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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Möller, J.: Der Schwarzschildsche Libellensextant. 
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In diesem Bilde bewegt sich die Blase fünfmal langsamer als die wirkliche Blase, 
und daher kann der Abstand BM’ auch fünfmal kleiner gewählt werden als der 
Krümmungsradius der Libelle. Damit Libelle, Spiegel (oder besser ein total 
reflektierendes Prisma) und Konkavlinse ihre gegenseitige Lage nicht ändern 
können, sind sie in ein keilförmiges Kästchen aus Blech eingeschlossen, das zum 
Schutz gegen Wärmeeinflüsse mit Leder überzogen ist. Das Ganze wird dann 
so an einem Sextanten befestigt, daß das Fernrohr gegen die Konkavlinse ge- 
richtet ist und in horizontaler Lage das Blasenbildchen M’ erblickt. Aus den 
vorher angestellten Betrachtungen geht hervor, daß der Libellenhorizont, wenn 
nur die Lage der Libelle gegen den Spiegel unverändert bleibt, gedreht werden 
kann, ohne daß sich die Ablesung des Instruments ändert, Das ist ein ganz 
wesentlicher Vorzug der Schwarzschildschen Anordnung, 
In der Abbildung (Fig, 3) sieht man Pie 9 
vor dem Objektiv des Fernrohres das keil- a 
förmige Kästchen, Dieses enthält unten 
die Libelle, die von der Unterseite her bei 
Tage durch einen weißen Reflektor, bei 
Nacht . durch eine Glühlampe erleuchtet 
wird, oben das total reflektierende Prisma, 
das das Blasenbild in das Objektiv des Fern- 
rohres wirft, An der dem Fernrohr-Objektiv 
zugewandten Seite des Kästchens befindet 
sich die Linse, die den Zweck hat, das 
Blasenbild zu verkleinern, damit der Ab- 
stand der Libelle vom Prisma entsprechend 
kleiner gewählt werden kann, als der 
Krümmungsradius der Libelle,‘ - 
Ein weiterer Vorzug des Schwarz- 
schildschen Instrumentes liegt darin, daß 
die Libelle nicht an der Alhidade befestigt 
ist, daß das Fernrohr also nicht auf den 
Stern gerichtet zu werden braucht, wie 
bei den Instrumenten von Butenschön 
und von Hartmann & Braun, sondern 
bei der Beobachtung stets horizontal liegt. 
Der Vorteil dieser Anordnung liegt auf der 
Hand: Man beobachtet alle, auch die höchsten Sterne in derselben Kopfhaltung, und 
zwar in der, die dem Seemann von der Handhabung des gewöhnlichen Sextanten 
her geläufig ist; es fällt ferner der an den andern Instrumenten gerügte Nachteil 
fort, daß bei Gestirnshöhen über 60° die Beobachtung schwierig und das Bild der 
Blase undeutlich wird. Einzelne Verbesserungen mehr äußerlicher Art, die Herr 
Kapt. Fritsch an dem von Hartmann & Braun konstruierten Instrument (Ann. 
d. Hydr. 1913 S. 487) rühmt, und die mit der prinzipiellen Konstruktion nichts zu 
tun haben (z. B. Anbringung der Lichtquelle im Handgriff des Instruments u. a.), 
sind bei den neueren Schwarzschildschen Instrumenten auch berücksichtigt 
worden, — Außer diesem Libellensextanten hat Schwarzschild einen Libellen- 
horizont konstruiert, der sich an jedem gewöhnlichen Bordsextanten anbringen 
Jäßt. Der Sextant mit angesetztem Horizont arbeitet dann genau so, wie der 
eben beschriebene Libellensextant. Ferner ist auf Anregung des Luftschiff- 
kapitäns Gluud ein neuer, besonders vorteilhafter Typ konstruiert worden. 
Dieser besteht aus einem sehr handlichen Bordsextanten, an dem ein Libellen- 
horizont mit einem Scharnier drehbar befestigt ist, so daß das Instrument durch 
eine einfache Drehung des künstlichen Horizonts aus einem Bordsextanten in 
einen Libellensextanten verwandelt werden kann. 
Ein allen Libellensextanten gemeinsamer Nachteil liegt darin, daß weniger 
sichere Beobachter dazu neigen, den Sextanten nicht ganz senkrecht zu halten, 
Doch ist der hierdurch hervorgerufene Fehler nur dann erheblich, wenn die 
Neigung der Sextantenebene gegen die Vertikale größere Beträge erreicht, und
	        
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