accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

516 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913. 
Gestirn zusammenzubringen ist. Während aber bei den bisher besprochenen 
Instrumenten der Spiegel, der das Bild reflektiert, sich zwischen Objektiv und 
Okular befindet, ist er bei dem Schwarzschildschen Instrument vor dem Ob- 
jektiv angebracht, und zwar in der Weise, daß bei Neigungen oder Schwankungen 
des Sextanten Blase und Stern im Gesichtsfelde des Fernrohres sich nicht nur 
nach derselben Seite von der Mitte entfernen, sondern auch um gleiche Beträge. 
Blase und Stern brauchen daher nur unter sich, nicht auch noch mit der Mitte 
des Fadenkreuzes zur Koinzidenz gebracht zu werden. Das ist ein Umstand, der 
die Beobachtungen ganz bedeutend erleichtert und zuverlässiger macht. 
Die Anordnung, die Schwarzschild in der Zeitschrift für Flugtechnik 
und Motorluftschiffahrt (1913, S. 177) ausführlich beschrieben hat, läßt sich in 
Kürze folgendermaßen darstellen: 
fg) 
Kig. 3. 
Pan 
Mm} 
0 
2) 
Fig. 2, 
— 
O0 
Fr 
“— 
Box 
) 
Ve 
L 
Us) 
Mr 
A 
E 
MB sei der Krümmungsradius r einer Libelle LE (Fig. 1), B die Blasen- 
mitte. MB ist stets eine vertikale Linie, solange die Blase in Ruhe, oder besser 
gesagt, nur der Einwirkung der Schwere unterworfen ist, Bringt man in der Ver- 
längerung der Vertikalen MB über B einen Spiegel SP an, dessen Mitte M’ von 
B den Abstand r besitzt, und der gegen die Vertikale MM’ um 45° geneig wird, 
so gibt die Richtung OB’, in der das in O befindliche Auge das Bild B’ der 
Blase B im Spiegel erblickt, stets die Horizontale an, und zwar nicht nur, wenn 
die Enden L und E der Libelle in der gleichen Höhe liegen, sondern auch dann, wenn 
die Libelle in der Zeichnungsebene gedreht wird. Führt man nämlich eine solche 
Drehung aus, so läuft B stets zum höchsten Punkt der Blase (Fig. 2). Jetzt ist 
BM’ nahe==r, da der Krümmungsradius der Libelle groß und der Ausschlag NB 
der Blase gering ist. Daher ist 
XBMN=XBMN=«& 
Ferner ist nach den Spiegelgesetzen 
XBMS=XSMB=ß 
und, da 2 (&« + ß) = 90° ist: 
XBMM=a+22=2(a«+ 8) —a=90°— a. 
Die Winkel BMM’ und B’M’M sind demnach Komplemente, Hieraus folgt, 
daß auch jetzt noch OB’ rechtwinklig zum Lot BM steht, selbst also wieder die 
Horizontale angibt. Es ist nun nicht praktisch, der Libelle den Abstand r von 
dem Spiegel zu geben, da der Krümmungsradius der hier brauchbaren Libellen 
zu groß ist. Schwarzschild setzt daher zwischen Spiegel und Auge eine 
Konkarvlinse, die von der Blase ein fünfmal verkleinertes virtuelles Bild erzeugt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.