Lottermoser, E;:; Beiträge zur Kenntnis der Windverhältnisse über Mittelamerika usw. 499
Beobachtungen auf Stillen, leichte und veränderliche Winde, blieb aber dennoch
in der Windrose des Originals eine Richtung vorherrschend, so wurde das betr.
Feld durch einen mit diesem Winde fliegenden Pfeil bezeichnet, ließ auch die Wind-
rose keine Richtung als vorherrschend erkennen, so wurde das Zeichen x gesetzt.
Zu den einzelnen Darstellungen ist folgendes zu bemerken:
Januar. . Nördliche Golfküste: Winde von allen Seiten, namentlich N und
SO, nur SSW bis W fehlen, die stärkeren vom Festlande her, an Häufigkeit
aber nur bei Florida merklich überlegen (vgl. Dezember, dem Verhalten der
Südstaaten der Union besser entsprechend); südlicher Golf, wie den größeren
Teil des Jahres über, Ausläufer des NO-Passates, vor Tampico allerdings neben
SO 183% N 12%, Isthmus von Tehuantepec bei 24%, Stillen!) N vorherrschend;
Caraibisches Meer: NO-Passat, am .beständigsten an der N-Küste Südamerikas,
— Pazifischer Ozean: Bei Salina Cruz 33°, Stillen und Winde aus dem 1. und
4. Quadranten, die nördlichen am kräftigsten, gegenüber der guatemaltekischen
Küste 40°, Stillen, sonst Winde aus dem 1, Quadranten; in der Nähe der Küste
von Nicaragua deutliches Überwiegen der Winde des 1. Quadranten NO 17%,
NNO 16 %, (Passat), häufig aber auch Stillen (25°); bei Costarica und Panama:
Grenzgebiet zwischen den beiden großen Windsystemen, Stillen bis zu 34%; Golf
von Panama bei 27%, Stillen 26%, NNW! : Abgelenkter NO-Passat. In der Be-
schreibung, die Henry L. Heiskell den monatlichen »Meteorological charts« bei-
gibt, heißt es: »Northers« kommen manchmal im Golf von Mexiko und der
Küste entlang südwärts bis Colon (!) vor. Diesen heftigen Winden?) geht im
allgemeinen leichtes Fallen des Barometers voraus, aber der Wind selbst wird
von raschem Steigen desselben begleitet.*) Wie dieser Wind den Isthmus von
Tehuantepec überschreitet und noch weit in den Stillen Ozean vorzudringen
vermag, findet sich eingehend in Hanns Klimatologie geschildert‘). Im offenen
Meere treffen wir wieder den NO - Passat und südlich von 5° n. Br. den
SO-Passat an, der in der Nähe des südamerikanischen Festlandes unter dessen
Einfluss andere Richtung annimmt.
Februar. Nördlicher Golf: Der Abnahme des Luftdruckmaximums über
den Südoststaaten entsprechend werden dem Festlande zuwehende Winde häufiger;
südlicher Golf: ähnlich wie Januar; Caraibisches Meer: desgl. — Pazifischer
Ozean: gegenüber von Guatemala 35%, Stillen, NO häufigste. Richtung 14%;
bei Nicaragua 28° Stillen, Passat etwas häufiger ‚anzutreffen; Costarica 32%,
Stillen, sonst Winde aus 1, und 4. Quadranten; Golf von Panama bei häufigen
Stillen {21° %) wieder nördliche. Winde stark überwiegend, N rund: 20%,.5) Im
offenen Meere weicht der SO-Passat südwärts zurück. — Norther wie Januar.
März. Nördlicher Golf: Windverhältnisse ähnlich wie Februar; südlicher
Golf: SO-Wind in der Campechebai sehr häufig, vor Tampico OSO 23%);
Caraibisches Meer: erste Anzeichen des Nachlassens der Passatwinde, geringe
Zunahme der Stilen. — Pazifischer Ozean: Windstillen in Küstennähe noch
häufiger als im Februar. Bei Guatemala 43°, Nicaragua 35°%,, Costarica 40°,
Panama 26%. Unter den Richtungen Passat vorherrschend, dieser im Golf
von Panama wieder abgelenkt: NW 23°. Im offenen Meere liegt die N-Grenze des
SO-Passates. nun am weitesten südlich, dasselbe gilt von der S-Grenze des
NO-Passates. — Northers treten in diesem Monat noch gelegentlich auf,.
April, Nördlicher Golf: Ahnlich wie März; südlicher Golf: Wieder Winde
des 2. Quadranten vorherrschend; jedoch weniger stark als im März; Caraibisches
Meer: Wenig Anderung, Passat bei Punta Gallinas besonders stetig: Gebiet
seiner größten Beständigkeit rückt wieder nordwärts. Hemmung desselben durch
die großen Antillen hier deutlich erkennbar. — Pazifischer Ozean:. Die Stillen
werden immer häufiger: Guatemala 44°, Nicaragua 39%, Costarica 489%,
Hier der Kürze halber immer für »Stillen, leichte und veränderliche Winde« gesetzt.
: »Gale« steht zwischen Brise und Sturm.
*) Ursache hierfür sind die obengenannten Zyklone, denen eine Antizyklone folgt.
” Bd. II, S. 328, 329, ferner Köppen a. a. 0. ;
*; Selbst in dem Gebiete 75° bis 80° W-Lg., 0° bis 5° N-Br. bei 30%, Stillen noch über-
wiegend N 189%.
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