510 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913,
zwischen dieses und das Azorenmaximum zu liegen kommen,!) also von einem Rücken
hohen Drucks überlagert werden. In größerer Nähe des Kontinentalmaximums sind
dann NO-Winde sehr wohl noch vorherrschend, wie obenstehende Tafel zeigt.
Die Ursache der kalifornischen NW-Winde wurde früher bereits erwähnt. ”)
Im Caraibischen Meere begegnen wir dem eigentlichen Passat. Die Isobaren
verlaufen über dieses und den Golf von Mexiko im allgemeinen von OSO
nach WNW. Juli und August bringen vom Azorenhochdruck her eine Steigerung.
Von September, Oktober an (vgl. oben) macht sich aber der höhere Druck über
dem Osten der Vereinigten Staaten geltend, der die Isobaren über dem Golf gegen
Süden zurückdrängt und dort November— Dezember (Januar) ein starkes N—S$-
Druckgefälle schafft. Warum diesem kein monsunartiger Wind über dem Golf
entspricht, ist oben schon erklärt worden.
Die Isobaren Buchans®) endlich geben uns über das Verhalten des meteoro-
logischen Äquators Aufschluß: Den Windverhältnissen auf Sce entsprechend liegt
dieser im September, Oktober am weitesten nördlich, die Druckrinne verläuft dann
über Costarica und Panama; im November bedeckt sie noch Panama und
Columbien, gehört aber im Dezember schon ganz dem südlichen Kontinent an.
Im April beginnt die Verlagerung nach Norden, so daß der Tiefdruck im Mai
unweit der pazifischen Küste Mittelamerikas liegt und sich nordwärts bis zum
Isthmus von Tehuantepec erstreckt, _ Bereits im Juli befindet sich Costarica und
Panama wieder unter seiner Herrschaft.
Da das südliche Mittelamerika am längsten dem Einfluß des schwachen
Druckes ausgesetzt ist, so ergibt sich für die pazifischen Küstenstationen eine
starke Betonung des zweiten Regenmaximums im Herbst (Oktober). Die No-
vember- (Dezember-) Maxima auf atlantischer Seite daselbst gehören schon den
NO-Passatregen an.
Jedenfalls unterliegt jenes Gebiet niedrigen Barometerstandes auch kürzeren
Verschiebungen, wie das gelegentliche Vordringen der südlichen Winde bis nach
Guatemala verrät,
Näheres über die Unterschiede der Regenverteilung auf atlantischer und
pazifischer Seite findet sich im ersten Teile der bereits genannten Abhandlung
über die Regenverhältnisse Mittelamerikas.*)
Von den thermischen Einflüssen®) interessiert uns an dieser Stelle besonders
derjenige Nordamerikas, Wie Hann im Abschnitt über Westindien erwähnt,
steigen die Isothermen im Winter von W nach O um viele Breitegrade an.°%)
Aber im Januar klingt nach den meteorologischen Karten der Vereinigten Staaten
für den nordatlantischen Ozean bereits im Golf von Honduras jene Einwirkung
ab, wird im folgenden Monat auch im mexikanischen Golf schwächer und ver-
schwindet hier im April vollständig, um erst im Oktober wieder aufzutauchen.
Wir geben zum Schluß noch eine kleine Zusammenstellung von Temperaturen
in annähernd gleicher geographischer Breite aber verschiedener Länge, welche
die Abnahme jenes Kontinentaleinflusses in west-östlicher Richtung zu verfolgen ge-
stattet; dabei sind nur Küstenstationen bzw. solche flachen Landes gewählt worden:
Merida
(Yucatan)
7 Jahre
Habana
25 Jahre
Port au
Prince
292 Jahre
Kingston
18 Jahre
San Juan
(Portorico)
7 Jahre
kältester Monat .......- 21.3 24.4 24.3
wärmster «© 1.1} 207 | 218 | 276
Unterschied ....... 6.4 3.4 3.3
mittleres Jahresminimum ..., 115 ] 118 | 164 [| 168 1} 188
(Nach Hann, Klimatologie II, S. 8321, 348.)
1) Der beide verbindende Rücken höheren Drucks zeigt im Januar gerade hier eine Kin-
schnürung fs. Hann, Lehrbuch der Meteorologie, S, 132).
2 Siehe auch Klimatologie IIT, S. 397,
Siehe auch Klimatologie II, S. 332, ;
Siche S, 497, Anmerk. 9.
Vgl. Mitt, der Geogr. Ges, Hamburg. Bd. XXIV
Khimatolozie II, S. 346.