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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

146 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1913. 
sischen Akademie von 1672 (d. h. also die von Picard) dem Erdgrad 57 060 Toisen 
gegeben habe, woraus folge, daß die Lieue marine 
2853 Toisen oder 17118 Fuß 
messe. Wann und wo Freözier dies dargelegt hat, ist mir nicht bekannt, viel- 
leicht in »Relation du voyage de la mer du Sud aux cötes du Chily et du Perou 
fait pendant les annees 1712—14. Paris 1716«. Ich entnehme den Hinweis auf 
Frözier einer italienischen Übersetzung der Elements de l’Art nautique von 
Pöre Pezenas, 5. J., Professeur royal d’Hydrographie ä Marseille (Elementi 
dell’Arte nautica; Livorno 1754, p. 74). Frezier knüpft ebenso wie Norwood 1636 
(vgl. 8 14) an der Logge an: »I nostri Naviganti (das sind also wohlver- 
standen die Franzosen) sono avvezzi a non dare se non 41 piedi 8 polliei per 
nodo, 0 sia terzo di Lega, facendo la Lega Marina di 15000 piedi Francesi; 
nel che s’ingannano all’ingrosso; se un grado & 57060 Tese, e la Lega Marina 
& 2853 di quelle del Castelleto di Parigi, come i Signori dell'’Accademia delle 
Scienze Yhanno misurata par ordine del Re nel 1672. Perche seguitando questo 
calculo la Lega essendo 17118 piedi, la linea del Lock dovrebbe avere par 
eiaschedun nodo, rispetto all’Orologio di trenta secondi, 46 piedi, 6 polliei 
et 7 linee,« 
Erst nach Erkenntnis des größeren Wertes der Seemeile fallen alle diese 
Widersprüche fort. Die Geschichte der Lieue marine und Sea-league fällt nun mit 
der der Nautical Mile zusammen und braucht uns also nicht weiter zu beschäftigen. 
In England trifft man heute nur selten auf die Sea-league, in Frankreich häufiger 
noch auf die Lieue marine von rund 
5556 m. 
13. Die deutsche Seemeile. 
31. Die Meile, 15=1°, tritt als Streckenmaß zur See wesentlich nur im 
Bereich der niederdeutschen Schiffahrt auf. Die Holländer nannten sie »de 
duytsche myl« und die französischen Nautiker pflegten fast nur von den Milles 
hollandaises (15 = 1°) zu sprechen, Wir geben ihr heute rund 7420 m. 
Es läßt sich jedoch auch für diese große Seemeile nachweisen, daß ihr 
früher ein weit kleinerer Wert beigelegt ward. Zu diesem Zweck muß vor allem 
die nautische Literatur der Holländer durchmustert werden. 
Da sei zunächst daran erinnert, daß W, Behrmann!) an der Hand der 
alten niederdeutschen Seebücher auf kartometrischem Wege nachgewiesen hat, 
daß sich aus den Distanzangaben des ältesten uns erhaltenen Seebuches rund 
5.31 m, aus den sogenannten »Seekarten« des 16. Jahrhunderts 6.71 m, aus 
Waghenaers Seespiegel usw. 7.24 m als mittlerer Wert für die »Mylen« ergibt; 
also eine steigende Tendenz gibt sich unzweifelhaft kund. 
Aber wichtiger sind für unseren Zweck bestimmte Angaben, zu wieviel 
Fuß, Faden, Ruten usw. man etwa diese »Mylen« zu verschiedenen Zeiten annahm. 
Die absoluten Werte finden sich allerdings nur selten berührt. 
32. Von besonderer Bedeutung scheint mir in dieser Hinsicht ein kurzer 
Passus aus Lucas Jansen Waghenaers Enchuyser Zeecaertboeck vom Jahre 1598 
zu sein, Es ist die Stelle, in der er auf die Logge hinweist in einer Form, die 
uns zuerst etwas stutzig macht, bei eingehender Analyse aber besonders beweis- 
kräftig für unsere Behauptung ist. Schon A. Breusing”®) hat 1890 auf die Stelle 
hingewiesen; sie gilt ihm als eine der frühesten Erwähnungen der Logge, nur 
gibt er sie, was die Zahlen betrifft, so entstellt wieder, daß man daraus nichts 
entnehmen könnte. Die Worte lauten in der Originalausgabe 1598 wie folgt: 
»Item om nu sekerlijken te weten u scheeps wech ofte voortganc, so doet aldus: 
Laet een bloc achter uyt dryven met een dun lijntken als dan nu het voor- 
schreven bloc uyt de weerstroom is, so laet u minuytglas loopen ofte spreeet 
1) Über die niederdeutschen Seebücher des 15. und 16. Jahrhunderts. Mitt, d. Geogr. Ges. 
und Hamburg, Bd. XXI 1906, S. 118. 
?) Die nautischen Instrumente usw., Bremen 1890. &. 28.
	        
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