accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

558 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1913. 
täuschung über die wahre Genauigkeit, Die divergierenden Bestimmungen ver- 
schiedener Beobachter desselben Ortes illustrieren am besten die Mannigfaltigkeit 
der Angaben. Es werden z. B. als Flutzeit angegeben für Korfu 2,52 und 3.07, 
für Tarent 2.02, 2.43 und 3.00, Djerba 2.26, 3.00, 3.39, Alexandria 8.05 und 8.48 
u. v.a.m. Es scheint mir deshalb verfrüht, schon jetzt Detailzahlen erklären zu 
wollen, wie v. Sterneck es versucht. Ablesungen auf Minuten oder Zehntel- 
stunden sind deshalb kaum empfehlenswert. Weiter als auf Viertel- oder höchstens 
Sechstelstunden sollte man nicht gehen. Die Hauptursache der Differenzen ist 
darin zu suchen, daß die Beobachtungen nicht vom Einfluß von Wind und Luft- 
druck haben befreit werden können und daß vielfach nur eine Springflut heran- 
gezogen ist. 
Neue Theorie der Mittelmeergezeiten. 
Um aber nicht nur niederzureißen, will ich meine Auffassung der Ver- 
hältnisse dartun. Ein Blick auf die beigegebene Karte zeigt, wie ich das Beob- 
achtete erkläre und welche Hypothese ich über das Unbekannte aufstelle. 
nl A 
W-La.-Q0*-0-Lg.v.Gr. 
Erklärungen, 
4 
Flutstunden in Greenwicher Zeit. ‘Höhen) in cm. 
sicherbekannte Flutstundenlinien, =-=—- hypothetische Flutstundenlinien. 
Kamm der atlantischen Welle und ihrer reflektierten. 
Richtung der fortschreitenden Welle. 
Cebiet der stehenden Schwingung. 
A. Westbecken., 
Tatsache ist dort eine stehende Schwingung mit rund 32% (Greenw. Zeit) 
Hochwasser bei Gibraltar, 8? beim Ostende, Eine stehende Gezeitenwelle ist 
keine primäre Erscheinung, sondern durch zwei fortschreitende Wellen von 
gleicher Höhe und Phase, aber entgegengesetzter Bewegungsrichtung entstanden, 
Für das Westbecken kommt nur die atlantische Welle in Frage. Diese passiert 
tatsächlich um 2b die Straße von Gibraltar, ist nahezu um 5% am Knoten und 
um 8% an der italienischen Küste, wird dort reflektiert, ist um 11% wieder am 
Knoten und um 2b in Gibraltar. Der Knoten liegt fast genau auf der Hälfte 
ihres Weges, der nicht nur durch die Entfernung, sondern auch durch die Tiefe 
bestimmt wird. In den südspanischen Gewässern läuft sie wegen der geringen 
Breite und mittleren Tiefe erheblich langsamer, ist dafür höher. Jenseits des 
Knotens verliert sie an Höhe infolge der Verbreiterung des Meeresteiles und 
gewinnt an Geschwindigkeit. Vom Knoten bis Pizzo braucht sie unter Benutzung 
der v. Sterneckschen Werte 3h 4m, Bei der Berechnung der Zeit von Gibraltar 
bis zum Knoten findet man etwa 21,4% ohne Berücksichtigung der Breite des 
Beckens. Im Krümmelschen Handbuch (Bd. II, S. 244) ist der Fall theoretisch
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.