538 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913.
zusetzen, Nach 8 bis 10 Tagen wird er stetiger. Von Mai bis August weht er
am stärksten, seine Richtung ist dann ständig SSO bis OzS. Der Wind ist ge-
wöhnlich frisch und beständig beim ersten und letzten Mondviertel, unbeständig
bei Voll- und Neumond. Der Passat hält an bis zur ersten oder zweiten Woche
im November, er weht dann regelmäßig und stark aus östlicher Richtung.
Nachher herrschen bis Ende November und manchmal bis Anfang Dezember ver-
änderliche Winde und Stillen vor.
Der NW-Monsun setzt im Dezember ein, man kann aber erst Ende des
Monats frischen und einigermaßen beständigen Wind erwarten, Im Januar und
Februar ist er am meisten ausgeprägt. Er nimmt jedoch gegen Ende Februar
an Beständigkeit ab und wird anfangs März bei trübem, wolkigem und un-
beständigem Wetter veränderlich. Der NW-Monsun gilt als Regenzeit; heftige
Böen mit Gewitter kommen dann gelegentlich vor. Die Regenzeit ist ungesund.
In der Torres-Straße weht der SO-Passat gewöhnlich bei Nacht weniger
stark als am Tage, auch weht er bei hohem Barometerstand am stärksten und
wird dann von sehr diesigem Wetter begleitet. Regen kommt dann nur sehr
wenig vor und der Himmel ist selten bedeckt. Der westliche Monsun kommt
hier zu keiner besonderen Beständigkeit, er wird oft durch östlichen Wind auf-
gehoben, der zwar anfangs flau ist, aber nach Verlauf einiger Tage zur frischen
Brise zunimmt.
Das Klima auf Thursday-Eiland ist zur Zeit des SO-Passates, von März
bis Oktober, gesund. Während des NW-Monsuns, von November bis März, regnet
es stark und die Luft ist sehr feucht.
Ankerplätze. Im Normanby-Sund findet man guten Ankerplatz auf 10 m
(51/„ Fad.) Wassertiefe nördlich von der westlichen Huk von Friday-Eiland, von
wo der Leuchtturm auf Goode-Eiland rw. 355° (mw. N7/,W) peilt. (Siehe auch
unter Quarantäne weiter vorn.)
In der Bertie-Bucht, südöstlich von Goode-Eiland, finden Schiffe ge-
schützten Ankerplatz auf 8.2 bis 10.5 m (41/, bis 5°/, Fad.) Wassertiefe. Der
Ankerplatz ist etwa 6 Kblg lang in Ost-Richtung und 2 bis 3 Kblg breit in
Nord-Richtung. Er wird im Norden durch die Riffe Brewster und Peile, im
Süden durch die Cardale-Untiefe und das West Wai Weer-Riff begrenzt. Am
schmalsten ist er zwischen diesem Riff und dem Peile-Riff, Beim KEinlaufen
passiere man Östlich oder westlich von der Cardale-Untiefe, die durch eine rot
und schwarz gewürfelte Tonne gekennzeichnet ist. Nicht ganz 2 Kblg westnord-
westlich von dieser Tonne liegt eine schwarze Tonne und ebensoweit östlich
davon steht eine schwarze Bake mit Vierecktoppzeichen am Westende des West
Wai Weer-Riffes. Das Südende des Peile-Riffes kennzeichnet eine schwarze
Tonne, die Einfahrt nach der Ladebrücke auf Goode-Eiland eine kleine schwarze
Bake mit Vierecktoppzeichen,
Im Thursday Island-Hafen ankert man am besten in 2 bis 3 Kblg
Abstand vom Lande auf 5.5 bis 7.3 m (3 bis 4 Fad.) Wassertiefe, wo der Ge-
zeitenstrom nur mit 1 bis 3 Sm stündlicher Geschwindigkeit zu setzen pflegt.
Der Grund besteht aus Sand und Schlick über etwas Lehm und Granit.
Verbotene Ankerplätze. Schiffe dürfen nicht in weniger als 3 Kblgy Ab-
stand Östlich oder westlich von der Ladebrücke in der Verlängerung des
T-Kopfes ankern, auch müssen sie wenigstens 1 Kblg südlich von der Ladebrücke
bleiben. Ferner dürfen Schiffe nicht in der Nähe des Telegraphenkabels ankern,
das vom Ostende von Thursday Island nach der Insel Horn hinüberführt. Der
verbotene Ankergrund wird im Süden durch eine Linie begrenzt, in der die
beiden roten Landmarken auf der Insel Horn in der Peilung rw. 97.5° (mw. 01/,5)
in Linie sind, im Norden durch eine Linie, in der die beiden weißen Landmarken
auf der Insel Horn in derselben Peilung in Linie sind. Zwischen diesen Linien zu
Janden ist verboten.
Hafenanlagen. Eine Ladebrücke liegt in der Nähe der Lotsenstation auf
Goode-Eiland. Eine !/„ Kblg breite und 2.4 bis 4 m (8 bis 13’) tiefe Fahrrinne
führt vom nördlichen Teil der Bertie-Bueht hin.