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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913.
Eine Neigungsänderung von 5° bewirkte des öfteren bei empfindlichen
Instrumenten eine Verdoppelung der Gangabweichung.
Aus Spalte 10 ist deutlich zu ersehen, wie die erhöhte Neigung die Güte-
zahl verschlechtert. Nur M. 205 macht eine Ausnahme, Abermals ein Zeichen,
daß dieses Chronometer technisch besser ausgeführt ist wie die übrigen Instrumente,
Mit Hilfe der mittleren Gütezahlen (Mittel aus Spalte 10) läßt sich fest-
stellen, wie die Instrumente in bezug auf technische Ausführung einzuschätzen
sind. Am besten sind die Instrumente, welche die kleinste Gütezahl haben.
Hiernach müssen sie in folgende Reihenfolge eingeordnet werden:
Gruppe 1. Gruppe 2.
M. 621 Gütezahl 0.68 |M. 618 Gütezahl 1.46 M. 203 Gütezahl 1.28 /M. 674 Gütezahl 3.49
627 x 098. <« GH « 1.48 « 673 « 1.98 « 126 « 4.10
656 «1.04 « 641 « 155 = « 32 « 2.03| « 499 « 5.05
659 & 1.16 « 646 « 3.35 | « 1 < 2.18 « 676 « 8.78
540 € 123. « 636 « 4.82 x 390 « 2,90
M. 682 mit einer mittleren Gütezahl von 1.21 ist nicht in Betracht gezogen
worden, da es nur bis 20° Neigung beobachtet wurde.
Aus den mittleren Gangabweichungen vom mittleren Normalgang bei III
und IX oben (Spalten 5 und 7) ist ersichtlich, welchen Einfluß die Schlagseite
eines Schiffes auf den Gang der Chronometer ausübt, wenn die kardanische Auf-
hängung schlecht arbeitet bzw. gar nicht vorhanden ist. Voraussetzung ist, daß
das Chronometerspind, wie es meistens der Fall ist, querschiffs steht. Würde es
längsschiffs stehen, so ist die Wirkung aus den Spalten 6 und 8 zu ersehen,
welche die mittleren Gangabweichungen bei Zifferblatt VI und XII oben enthalten,
Das Gesamtmittel ergibt in Gruppe 1 für:
M. 618 in Spalte 5 u. 7 1.72, in Spalte 6 u. 8 0.85 M. 641 in Spalte 5 u. 7 40.70, in Spalte 6 u. 8 +1,51
x 621 « « +0,29, « « « —0.36 644 « « +1,55, « « « -+4-1.40
627 « < « +0,15, « « & 1.03 « 646 « K « —1.54, « &« <« +1,49
636 « « « L129,« « « 2.06 « 656 « « « +0.94,«<« « « +1.02
610 « « -40,67, « « «* 41025 « 659« «x x A082. « € x 41.30
Gruppe 2:
M. 1 in Spalte 5 u. 7 —1.17, in Spalte 6 u. 80.24 M. 682 in Spalte 5 u. 7 —0.28, in Spalte 6 u, 8 —0.37
* 126 « « « -+3.12, « « « Tas 499 « « < 44-131, « « « +2.16
205 « « <« 40.36, « « « —0.14 « 673« « « A176, « « « A+1.72
« 320 € 2« 40.00,« « « -+031| « 674 « « 2« +2.12,« « « +68
390 « . - +3,21, « * <« +335 + 676 « +5,30. « <« -+629
Es verlieren demnach in Gruppe 1 90%, in Gruppe 2 70%, bzw. 80%.
Die Schlagseite eines Schiffes hat also einen vermehrten Plusgang zur Folge,
der bei größerer Neigung eine beträchtliche Höhe annehmen kann.
Die Spalten 11 bis 14 ergeben die Gangänderungen der einzelnen Chrono-
meter zwischen den einzelnen Stellungen des Zifferblattes.
Die Änderungen entstehen durch die Verschiebung der Schwerpunktslage
der Unruhe und Spirale. Falls diese sich verschiebt, ändert sich, wie noch später
angeführt wird, der Gang.
Aus den Spalten 11 bis 14 ist zu ersehen, wie es auch mit Hilfe der Güte-
zahlen sichtbar ist, auf welche Art die vermehrte Neigung auf die Gangänderung
wirkt und, worauf es besonders ankommt, was aus den Versuchen ersehen werden
soll, welche Chronometer technisch am besten gearbeitet bzw. zentriert sind.
Es ergibt sich: In Gruppe 1 sind am schlechtesten gearbeitet M, 646 und
636, in Gruppe 2 M. 674, 126, 499 und 676. Letzteres Instrument schneidet am
schlechtesten ab.
Allgemeine Besprechung.
Aus dem Vorhergehenden ergibt sich, daß die Chronometer im allgemeinen
das Bestreben haben nachzugehen, d. h. einen verlierenden (+) Gang anzunehmen.
In dem Folgenden sollen, um die Ursache dieses Bestrebens zu ergründen,
die eigenen Erfahrungen sowohl als die einzelner Gelehrter, welche sich mit der
Frage beschäftigt haben, mitgeteilt werden.