Rözsa, M.: Über die periodische Entstehung doppelter Temperaturmaxima in den warmen Salzseen, 513
Meter
— Thököly-See
°C. , Spez. Gew.
Meter
Thököly-See
°C Spez. Gew,
0.05 26.1. 1.135 3.0 29.1 1.216
05 29.3 1.152 3.2 29.4 1.216
10 27.4 1.156 4.0 282 1.216
15 28.6 1.162 | . 6.0 24.9 1.215
2.0 28.9 1215
Die Temperaturverhältnisse der warmen Salzseen wurden bei der Erörterung
der ozeanischen Salzablagerungen vielfach berücksichtigt. ;
In seiner genialen Arbeit hat van’t Hoff die Gesetzmäßigkeiten beim
Kristallisieren der salzigen Komponenten des Meereswassers durch Verdunsten
des Lösungsmittels qualitativ und quantitativ dargestellt. Jedoch bringt sein
Kristallisationsschema den Idealfall der Eintrocknung zur Anschauung, der aber
in der Natur vielfach abgeändert vorkommt. Die Annahme der sogar in einer
Höhe von über 70°C vorgeschlagenen Ausscheidungstemperaturen eines Ein-
trocknungsprozesses bereitete mir unüberwindbare Schwierigkeiten, da nach
meinen Beobachtungen zum Bestehen höherer Temperaturen in den Salzseen eine
infolge stationärer Diffusionsprozesse bestehende, kontinuierlich sukzessive Zu-
nahme der Dichtigkeit in den oberen Schichten notwendig ist, ein Zustand, der
einen Eintrocknungsprozeß eben ausschließt. Ich schrieb bereits im Jahre 1911
in meiner erwähnten Arbeit über die warmen Salzseen (Seite 25) wie folgt: „Die
sich stark ‚erwärmenden Salzseen werden in den ‚Arbeiten van’t Hoffs als
‚eintrocknende Salinen« betrachtet. Als wichtiges Korrektivum dieser Auffassung
ergibt sich aus meinen Beobachtungen, daß zur starken Erwärmung der Salzseen
durch Absorption der Sonnenstrahlen eine ständige, kontinuierlich sukzessive
Konzentrationsveränderung der oberen Seeschichten nötig ist. Ein solcher Zu-
stand kann aber nur infolge stationärer Diffusionsprozesse bestehen. Die Be-
dingungen derselben sind die langsame, aber andauernde Verdünnung der Ober-
HNäche und die von unten her oder von den Seitenwänden aus in den See
strömenden Salzmengen.“ In seiner jüngst erschienenen Abhandlung (Zur Physik
der. Salzlagerstätten 1912) wies auch Arrhenius auf den Umstand hin, daß die
Erwärmungserscheinungen der Salzseen die Annahme .hoher Ausscheidungs-
temperaturen im Zechsteinmeere nicht rechtfertigen. Jedenfalls hat aber die
Überlagerung von Salzlaugen verschiedener Dichtigkeit, wie sie in den Salzseen
vorkommt, auch bei dem Mechanismus des Ausscheidungsprozesses ozeanischer
Salzablagerungen eine wichtige Rolle gespielt. So sammelten sich die chlor-
magnesiumreichen schweren Laugen stets in den tiefsten Stellen des Ein-
trocknungsgebietes, und .es traten daher im Rahmen der thermischen und
dynamischen Faktoren Örtliche Differenzierungen der Ausscheidungsprodukte
(Kainit und Carnallit) ein, die in Verbindung mit den thermischen und hydro-
statischen Umwandlungsprozessen abgelagerter Salze zur Mannigfaltigkeit der
Kalisalzlager vielfach beitrugen.)
Zur Theorie der Seemeile.
Von Oberst z. D. vv. Kobbe.
Im Augustheft 1913 der »Ann. d. Hydr. usw.« schreibt Herr Professor
Dr. Hermann Wagner über die »Geschichte der Seemeile«, Seine interessanten
Ausführungen geben auf S, 406 eine Zusammenstellung der theoretischen Möglich-
keiten für die Definition der Minutenmeile, Eine erschöpfende Darstellung ist
dabei nicht. beabsichtigt gewesen, aber eine meiner Ansicht nach : besonders
wichtige theoretische Möglichkeit ist dabei unberücksichtigt geblieben.
1) Über den organischen Aufbau der Staßfurter Salzablagerungen, »Zeitschr, f, Elektrochemie
und angewandte physik. Chemie« (Organ der Bunsengesellschaft), 1913, Nr. 3.
Ann d Hydr usw. 1912. Heft