Kleinere Mitteilungen. — Neuere Veröffentlichungen.
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durch S. M. S. »Panther«, Hiermit konnte etwa der vierte Teil der Küste als
vermessen gelten.
1911 langte S. M. Vermessungsschiff »Möwe« auf dem Vermessungsgebiete
an, und nun begann eine 13 Monate dauernde intensivste Tätigkeit, Das Schiffs-
kommando arbeitete stets in engster Fühlung und ausgiebigster Unterstützung
mit dem Kaiserlichen Gouvernement, um die Vermessungsgebiete nach Maßgabe
und Reihenfolge der sich geltend machenden jeweiligen wirtschaftlichen Be-
dürfnisse aufzunehmen. Die Küste von der Empfängnisbucht bis Reutersbrunn
wurde von einem Landmesser des Gouvernements, die Küste von Swakopmund bis
zur Oranje-Mündung von einzelnen Vermessungsdetachements S. M. S. »Möwe«
trianguliert und die Seevermessung hieran angeschlossen. Nur auf einer 20 Sm
langen Strecke zwischen Reutersbrunn und Sylvia-Hügel konnte die Küste wegen
ihrer völligen Unzugänglichkeit nicht ordnungsmäßig trianguliert werden und
mußte daher durch eine sogenannte »flüchtige« Vermessung von See aus auf-
genommen werden, Unbegehbar für die deutschen Vermessungsdetachements blieb
auch das englische Küstengebiet der Walfischbucht und mußte daher auch hier
auf eine Vermessung von See aus zurückgegriffen werden,
Abgesehen von diesen beiden Stellen kann jetzt das ganze Gebiet vom
Kreuzkap bis zum Oranje als ordnungsmäßig vermessen gelten.
Die Schiffahrt wird den größten Nutzen aus den. Lotungen ziehen; ihre
Häufigkeit ist bis zur 100 m-Linie dem Genauigkeitsgrade der Festlegung des
Küstenverlaufes angepaßt. Im triangulierten südlichen Teile sind die Tiefen-
angaben häufiger als nördlich des Kreuzkaps. Die gesamte Küstenlinie vom
Oranje bis Kuene wurde so nahe wie irgend möglich längs der sich markierenden
Brandung abgefahren, im allgemeinen auf der 10 m-Linie. Es sollte dadurch
auch vermieden werden, daß Steine und flache Stellen in der Nähe der Küste,
die sich durch Brandung zu verraten pflegen, übersehen wurden. An der ganzen
Küste entlang wurden alle 15 Sm die Lotungslinien bis zum Erreichen der Tiefe
von 200 m ausgedehnt,
Die eng ausgelotete Fläche beträgt 2900 Quadratseemeilen, das mit weit-
maschigen Lotungslinien bedeckte Seegebiet umfaßt 15000 Quadratseemeilen.
Die Arbeitskarten S. M. S. »Möwe« befinden sich z. Zt. in der Bearbeitung
und kann Anfang 1914 mit der Herausgabe neuer deutscher Seekarten für dieses
Gebiet gerechnet werden.
Der nördliche Teil der Küste vom Kreuzkap bis zur Kuene-Mündung, also
der vorläufig noch bedeutungsloseste Küstenstrich, konnte nur von See aus ver-
messen werden, da hier die Küste keinerlei Landungsmöglichkeiten bietet. Immerhin
aber ist diese nur flüchtige Vermessung der Strecke erfreulich genau und stellt
eine erhebliche Verbesserung der bisherigen Seekarten dar. Bt.
Neuere Veröffentlichungen. -
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.‘
R. Börnstein: Leitfaden der Wetterkunde, Dritte, umgearbeitete und ver-
mehrte Auflage. Mit 55 Abbildungen im Text und 26 Tafeln. 8°. 270 Seiten.
F. Vieweg & Sohn. Braunschweig 1913, © 8.00 M.
Der Umstand, daß der Leitfaden seit seinem ersten Erscheinen im Jahre 1901 jetzt bereits seine
dritte Auflage erlebt, spricht genügend für den Anklang, den das Buch in weiten Kreisen gefunden hat.
Für den kürzlich verstorbenen verdienstvollen Verfasser ergab sich daraus die Berechtigung,
die ganze Anlage des Buches auch weiter beizubehalten, Dagegen ist der Inhalt der einzelnen Kapitel
selbst unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse mit großer Sorgfalt umgearbeitet und er-
weitert worden. Die Anzahl der gut ausgeführten, zahlreichen Tafeln wurde besonders durch Wolken-
bilder sowie durch eine Übersichtskarte über den norddeutschen öffentlichen Wetterdienst noch vermehrt.
Geblieben ist der vorliegenden Auflage die anschauliche, allgemein verständliche Darstellung,
die auf schwierige theoretische Ableitungen verzichtet, aber durch genügende Literaturangaben doch
demjenigen die Wege weist, der tiefer in die meteorologische Wissenschaft eindringen will.
So können wir uns auch für diese dritte Auflage dem Wunsche anschließen, den der Verfasser
von Anfang an seinem »Leitfaden« :mit .auf den Weg ‚gegeben hat: vorzugsweise Leser zu finden, »die
der .Wetterkunde bisher fernstanden und für sie gewonnen werden sollen«. »Dem Fachmeteorologen
wird die . Zusammenstellung der in den verschiedenen Ländern vorhandenen Wetterdienste, will-
kommen sein«. Mey.
Ann. d. Hydr. usw. 1913, Heft IX.