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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913, 
Die Temperaturveränderungen verlaufen stets parallel mit den Kon- 
zentrationsveränderungen. Das Oszillieren der Temperaturrichtung und die 
Entstehung des zweiten Temperaturmaximums in den oberen Seeschichten sind 
nach meinen Beobachtungen auschließlich dem Umstande zuzuschreiben, daß über 
der kontinuierlich sukzessiven Schichtung der konzentrierten Salzlösungen dieser 
Seen, infolge periodischer Zuflüsse sich verdünnte Salzlösungen ansammeln 
konnten und die Maximalwirkung der einfallenden Sonnenstrahlen daher in 
höhere Seeschichten verschoben wurde, Da die ausgleichenden Wärmeströme 
infolge der kontinuierlichen Zunahme des spezifischen Gewichtes der Salzlösungen 
in ihrer Zirkulationsfreiheit stark beschränkt sind, kann auch das untere Tem- 
peraturmaximum weiter bestehen. 
Bei anhaltend trockenem Wetter sinkt infolge der starken Verdunstung 
der Wasserspiegel, die oberen Seeschichten werden konzentrierter und es ver- 
schwindet daher das obere Temperaturmaximum, So waren nach neun Tagen 
Trockenzeit die Temperatur- und Konzentrationsverhältnisse des Grünen Sees 
die folgenden: 
Meter 
Grüner See 
PC : Spez. Gew. | Kochsalz % 
25,3 051 
2 43.7 . 089 
0 145 „090 
5 47,8 | 1.093 
30 | 541 | 115 
23 ' 49.4 l 1.115 
5 
12,5 
12.5 
13.0 
16.0 
160 
Wo die Verdünnung der Salzseen ein periodischer Prozeß ist, dort kann 
bei trockener Jahreszeit die Abnahme des Konzentrationsunterschiedes so weit 
Fortschreiten, daß sich in der wärmesammelnden Fähigkeit dieser Salzseen zeit- 
weise eine Stagnation einstellt. Andererseits kann der Gleichgewichtszustand der 
periodischen Zuflüsse und der Verdunstung sich auch derart gestalten, daß über 
der konzentrierten Salzlösung der Seen eine solche mächtige Schicht von 
homogener Dichtigkeit entsteht, daß die einfallenden Wärmestrahlen in ge- 
ringer Menge zu den akkumulationsfähigen Schichten gelangen können.) Eine 
ähnliche und vom Gesichtspunkte der Wärmesammlung tote Schicht bedeckt auch 
den Schwarzen See, weshalb derselbe als kalter Salzsee betrachtet wird, wie dies 
auch die Messungsdaten beweisen: 
Meter 
___ Schwarzer See a 
ro C. | Spez. Gew. | Kochsalz % 
05 23.7 1.020 3.0 
) 23.7 1.021 3.0 
2.0 23.5 1.029 4.0 
3.0 22.1 1.142 19.5 
0 19.3 1.182 24,5 
5.0 18.6 1.196 26.0 
Für die Gestaltung der Temperaturmaxima ist auch die Gestaltung des 
Seitengrundes von Bedeutung. Je größere erwärmende Flächen auf dieselbe 
Wassermenge fallen, verhältnismäßig um so größer ist die Temperaturzunahme 
und um so rascher erfolgt auch die Entstehung des zweiten Temperaturmaximums, 
Die mit den periodischen Zuflüssen zusammenhängende periodische Orts- 
veränderung der Temperaturmaxima zeigt eine große Mannigfaltigkeit. So fand 
ich im Thököly-See bei Vizakna das erste Temperaturmaximum in einer Tiefe 
zwischen 3.0 und 3.2 m, während das genetisch zweite Temperaturmaximum un- 
gefähr bei 0.5 m gemessen wurde, 
1) Die 1m starke obere Wasserschicht hält bereits beinahe die Hälfte der einfallenden Wärme- 
strahlen zurück.
	        
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