Staben, J.: Über die Genauigkeit der. Bahnbestimmung von Taifunen usw. 569
geht durch den Mittelpunkt, Um den Mittelpunkt sind vier ringförmige Zonen
A—D angeordnet, welchen von innen nach außen die Abstände D = 0 bis 10 See-
meilen oder im Zentrum, C = 10 bis 60 Sm, B = 60 bis 120 Sm und A = 120
bis 500 Sm vom Zentrum eines Taifuns entsprechen. Über ‚dieser Scheibe,
welche durch einen in der Mitte angebrachten Knopf gedreht werden kann, sitzt
eine durch acht rot markierte Striche, entsprechend einer Kompaßteilung von
zwei zu zwei Strich eingeteilte, unbewegliche Glasscheibe. Zwei hewegliche Zeiger
sitzen auf der Achse des Knopfes. Einer dieser Zeiger trägt auf dem einen
Ende eine Teilung von 0 bis 100, die im Zentrum beginnt und bis etwa %/,: des
Radius reicht, der andere Zeiger trägt auf etwa ?/, der Entfernung von Zentrum
noch einen zweiten kleineren beweglichen Zeiger,
Die mit den Windpfeilen versehene Metallscheibe stellt in bezug auf die
Windrichtungen also die horizontale Schnittfläche einer genau kreisförmigen
Depression dar. Sie kann mit Hilfe des Knopfes und des im Zentrum sitzenden
Pfeiles in jede beliebige Zugrichtung eines Wirbels eingestellt werden,
Ein gutes Aneroid-Barometer der bekannten Konstruktion vervollständigt
das Instrument. Es trägt außer der gewöhnlichen Einteilung noch einen dreh-
baren Rand, welcher in sechs Abteilungen die Bezeichnungen trägt: 1. Schönes
Wetter; 2. Veränderlich und die vier der Windscheibe entsprechenden Zonen A
weit, 120 bis 500 Sm; B nahe, 60 bis 120 Sm; C sehr nahe, 10 bis 60 Sm und D
am Ort des Zentrums oder 0 bis 10 Sm. Die Abteilungen 2 und A sind durch
einen roten Pfeil voneinander getrennt, welcher auf den Grenzwert des Baro-
meterstandes für den Übergang von Schönwetter zur Einflußzone einer Cyklone
eingestellt wird und dadurch das Instrument für die Bahnbestimmung orientiert.
Der noch freie Teil des Randes enthält diese Grenzwerte für die verschiedenen
Breiten und Monate. 0
Die Bestimmung des Abstandes vom Zentrum eines Taifuns gründet sich
auf die von dem französischen Seeoffizier Fournier aufgestellte Proportion
ar —_ DT worin B den Barometerstand in der Grenzzone eines Taifuns
(755 mm), B1 und B2 zwei andere, zu verschiedenen Zeiten bestimmte Baro-
meterstände bedeuten. D 1 bezeichnet den Abstand des Beobachters vom Zentrum
des Wirbels zur Zeit der Barometerablesung B1, D2 die entsprechende Ent-
fernung zur Zeit des Barometerstandes B2. Stellt man die kleine, auf dem
zweiten Zeiger der Windscheibe angebrachte Doppelnadel auf den aus der
Rechnung gefundenen Wert ein, so gibt ihre Richtung genähert die Zugrichtung
des Wirbels an.
Entsprechend dieser gefundenen Zugrichtung., dreht man die Windscheibe
so, daß der ın der Mitte sitzende Pfeil dieser Richtung parallel ist. Nach dieser
Neueinstellung wird die ganze Operation praktisch nochmals wiederholt. Bei
jeder Winddrehung muß die Abstands- und Bahnbestimmung wiederholt werden,
Im nachfolgenden soll in einer Reihe von Beispielen, welche‘ sämtlich der
Praxis entnommen und in tabellarischer Form zusammengestellt sind, der Ge-
nauigkeitsgrad von Bahnbestimmungen tropischer Wirbelstürme aus den Angaben
des Barocyklonometers in Bezug auf die wirklichen Verhältnisse festgestellt
werden, Zur Untersuchung sind eine Anzahl von Taifunen herangezogen, welche
teils im Monsungebiet des Südchinesischen Meeres, teils in mittleren Breiten von
Schiffen in See, oder vor der Küste zu Anker liegend überstanden wurden.
Für die ausgewählten Fälle wurden die genauen Taifunbahnen aus den
Veröffentlichungen der Observatorien Manila und Zikawei, den Beobachtungen
zahlreicher Stationen an der Küste und dem ergänzenden Material von Schiffen
in See festgelegt. Die Positionen des Zentrums sind für die in Betracht
kommenden Stunden aus der Durchschnittsgeschwindigkeit der Wirbel in den
einzelnen Phasen des Verlaufs berechnet. Erhebliche Abweichungen der an-
genommenen von den wahren Orten dürften kaum anzunehmen sein, ;
Die Barometerkorrektionen für den täglichen Gang sind in den Nummern
A 1 bis 5 den Werten von Manila und in den Nummern.B 1 bis 5 denen von
Zikaäwei gleichgesetzt. Geringe Fehler dürften keine großen Fälschungen der
Resultate herbeigeführt haben. Der Kürze wegen sind die wahren Zugrichtungen
Ann. d. Hydr. usw., 1913, Heft XI. 3