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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1913,
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
stärke (Beaufort)
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Bei meist um 1 bis 2 mm zu hohem mittleren Barometerstande war die
Witterung im Monat Juni an der deutschen Küste im Durchschnitt ziemlich kühl
und vorwiegend regenarm. Die registrierten Windgeschwindigkeiten wichen nicht
erheblich von den normalen ab; die vorherrschende Windrichtung war die süd-
westliche bis nordwestliche. Nebel wurde äußerst selten beobachtet. Tage mit
heiterem Wetter waren der 1. bis 4. an der östlichen Ostseeküste, am 3. und 4.
auch an der westlichen, ferner der 15. bis 18, an der ganzen Küste, dazu noch
der 14. an der Ostseeküste und der 19. bis 25. an der östlichen Ostseeküste; der
22, brachte auch dem übrigen Küstengebiet meist heiteres Wetter. Stürmische
Winde traten stellenweise am 7. an der Nordsee-, am 9. an der ganzen Küste,
in größerer Verbreitung am 10. und 11. im ganzen Küstengebiet und am 12,
zum Teil auch noch am 183., an der östlichen Ostseeküste auf, Gewitter wurden
am 1,, 2., 5., 6. und 24. an vielen Orten der ganzen Küste, am 19. an der Nordsee-
und am 26, an der östlichen Ostseeküste beobachtet,
Vom 1..bis 4. stand die deutsche Küste vorwiegend unter dem Einfluß
von Hochdruckgebieten, die ruhiges und teilweise heiteres Wetter und vielfach
Gewitter im Gefolge hatten. Am 5. näherte sich eine ozeanische Depression, die
langsam ostwärts zog und bis zum 13. anhaltendes Regenwetter einleitete. Dabei
stellten sich am 5. und 6. verbreitete Gewitter und am 7. an der Nordseeküste
sowie vom 9. bis 12. vielfach an der ganzen Küste, am 13. auch noch an der
Östlichen Ostseeküste steife und stürmische Winde aus westlichen Richtungen
ein. Am stärksten traten sie am 10. und 11. auf, wo ein tiefes Minimum, einem
intensiven Hochdruckgebiet über Südwesteuropa gegenüber, über Schottland und
Südskandinavien ostwärts zog. Die bis zum 8. meist ziemlich hohen Tempera-
turen sanken seitdem immer tiefer; als am 14. ein Hochdruckgebiet dem ostwärts
abziehenden Tiefdruckgebiet mit nördlichen Winden an seiner Vorderseite folgte,
sanken die Temperaturen auf die tiefsten Stände des Monats, stellenweise bis
auf 4°. Das Hochdruckgebiet brachte der deutschen Küste bis zum 18, an-
haltendes heiteres Wetter, wobei auch die Temperaturen wieder allmählich höher
stiegen. Im Osten hielt sich das heitere Wetter noch längere Zeit, da hier der
hohe Druck noch bestehen blieb, wogegen sich vom Westen her eine flache
Depression annäherte, die dem westlichen Küstengebiet Regen, Gewitter und
erneut Abkühlung brachte. Ein neues Tiefdruckgebiet erschien am 21. über
Nordwesteuropa; es zog über Skandinavien ostwärts und brachte dann der
deutschen Küste bis zum Monatsende anhaltendes regnerisches, kühles Wetter.
Hervorzuheben ist während dieser Witterungsperiode der 24., wo mit der An-
näherung des Tiefdruckgebietes westliche Winde Abkühlung und verbreitete
Gewitter herbeiführten.
Druck und Verlag von E, S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerej.
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