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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Hessen, K,: Über die einheitliche Bearbeitung der Gezeitenerscheinungen in der Deutschen Bucht, 453 
Sicherheit zu bestimmen, und daß auch der Nachteil der amerikanischen Methode 
aufgehoben ist. Denn mittlere Niedrigwasserhöhe und mittlerer Tidenhub sind 
immer sehr genau bekannt, viel genauer jedenfalls als die gleichen Werte für 
die Springzeit, wenn man.den gleichen Beobachtungszeitraum ins Auge faßt. 
Nimmt man den Faktor !/; für die Deutsche Bucht, so ergibt sich, daß das 
Kartennull nach der neuen Methode für die einzelnen deutschen Häfen an der 
Nordsee um folgende Beträge tiefer liegt als mittleres Springniedrigwasser: 
Bremen. . . . 0.16m Hamburg . . . 0.24 m 
Bremerhaven . . 0.35 Helgoland. . . 0.24 
Brunsbüttelkoog. 0.35 Husum, . . . 026 
Brunsbausen . . 0.34 Norderney. . . 0.18 
Cuxhaven . . . 0.24 Tönning . . . 0.36 
Emden. . . . 031 Wilhelmshaven . 0.31 
berechnet nach den Angaben der Gezeitentafeln für das Jahr 1914, 
während es bei der bisherigen Art bei allen Häfen um 0.30 m tiefer als 
mittleres Springniedrigwasser lag. Für die Praxis und die Seekarten geben die 
ermittelten Werte also eine ausreichende Sicherheit, als Vorteil kommt bei der 
neuen Berechnungsart hinzu, daß die Größe des Tidenhubs auf die Sicherheits- 
größe einen Einfluß hat. Bisher war diese bei Wilhelmshaven mit 3,59 m Tiden- 
hub dieselbe wie bei Bremen mit 1.42 m Tidenhub, obwohl auf der Hand liegt, 
daß, je größer der Tidenhub, desto größer auch die Gefahr ist, daß die Wasser- 
stände gelegentlich unter die konstante Sicherheitsnullinie heruntergehen, Rechnet 
man dieselbe Tabelle mit neueren Werten für das mittlere Springniedrigwasser, 
die erst in die Gezeitentafeln für das Jahr 1915 aufgenommen werden können, 
so ergibt sich: 
Bremen. . . . 0.17m 
Bremerhaven , . 0.42 
Brunsbüttelkoog . 0.39 
Brunshausen , . 0.38 
Oushayen. . . 032 
Die neuen Werte sind aus sämtlichen Springniedrigwassern, mittleren 
Niedrigwassern und mittleren Tidenhüben von achtjährigen Aufzeichnungen der 
selbstschreibenden Pegel berechnet worden. Für Helgoland, Husum und Tönning 
lag mir das Beobachtungsmaterial nicht vollständig vor, daher sind diese Häfen 
fortgeblieben. Für Bremen ist nunmehr die Sicherheitsgröße etwa %/, so groß 
als für Wilhelmshaven, ganz entsprechend dem Verhältnis der mittleren Tiden- 
hübe 1.42 zu 3,59, Man ersieht den Vorteil der neuen Berechnungsart aber ganz 
besonders deutlich, wenn man die Bestimmungen des Kartennull der einzelnen 
Jahre nach den beiden Methoden miteinander vergleicht. Nach der bisherigen 
Methode berechnet, schneidet das Kartennull die einzelnen Pegel (um die Ver- 
gleichbarkeit zu erhöhen, sind die Angaben auf die Pegelnullpunkte bezogen) im 
Mittel der Jahre 1902/1909 in: 
Bisheriye Methode. 
1902 
m 
Bremen. , . —— 
Bremerhaven. . —0.13 
Brunsbüttel . .‘ —1.67 
Brunshausen . .' +0,27 
Cuxhaven . . . +1,64 
Emden, . . .:! Lie 
Hamburg. . . ‚8 
 Nordemnet .„.00.] —2.70 
Wilhelmshaven ‚| —+ 0.10 
1908 
m 
— 1.76 
—0.10 
— 1.60 
+0,31 
41,67 
—3.28 
42,92 
—258 
1.010 
1904 
m 
—2.02 
—0.10 | 
— 1.61 | 
4.0.34 
11.64 
— 3,33 
2.7 
66 
006 
1905 
m 
—1,68 
—0.04 
— 1.51 
+0,39 
41.73 
zB 
2. 
7555 
1019 
1998 | 1007 | 
71908 
m 
— 1,53 
— 0.13 
3 
te 
—3.27 
+2,83 
— 2.64 
1010 
m m 
—1.97 —202 
0.24 —0.08 
1.70 —1.60 
0.33 40.38 
T 1.54 . 4165 
3.44 | —322 
492.73 | +2,70 
2.76 | — 2.59 
4002 14017 
1909 
m 
— 1.96 
—0.20 
—1,66 
+0,33 
+1,56 
—3,35 
42.62 
—275 
0.08 
Nach der neuen Methode ergeben sich folgende Werte der Schnittpunkte 
des Kartennull mit den einzelnen Pegeln:
	        
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