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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

508 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913. 
langjährigen zuverlässigen Windbeobachtungen abzuhelfen versucht,!) wobei sich 
ergab, daß, wie wir oben auch von Costarica erfuhren, nicht Jahr um Jahr 
die südlichen Winde in gleicher Ausdehnung entwickelt sind, ferner die Zeit 
ihres Auftretens auf die zweite Hälfte der Regenperiode, namentlich.den Oktober 
fällt, was mit den Verhältnissen auf See übereinstimmt. Nach der oben gegebenen 
Beschreibung aus Guatemala sind selbst in diesen Breiten noch südliche Winde 
als Regenbringer für die pazifische Seite von Wichtigkeit, doch dürfte ein guter 
Teil derselben auf örtliche Ursachen zurückführbar sein (Brisen). In einzelnen 
Fällen lassen sich aber selbst hier ausgedehnte südliche Strömungen nachweisen.) 
Südliche Winde werden auch nördlich der Kordilleren, in der Alta Verapaz 
beobachtet, doch sind diese, ohne Beziehung zu den hier besprochenen, durch 
nördlich vorbeiziehende Tiefdruckgebiete hervorgerufen. Wie die, nach den 
Windkarten, über dem Pazifischen Ozean in der Nähe Mittelamerikas selbst 
während des Winters häufigen Stillen begreiflich machen, werden an der Küste, 
soweit sie durch Gebirge genügend geschützt ist (Guatemala, Salvador, auch 
von Costaricea und der Halbinsel Veraguas gilt dasselbe,%) die täglichen Brisen 
vom NO-Passat nicht unterdrückt. In der schönen Jahreszeit setzen Land- und 
Seebrisen regelmäßig ein, und im Gegensatz zu diesen kommen nur Northers 
(Papagayos) zur Beobachtung (Harrington).*‘) Ja im Sommer, wenn der NO- 
Passat am wenigsten entwickelt ist, hält derselbe nach ebengenanntem Verfasser 
zu Greytown, also auf atlantischer Seite, selten die ganze Nacht an, indem 10% N. 
leichte Landbrisen einsetzen; ähnliches wird von Costarica®) gesagt, auch die 
hondurefische Nordküste (Rio Negro) hatte nach einem Berichte im August und 
September ruhige Luft und leichte, veränderliche Winde, Es zeigt sich also 
manchmal schon an der caraibischen Küste; dort, wo die Gebirge einem etwaigen 
Vordringen der ausgedehnten, aber meist schwachen Strömung aus S entschieden 
entgegenstehen, der Passat geschwächt. Ebenso wissen wir aus den im all- 
gemeinen dem Passat ausgesetzten Stationen Campur und Chiacam der Alta 
Verapaz,°) wie dem breiten östlich bis nordöstlich verlaufenden Motaguatale, 7) 
daß dort der Wechsel von Tag- und Nacht-Winden sehr wohl fühlbar ist. Bei 
der west-Östlichen Ausdehnung Mittelamerikas zwischen den Breiten des Fonseca- 
Golfes und desjenigen von Honduras, wie im Hinblick auf die orographischen 
Verhältnisse dieses Gebietes ist das Hervortreten solcher lokalen Eigentümlich- 
keiten nicht zu verwundern, Es erinnert daran, daß schon auf den Großen 
Antillen ähnliches zu beobachten ist und Reid von der NO-Küste San Domingos 
berichtet, daß dort die Winde durch Brisen stark beeinflußt werden.®) Selbst 
auf diesen Inseln, wo von einer Einwirkung der ausgedehnten pazifischen 
S-Strömung im Sommer keine Rede mehr sein kann, und der Passat in der Höhe 
nie die Vorherrschaft verliert, zeigt er sich, was bereits an das Verhalten der 
pazifischen Küste im nördlichen Mittelamerika erinnert, nach Überschreitung des 
Landes örtlich geschwächt bzw. ganz gebrochen.*) Der Einfluß des nordameri- 
kanischen Kontinents im Winter stellt sich in den hier behandelten Durch- 
schnittsangaben sowohl auf See wie an Land (Yucatan) als nicht so groß und 
anhaltend heraus, wie man es bei der gewaltigen Ausdehnung desselben und 
dem Mangel an, den geographischen Breiten parallel verlaufenden, Gebirgs- 
ketten erwarten könnte. Wie an der Ostküste der Vereinigten Staaten sich die 
winterliche Kontinentalströmung viel weniger geltend macht als am gleichen 
Aa 0. 8. 20, 22, 25. 
2) A. a. O. 8. 43, Anm. 5. Starke temporales, in Salvador und Guatemala gleichzeitig auf- 
tretend. In Salvador bringt nach einem Berichte des verstorbenen deutschen Konsuls Herrn Deininger, 
der 31 Jahre in Mittelamerika weilte, immer der SW die Landregen (temporales), 
% Die SW-Küste von Veraguas hat auch im Winter nach Moritz Wagner (a. a. 0.) W-Winde. 
‘) Vgl. 8, 498, Anmerk, !).“ Schilderung der Brisen: Köppen a. a. O., dieselbe ist auch in 
Hanns Klimatologie II, S. 333 wiedergegeben, 
> Köppen. 
“ Sapper a a. O,, S. 114. 
Sapper, Petermanns Mitt., Ergh. 113, S, 37. 
Meteorologische Zeitschr. 1893, S. 67. Auch Porto Rico hat eine nächtliche Landbrise 
Seiten der Insel (Klimatologie II, S. 357). 
Klimatologie II, &. 347. 
auf allen 
3a
	        
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