accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

518 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913. 
wenn Sterne in sehr großen Höhen beobachtet werden, wie aus folgender Be- 
trachtung folgt: 
In Figur 4 seiZ das Zenit, G das Gestirn, ZGH’ dessen Vertikal, H’H 
ein Stück des Horizonts, H der Punkt, nach dem das Fernrohr (oder die Längs- 
achse der Libelle) gerichtet ist. Dann ist GH die Ebene des gekippten Sextanten, 
der eigentlich in der Ebene GH’ gehalten werden sollte, 
i die Neigung oder Kippung des Sextanten gegen die 
Vertikalebene, Der Sextant mißt dann das Stück 
HG =h, während bei vertikaler Haltung H’G =h —4h 
gemessen werden müßte, Also ist Ah der durch die 
Kippung des Sextanten verursachte Fehler, dessen Größe 
aus folgender Betrachtung erhellt: 
Aus AZGH folgt: 
sin (h— 4) = sin h-cosi, 
Setzt man cosAh = 1 und sin Ah ==A4h -sin 1’, so wird 
sinh — cosh 4h-sin 1’ = sinhcosi 
sinh-2sin?5- == cosh 4 h-sin 1‘. 
Man darf setzen sini==i-.sin1’, also wird 
2sinh- —+sin?l' = cosh-Ahsin! 
Ah = Zi? -tangh-sin 1‘, 
Dieselbe Formel für den durch Verkanten der Instrumentalebene ent- 
stehenden Fehler gilt auch für die anderen Libellensextanten von Butenschön, 
Bunge usw., bei denen das Gestirn direkt mit dem Fernrohr anvisiert wird, 
Von anderer Seite (z. B. in der Deutschen Luftfahrerzeitschrift 1912, Nr. 5) ist 
bei solchen Instrumenten als Neigung der Sextantenebene nicht die Drehung des 
Sextanten um eine horizontale Achse angenommen worden, sondern die Drehung 
um das nach dem Gestirn gerichtete Fernrohr. Dann wäre nicht ZHG der 
Neigungswinkel, sondern HGH’. Bezeichnen wir diesen mit n, also ZGH mit 
180° — n, so folgt aus Dreieck ZGH: 
sin (h — 4 h) cos h = cos (h — Ah) sinh-cos n 
2 sin h cos h sin? © = Ah sin ]’ (sin? h cos n + cos ? h). 
Die letzte Klammer kann praktisch = 1 gesetzt werden. Dann ergibt sich 
nach kleinen Umformungen: 
2 
Ah=(S)sin2hsinT, 
eine Formel, die aus der vorher gefundenen direkt abgeleitet werden kann, wenn 
man beachtet, daß i=ncosh ist. 
Setzt man diesen Wert in die Gleichung Ah = 4i?tang hsin1’ ein, so 
erhält man ebenfalls 
2 
Ah= G) sin 2 hsin 1. 
F, 
Diese Gleichung gibt für den Fehler, der aus der Sextantenkippung ent- 
steht, ein wesentlich günstigeres Bild, als die vorher gefundene, Der Fehler zeigt 
hier ein Maximum bei einer Höhe von 45° und wird im Zenit wieder gleich 
Null, während nach der zuerst gegebenen Gleichung der Fehler nach dem Zenit 
hin rasch wächst. Es erscheint mir aber auch bei den Libelleninstrumenten, bei 
denen man das Gestirn mit dem Fernrohr direkt anvisiert, nicht logisch, den 
Drehungswinkel um die Fernrohrachse als Verkantung, Kippung oder Neigungs- 
winkel der Sextantenebene aufzufassen. Denn die Bestimmung dieser Neigung, 
z. B. durch eine senkrecht auf die Sextantenebene gesetzte Libelle führt zu dem 
Winkel i, nicht zu n, und in dem Grenzfall, wenn ein Gestirn im Zenit anvisiert 
wird, bedeutet die Drehung um die Fernrohrachse keine Neigung mehr, sondern 
eine Drehung um die Vertikale.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.