Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1913.
Der Weg zwischen Kap Melville und der östlichen Einfahrt
zur Torres-Straße.
(Amtlich,) [Schluß.]
Ankerplätze innerhalb des Great Barrier-Riffes. Zwischen Kap Melville und
Kap Grenville sind zahlreiche Ankerplätze; man findet fast überall an der Nord-
westseite der Riffe Schutz. Es wird jedoch empfohlen, nicht zu nahe bei den
Riffen zu ankern, da am Rande der Riffe der Gezeitenstrom mit größerer Ge-
schwindigkeit setzt und gewöhnlich tieferes Wasser ist, als !/„ Sm von ihnen ent-
fernt. Bei vorgerückter Tageszeit und frischer Brise sollte man auch lieber bei
Night-Eiland ankern und nicht weiter nach Norden laufen, da die Ankerplätze
zwischen dieser Insel und den Piper-Inseln ziemlich ungeschützt sind, Auch wird
ein Schiff, das bei Tagwerden von Night-Eiland abfährt, vor Dunkelwerden leicht
die Piper-Inseln oder die Margaret-Bucht westlich von Kap Grenville erreichen.
Bei Night-Eiland (13° 11’ S-Br. und 143° 34’ O-Lg.) findet man guten
Ankerplatz auf 11 m (6 Fad.) Wassertiefe über Tongrund, von wo das Mangroven-
inselchen am Nordende der Insel rw. 65° (mw, N0z0?3/, 0), !/, Sm entfernt peilt.
Wenn man vom Süden her den Ankerplatz ansteuert, muß man in gutem Abstand
von dem Riff an der Nordwestseite der Insel bleiben. Mit SO-Winden ist es für
Segelschiffe schwierig, den Ankerplatz anzulaufen,
An der Westseite der Insel Restoration (12° 37’S-Br. und 143° 27’ O-Leg.)
finden kleine Schiffe zur Zeit des SO-Passates nördlich von dem Sandsteert an
der Westseite der Insel Ankerplatz auf 6.4 m bis 7.3 m (3'/, bis 4 Fad.) Wasser-
tiefe über gut haltendem Grund. Wenn man vom Norden her den Ankerplatz
ansteuert, so halte man Red Hill in rw. 202° (mw. SzW1/,W)-Peilung in der Mitte
zwischen dem Sandsteert und Kap Weymouth, bis Aylen Peak mit der Double-
Klippe in rw. 292° (mw. WNW!/„W)-Peilung in Linie ist. Ganz kleine Fahrzeuge
können auch Aylen Peak mit dem äußersten Ende von Kap Weymouth in Linie
bringen, müssen aber soweit wie möglich drinnen ankern, um aus der Strom-
kabbelung am Nordende der Insel heraus zu sein. Leichte Dünung ist immer
vorhanden.
Bei den Piper-Inseln (12° 15’ S-Br. und 143° 14’ O-Lg.) findet man
irgendwo in Lee der Riffe einen Ankerplatz, der beste bei SO-Winden ist 3 bis
5 Kblg nördlich von Farmer-Eiland. Der Grund besteht aus weichem Schlick
und abgestorbenen Korallen.
Guten Ankerplatz findet man der Nordwestseite der Home-Inseln
(11° 59’ S-Br. und 143° 16’ O-Lg.) auf 18 bis 20 m (10 bis 11 Fad.) Wassertiefe
in den Peilungen: Höchste Erhebung der Perry-Insel in rw. 184° (mw. S*/2O)-
Peilung in Linie mit dem südlichen Gipfel auf der Gore-Insel und die Nordhuk
der Harvey-Insel in rw. 109° (mw. 0SO3/,O)-Peilung in Linie mit der Südhuk
der Clerke-Insel. Kleine Schiffe können auch auf 13 bis 16 m (7 bis 9 Fad.)
Wassertiefe 1!/, Kblg vom Riffe der Perry-Insel entfernt ankern. Sie können auf
der Deckpeilung der höchsten Erhebung der Perry-Insel und des südlichen Gipfels
auf der Gore-Insel so lange südwärts laufen, bis das Nordende der Harvey-Insel
mit dem Gipfel der Clerke-Insel in Linie kommt,
In der Margaret-Bucht, westlich von Kap Grenville (11° 58’ S-Br. und
143° 15’ O-Lg.) liegen große Schiffe etwa 1 Sm westlich von der Sunday-Insel
auf 13 bis 15 m (7 bis 8 Fad.) Wassertiefe ziemlich ruhig vor Anker. Nahe bei
der Insel zu ankern ist nicht empfehlenswert, da sie zu klein ist, um Schutz zu
gewähren, und die Gezeitenströme in Lee der Insel unruhige See verursachen,
Kleine Schiffe finden den meisten Schutz im östlichen Teil der Margaret-
Bucht. Beim Anlaufen dieses Ankerplatzes halte man Hume Hill, die zweite Er-
hebung innerhalb der Westhuk der Water Hole-Bucht, in rw. 131° (mw. SO 3/, O)-
Peilung mit Highgate Hill, der höchsten Erhebung von Kap Grenville in Linie,
bis der nördliche Ausläufer des Kaps rw. 95° (mw. OÖ) peilt; dann ankere man
auf 5.5 m (3 Fad.) Wassertiefe. Schiffe mit weniger Tiefgang als 3,0 m (10)
können noch weiter unter Land laufen, doch keinesfalls so weit, daß die Nob-
Insel durch Kap Grenville verdeckt wird. dJe dichter man bei der Westseite der