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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Lottermoser, E,: Beiträge zur Kenntnis der Windverhältnisse über Mittelamerika usw. 501 
gebiete aus. Caraibisches Meer: Bei Britisch Honduras ebenfalls Zunahme nord- 
östlicher Winde; Costarica noch häufig Stillen (23%). — Pazifischer Ozean: 
Bei Guatemala 52%, Stillen, Nicaragua keine vorherrschende Richtung; Costarica 
und nun auch Panama deutlicher Einfluß des SO-Passates, Golf allerdings 41%, 
Stillen. Große Beständigkeit südlicher Winde zwischen 0° und 5° N-Br. 
November. Im Golf ist die Vorherrschaft der Winde aus dem 1. Quadranten 
zwar deutlich, aber nicht mehr in dem Maße ausgeprägt wie im Oktober, ent- 
sprechend an der O-Küste Georgias Winde von allen Seiten mit Ausnahme des 
3, Quadranten; Caraibisches Meer: Der Passat wird nun auch im Süden be- 
ständiger; Nicaragua, Costarica nur noch 8%, Stillen, NO 23%. — Pazifischer 
Ozean: Bedeutende Abnahme der Stillen, bei Guatemala nur noch 17°%,, hier wie 
bei Nicaragua und Panama (vgl. Oktober) Vorherrschaft des NO-Passates, bei 
Panama nur noch 9%, Stillen, Costarica aber noch immer überwiegend Winde 
aus dem 3, Quadranten bei 6%, Stillen! Auf dem Meere dringt in diesem Monat 
das System südlicher Winde am weitesten gegen das südliche Mittelamerika vor. 
Im Norden aber beginnt der NO-Passat sich Geltung zu schaffen, 
Dezember, Westlich der Mississippimündung machen sich nun doch kon- 
tinentale Winde geltend, dem allgemeinen Verhalten der Golfstaaten entsprechend 
weniger östlich derselben. Im offenen Ozean aber kann man zwischen 25° und 
30° kaum von einer vorherrschenden Richtung etwas bemerken, zwischen 30° 
und 35° macht sich Kontinentaleinfluß nur durch Seltenheit der Winde des 
2. Quadranten fühlbar. Campechebai: SO 14%, N 12%; die NO-Winde im 
Caraibischen Meere nun vorzüglich entwickelt, Stillen nur selten (4%), NO im 
südlichen Teile 36%, und 40%. — Pazifischer Ozean: In den küstennahen 
5°-Feldern ist von jenem Verhalten des NO-Passates nichts zu bemerken, zwar 
herrscht er unter den Richtungen von Guatemala bis Panama vor, aber die 
Stillen bleiben häufig: Guatemala 51%/,, Nicaragua 32%, Costarica 35%, — nun, 
da sich das Gebiet südlicher Winde südwärts zurückzieht, werden die des 
4. Quadranten endlich auch hier herrschend, Panama merkwürdigerweise be- 
deutende Zunahme der Stillen 33%. In diesem Monat bemerkt Heiskell 
wieder, daß Northers manchmal im Golf von Mexico und der westlichen 
Caraibischen See auftreten (siehe Januar). 
In vorstehender Schilderung wurde mehr auf das von den Windrosen der 
5°-Felder gebotene allgemeine Bild Wert gelegt, als die einzelne jeweils vor- 
herrschende Richtung und so die der Übersichtlichkeit geopferte Genauigkeit 
der Karten zu ergänzen versucht. Vergegenwärtigen wir uns kurz noch einmal 
die Änderungen, denen die Windverhältnisse im Laufe des Jahres unterworfen 
sind, so finden wir, daß der NO-Passat im Caraibischen Meere das ganze Jahr 
über die Oberhand behält. Er ist im September am wenigsten, im Dezember 
am stetigsten entwickelt. Von Januar bis April zeigt er sich südlich vom Kap 
Gracias ä Dios besser entfaltet als nördlich davon, wo er seiner allgemeinen 
jahreszeitlichen Verschiebung gemäß in den Monaten Juni bis August häufiger 
weht. In letzterem Monat tritt er jedoch auch bei Nicaragua und. Costarica 
sehr oft auf, Der Golf von Mexico nimmt, teils vom Festland, teils von den großen 
Antillen beeinflußt, -die auf den Passat störend einwirken, eine selbständige 
Stellung ein: Schon vom Februar an bis August wehen in seinem nördlichen 
Teile die Winde vorzugsweise gegen die Küste der Vereinigten Staaten zu. Von 
September bis November, namentlich aber im Oktober treten daselbst NO-Winde 
in den Vordergrund, während verhältnismäßig kurze Zeit, nämlich im Dezember, 
schwächer im Januar im nördlichen Gebiete ablandige Winde aufkommen, Gegen 
die Campechebai zu sind die längere Zeit des Jahres hindurch südöstliche 
Richtungen im Übergewicht, nur im‘ Oktober gewinnen jene ausgedehnten 
Strömungen aus NO, die den nördlicheren Breiten, nicht nur des Golfs, eigen 
sind, an Geltung.!) Über den pazifischen Gewässern Mittelamerikas bleiben selbst 
1) Vom Isthmus von Tehuantepec bringen nur drei Monate der meteorologischen Karten An- 
gaben. Danach sind dort nördliche Winde vorherrschend. Im Januar überraschend hänfig Wind- 
stillen 24%, im Mai 42%. Juni 29%.
	        
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