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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Wagner, H.: Zur Geschichte der Seemeile. 
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een seker ghetal van woorden ende laet u lijntken uytloopen soo hart alst schip 
is voortgaende ende u minuytglas ofte ghetal van woorden geeyndicht wesende, 
haelt dan u bloc in ende metet hoe veel vadem gy uyt gehadt hebt, ist vijten- 
twintich vadem, so multipliceert 25 met 220 (sic), so sal daeruyt comen drie 
duysent vadem (ende zijnde min oft meer vademen na bevaemt) ende eene 
duytsche myle is 3125 (sic) vadem, also dat u scheeps wech sal wesen 152 (sie) 
vadem min dan eene duytsche myle...« 
Man sieht leicht, daß die Stelle zwei derbe Druckfehler enthält, Statt 220 
ist 120 zu lesen, so daß alsdann 25120 richtig 3000 Faden ergibt. Das hat auch 
Breusing berichtigt. Dagegen läßt sich nicht mit Sicherheit entscheiden, ob 3152 
statt 3125, oder 125 statt 152 zu lesen ist!), wahrscheinlich muß 3125 in 3152 
verwandelt werden, da in den Ausgaben von 1601 und 1605, wie ich nachgeprüft 
habe, statt der Ziffern (152) die Worte »hondert tween en vijftich« stehen. Nach 
diesen einfachen Korrekturen lauten die Worte Waghenaers erst verständlich. 
Er sagt: »Wenn 25 Faden der Logleine in '/,„7 Zeit (d.h. einer halben Minute) 
durch. die Hand gegangen sind, so hat das Schiff in einer Stunde 3000 Faden 
zurückgelegt; da eine deutsche Meile 3152 Faden mißt, so hat also das Schiff 
152 Faden weniger als eine deutsche Meile gutgemacht.« Wir erfahren hieraus, 
daß Waghenaer 1598 
die duytsche Myle = 3152 Faden 
annimmt. Das wahrscheinlichste ist, daß er darunter. Amsterdamer Faden ä 6 Fuß 
verstand, der Meile also 18912 Amsterdamer Fuß gab. Das läßt sich, wie ich 
glaube, gut auf indirektem Wege beweisen. Wie kommt Waghenaer dazu, der 
Knotenlänge 25 Faden zuzuteilen, während die Engländer wahrscheinlich auch 
schon am Ende des 16. Jahrhunderts, wie noch weit ins 17. hinein, ihr nur 
7 Faden gaben? Die Knotenlänge von 7 Faden (= 21 Fuß) während ‘'/,„„ der 
Stunde laufend, gab die in der Zeit von einer Stunde vom Schiff zurückgelegte 
Fahrt in Seamiles an, die man, wie oben dargelegt, um das Jahr 1600 zu 
5000 engl. Fuß annahm. Wer nun nach einem weit größeren Meilenmaß rechnete, 
wie es. bei den Holländern (Niederdeutschen) üblich war, mußte also entweder 
die Knotenlänge für die halbe Minute verlängern oder bei gleich angenommener 
Knotenlänge den Zeitraum, für welche die gegißte Wegestrecke galt, entsprechend 
vergrößern. In der Tat geschah das letztere bei den nordischen Seevölkern mit 
ihren. größeren Seemeilen später durchweg. Der mittels der Logge gegißte Weg 
galt bei ihnen nicht für den in einer Stunde, sondern .in einer »Wache von 
4 Stunden« zurückgelegten Weg ($ 33). Zu Waghenaers Zeit verfuhr man 
jedoch offenbar nicht so, sondern. verlängerte statt dessen die Knotenlänge. 
Der Amsterdamer Fuß verhielt sich nach genaueren späteren Bestim- 
mungen zum englischen, wenn wir die Meterwerte zum Vergleich heranziehen, wie 
0.2831 m : 0.3048 m = 100 : 107.7, 
wenn man die Vergleiche von Snellius von 1615 zu Rate zieht, wie 
904:: 968 = 100 : 107. 
Nehmen wir statt dessen an, daß Waghenaer das Verhältnis 100 : 106 
zugrunde gelegt hätte, die englische Seemeile von 5000’ daher zu 5300 Amster- 
damer Fuß rechnend, so folgt aus dem Verhältnis der Knotenlänge oder der 
Proportion . 
7:25= 5300: x 
für die Länge der »duytschen Myle = 18 930 Amsterdamer Fuß = 3155 Faden also 
eine der überlieferten Ziffer von 3152 Faden sehr nahe kommende Länge, Jedenfalls 
steht fest, daß, weil 1 Amsterdamer Faden etwa = 1,7 m®) groß war, die »duytsche 
Myl« um das Jahr 1600 etwa 
= 3152.1,7m=5358m 
maß, also kaum die Größe der heutigen Lieue marine (5556 m) erreichte. - 
Bei dieser Sachlage könnte man gegen die früher ausgesprochene Behaup- 
1) Breusing setzt 3725, eine Zahl, die in keiner der drei Ausgaben steht, und 150 statt, 152. 
23 Nohack. Münz-, Maß- und Gewichtsbuch. Leipzig 1858. SS. 31.
	        
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