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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Der Weg zwischen Kap Melville und der östlichen Einfahrt zur Torres-Straße, 479 
Die Pandora-Durchfahrt liegt günstig für Schiffe, die aus irgendeinem 
Grunde so weit nach Lee gekommen sind, daß sie die Einfahrt beim Raine- 
Eiland nicht mehr erreichen können. 
An- und Einsteuerung. Die Sandbank an der Südostseite der Einfahrt zur 
Pandora-Durchfahrt, die deutlich auszumachen ist, umfahre man in etwa */, Sm 
Abstand, bis sie rw. 50° (mw. NO) peilt und laufe dann auf 24 bis 37 m (13 bis 
20 Fad.) Wassertiefe südwestwärts, die Sandbank in rw. 50° (mw. NO) -Peilung 
haltend. Ist man frei von den Riffen 2 Sm innerhalb der Einfahrt, so steuere 
man auf nordwestlichem Kurse auf die nördlichste, spärlich bewachsene Sandbank 
(11° 19.5’ S-Br. und 143° 48.5’ O-Lg.) zu, Von hier kann man dann fast direkten 
rw. 300° (mw. NWzW2#/,W)-Kurs nach Mount Adolphus auf der Adolphus-Insel 
steuern, doch ist bei Benutzung dieses Weges große Vorsicht geboten, 
Gut geschützten Ankerplatz auf 20 bis 22 m (11 bis 12 Fad.) Wassertiefe 
über Korallen- und Sandgrund findet man in Lee des Great Barrier-Riffes etwa 
1 Sm südwestlich von der Sandbank an der Südostseite der Einfahrt zur Pandora- 
Durchfahrt. Für Schiffe, die spät am Tage hier ankommen, ist es besser, hier 
zu ankern, als bei anbrechender Nacht in Fahrt zu bleiben, 
Olinda-Durchfahrt. Die 1 Sm breite Olinda-Durchfahrt liegt etwa 21 Sm 
nördlich vom Raine-Eiland. Sie ist gut gekennzeichnet durch das ununterbrochene 
Riff nördlich von ihr. Die Durchfahrt ist noch nicht vermessen und daher nicht 
zu empfehlen, wenn man nicht durch starke Versetzung nach Lee gezwungen 
wird, sie zu benutzen, Verschiedene gefährliche Untiefen liegen innerhalb der 
Einfahrt. Am Vormittag kann man mit gutem Ausguck von oben ziemlich sicher 
einlaufen, nachmittags ist die Sonne zu weit nach vorn gerückt und behindert 
das Ausmachen der Untiefen. Beim Einlaufen halte man dicht an die Riffe 
heran, die an der Nordseite der Durchfahrt liegen. - 
Gezeiten, Gezeiten- und Oberflächenstrom. Die Hafenzeit für Raine-Eiland 
ist 8b 11min, die Hochwasserhöhe bei Springtide beträgt 2.7 bis 3.4 m. Der Flut- 
strom setzt durchschnittlich 7 Stunden nach Westen, der Ebbstrom 5 Stunden 
nach Osten. Im allgemeinen kann man sagen, daß bei Voll- und Neumond um 
gb 30min oder 10% der Flutstrom nachläßt und Stauwasser eintritt. Nipptiden 
machen sich manchmal kaum bemerkbar, die Gezeitenströme sind dann unregel- 
mäßig in Richtung und. Stärke. Zur Zeit des SO-Passates setzt auch gewöhnlich 
Oberflächenstrom mit 1 Sm Geschwindigkeit in der Stunde nordwärts längs des 
Great Barrier-Riffes und nordwestwärts durch die Einfahrt beim Raine-KEiland. 
In der Blackwood-Durchfahrt sind die Gezeiten unregelmäßig, der Flut- 
strom setzt nach Westen, der Ebbstrom nach Osten mit 1*/, bis 2 Sm Geschwin- 
digkeit in der Stunde. Zur Zeit des SO-Passates kann man auch noch neben 
den Gezeitenströmen nach Norden setzende Oberflächenströmung von 1 Sm Ge- 
schwindigkeit in der Stunde in Rechnung ziehen. 
Great North-East-Durchfahrt. Die Große Nord-Ost-Durchfahrt erstreckt 
sich von Bramble Cay an ihrer nordöstlichen Einfahrt (9° 8’ S-Br. und 143° 52’0-Lg.) 
in südwestlicher Richtung etwa 100 Sm weit bis zu den Harvey-Klippen (10° 19’ S-Br. 
und 142° 41’O-Leg.). Sie ist verhältnismäßig rein und breiter als die südlicheren 
Durchfahrten und kann das ganze Jahr hindurch von Segelschiffen befahren 
werden, weil sie immer günstigen Wind haben. Die Schiffe können auch den ganzen 
Tag in Fahrt bleiben, da auf den südwestlichen Kursen blendendes Sonnenlicht 
das Ausmachen der gefährlichen Stellen nicht hindert. Mit stetigem Wind kann 
man einen großen Teil der Durchfahrt auch bei klarer Nacht befahren, da das 
dunkle Laubwerk auf den zahlreichen Inseln stark von dem. weißen Sandstrand 
absticht und die Inseln dadurch schon aus 3 bis 4 Sm Abstand davon deutlich 
auszumachen sind. Sollte das Wetter böig oder unsichtig werden, so kann man 
überall in der Durchfahrt ankern, besonders in Lee von den Inseln und Riffen, 
Zwischen der Bligh-Einfahrt und dem Warrior-Riff und nördlich von der Mount 
Adolphus-Insel können Schiffe unter Beachtung der nötigen Vorsichtsmaßregeln 
während der Nacht auch beidrehen, um die Reise in dem engeren Fahrwasser 
am Tage fortzusetzen.
	        
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