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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Ann. d. Hydr. usw., XXXXI. Jahrg. (1913), Heft XI. 
540 
e} 
Die jährliche und die monatlichen Änderungen der Luftdruckverteilung 
über Mitteleuropa. 
Von Prof, Dr. J. Schneider in Darmstadt. 
(Hierzu Tafeln 17, 18 u. 19.) 
Zur Feststellung eines etwaigen Mondeinflusses auf unsere Atmosphäre ist 
die zeitliche Änderung der meteorologischen Elemente einzelner Erdorte wieder- 
holt Gegenstand eingehender Untersuchungen gewesen. Diese haben auch zu 
unbestreitbaren, allerdings in engen Grenzen liegenden Ergebnissen geführt. Die 
Gewinnung tieferer Einblicke in die Wirkung des Mondes auf die uns umgebende 
Luft war zu erwarten bei näherer Erforschung des Verhaltens der Atmosphäre 
über einem ausgedehnten Beobachtungsgebiet. 
Von den verschiedenen meteorologischen Größen schien der Luftdruck 
als die empfindlichste von allen am untersuchenswertesten, Zur Grundlage 
für eine solche räumlich erweiterte Prüfung des Mondeinflusses eignen sich die 
täglich erscheinenden Wetterkarten der Deutschen Seewarte zu Hamburg. Sie 
geben lückenlose Bilder von der täglichen Luftdruckverteilung über fast ganz 
Europa; darum konnten sie auch für die nachfolgenden Untersuchungen mit 
vollem Erfolg nutzbar gemacht werden. Absichtlich wurde darauf verzichtet, 
die direkt beobachteten Barometerstände einzelner Stationen zu verwenden und 
zwar aus zwei Gründen, Einerseits schienen dadurch unzweifelhaft vorhandene 
lokale Einflüsse auf den Barometerstand nach Möglichkeit ausschließbar, ander- 
seits ließ sich so eine ganze Reihe gleichmäßig über Europa verteilter, rein 
geometrisch definierter Örter aussuchen. Die gewählten Stellen des Beob- 
achtungsnetzes hatten als Schnittpunkte bestimmter Mittags- und Parallelkreise 
einen Abstand von je vier Breiten- und je sechs Längengraden, .Es waren ihrer 
im ganzen 32, Der Lage und Ordnungsnummer nach sind sie aus Tabelle 1 
zu ersehen. Diese gibt außerdem einen guten Überblick über ihre Lagerung auf 
der Erdoberfläche‘). 
Tabelle 1. Lage und Ordnunzsauummer der gewählten Örter, 
O-Le. 
2460 | 9500 | 9r00 | 24 E| 100 ana | 26 
| RO | 340 
N-Br. F90 
.) 
10 
18 
3 4 ö 
8 9 10 
15 16 17 
22 23 24 
27 28 29 
22 
6 ? 
11 12 
18 19 
25 26 
320 | 31 
I) 
ZU 
1) Anhaltspunkte für die ungefähre Lage der zur Untersuchung herangezogenen Stellen 
Europas mögen die folgenden, ihren Ordnungsnummern beigefügten geographischen Namen bieten: 
1. Atlantischer Ozean, westlich 12. Memel. 713. Troyes, 
von den Lofoten, 13. Atlantischer Ozean, westlich 74. Ulm, 
2, Drontheim. von Valentia, 25, Wien, 
‘. Shetlands-Inseln, 4; Cork. 76, Toka). 
Bergen, ‘. Birmingham. 27, Biarritz. 
Kristiania. . Haag. . 78, Nimes, 
Sala. Hildesheim. 79. Carrara, 
Abo. & Glogau. 0. Zara. 
.. Edinburgh, Warschau. 31. Widin. 
9. Mitte der Nordsee. . Kiew. 32. Sardinien, Mitte der Ostküste. 
LO, Aarhus, Charkow. 
11. Karlskrona, - Rennes. 
Ann A Hvyvdr usw 19312 Heft XIı
	        
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