mittelwert ist an deren Durchschnitts- 
betrag in Abrechnung gekommen. Auf die Wiedergabe dieser korrigierten 
Barometerstände ist der Kürze halber hier verzichtet worden. An ihrer Stelle 
aber sind die aus ihnen erhaltenen Abweichungen vom jährlichen Mittelwert des 
Luftdrucks der einzelnen Örter in besonderen Tabellen mitgeteilt. . 
Zur Untersuchung kamen drei verschiedene Mondumläufe, von denen ein 
Einfluß auf die Erdatmosphäre erwartet werden durfte: der anomalistische, der 
tropische und der synodische Umlauf. Die für ihre Bestimmung und Einteilung 
notwendigen Angaben sind. dem Berliner Astronomischen Jahrbuch entnommen 
und den jedesmaligen. Endergebnissen vorangeschickt. Eine gleichmäßige Ver- 
teilung der Ablesungen auf die verschiedenen Mondstände ist wohl angestrebt, 
aber durch Einführung der für sie gewählten Grenzen nicht ganz erreicht worden. 
]l. Der anomalistische Monat. 
Vom Punkt der Erdnähe ausgehend, wurde die Bahn für den anomalisti- 
schen Umlauf in sechs Teile zerlegt gedacht und diese durch die Nummern 1 
bis 6 unterschieden. Maßgsebend für den Abstand des Mondes von der Erde
	        
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