Möller, J.: Der Schwarzschildsche Libellensextant,
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den Zeiten der Umkehr der Stampf- und Rollbewegungen die Messungen auszu-
führen, da das Schiff zwar in diesen Momenten am ruhigsten liegt, die Libellen-
blase aber. gerade dann. die größte Beschleunigung durch die vorhergegangene
Bewegung des Schiffes erfahren hat. Die Blase stellt sich dann nicht auf den
höchsten Punkt der Libelle ein, sondern auf einen anderen, der nach der »schein-
baren Schwere«, wenn man so sagen darf,. orientiert ist. Diese scheinbare
Schwere ist die Resultante aus der Beschleunigung durch die Bewegung des
Schiffes und der Beschleunigung durch die Erdschwere., Viel besser ist es, bei
geringen Bewegungen des Schiffes eine Reihe von Messungen möglichst in allen
Phasen der auf- und niedergehenden Schiffsbewegung anzustellen und daraus
das Mittel zu nehmen. Bei großen Dampfern wird man dann wahrscheinlich
ganz zufriedenstellende Resultate erzielen. Jedenfalls empfiehlt es sich, auf
großen Schiffen Versuche mit dem Libellenhorizont anzustellen, seitdem dieser,
wie schon gesagt, jetzt in der Form einer Zusatzvorrichtung zum Schiffssextanten,
die beliebig an- und abgesetzt werden kann, im Handel ist.
Elsfleth, im August 1913. Dr. J., Möller,
Einfluß der Neigung auf den Gang der Chronometer.
Von Korvretten-Kapitän a. D. Rottok, Vorstand des Kaiserlichen Chronometer-Observatoriums zu Kiel.
Um den Einfluß der Neigung auf den Gang der Chronometer festzustellen,
hat das Chronometer-Observatorium im Laufe der Jahre 1911 und 1912 Versuche
angestellt, deren Ergebnisse in der nachfolgenden Besprechung erörtert werden.
Ausführung der Prüfung.
Zur Ausführung der Prüfung fertigte sich das Observatorium ein besonderes
Gestell an,. das sich in den verschiedenen Neigungslagen feststellen ließ. Auf
dieses Brett wurden die zu beobachtenden Chronometer gestellt und von 5°
zu 5° geneigt. .
Die Prüfung ist in zwei getrennten Gruppen ausgeführt worden.
Gruppe 1 bestand aus 10 zunächst zur Verfügung stehenden einwandfreien
Chronometern, die in der Zeit vom 8. September bis 2, Oktober 1911 den Neigungs-
versuchen unterzogen wurden, und zwar jedesmal in den vier Lagen Zifferblatt
XII, III, VI und IX oben. In jeder Lage dauerte die Beobachtung nur zwei Tage,
Leider konnte sie nicht weiter als bis zu 10° ausgeführt werden, da das Observa-
torium die Instrumente zur Temperaturuntersuchung gebrauchte.
— Der an und für sich geringe Zeitraum von zwei Tagen zwischen den ein-
zelnen Stellungen ist gewählt worden, um in der kurzen Zeit, in der die Chrono-
meter zur Verfügung standen, eine möglichst große Anzahl von Beobachtungen
zu erhalten,
Gruppe 1 bestand aus den Chronometern:
M. 618 Klasse II | M.627 Klasse I | M. 640 Klasse II | M.644 Klasse II | M. 656 Klasse I
« 621 , I] « 636 « II! « 641 « I | 626 * T! « 659 - I
Vom 26. Oktober 1911 bis 27, Juli 1912 untersuchte das Observatorium
abermals zehn Instrumente (Gruppe 2). Dieses Mal standen die Chronometer in
den Stellungen Zifferblatt XII, IX, VI und III oben; jedesmal fünf Tage.
Die Prüfung fand in den Neigungen von 5° bis 30° statt. Neun Instrumente
beendigten die Untersuchung, während das zehnte, M. 682, leider nach 20° Neigung
an Bord S. M. S. »Hyäne« gegeben werden mußte.
Zur Gruppe 2 gehörten folgende Chronometer:
Klasse IV | M.205 Klasse I | M. 390 Klasse II | M. 499 Klasse II | M. 674 Klasse I
II + 32 JI| « 682 « 1| « 673 I « 676 1
Die Ergebnisse der Untersuchung sind in der beigefügten Liste (Tabelle
5. 524 bis 526) eingetragen worden.
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