Der Weg zwischen Kap Melville und der östlichen Einfahrt zur Torres-Straße, 429
Huk ungefähr in der Mitte des Fahrwassers. Die Durchfahrt ist auch im all-
gemeinen rein, nur erstreckt sich von der Frederick-Huk ein Felsenriff 1!/, Kblg
nach Südwesten und flaches Wasser zieht sich von diesem in südöstlicher Richtung
bis zur Paget-Huk hin. Dampfer können bei jedem Stand der Tide die Durch-
fahrt ohne Schwierigkeit benutzen, große Segelschiffe sollten sie jedoch nur unter
sehr günstigen Umständen befahren. Bei umlaufenden Winden ist es für sie un-
möglich in den starken Gezeitenströmen zu manöverieren, bei frischer, durch
die Durchfahrt stehender Brise können sie aber gegen den Strom aufkommen,
Wählt man von Süden kommend diese Durchfahrt, so bringe man beim
Z-Riff die höchste Erhebung der York-Insel, die leicht auszumachen ist, mit der
Außenkante der Osnaburg-Huk in. rw. 309° (mw. NWzW)-Peilung in Linie und
steuere auf dieser Richtlinie, zwischen den Untiefen vor der Fly-Huk und denen
vor der Ulrica-Huk durch nach der südöstlichen Einfahrt in den Paß. . Befindet
man sich querab von der Fly-Huk, so halte man zunächst die Mitte des Fahr-
wassers, halte aber etwas näher an die Festlandsküste heran, wenn man sich der
Osnaburg-Huk nähert. Nördlich von dieser Huk muß man den Albany-Paß gut
offen halten, um das flache Wasser zwischen der Osnaburg-Huk und der Ida-
Insel und das Felsenriff vor der Frederick-Huk zu meiden. Peilt diese Huk
rw. 95° (mw. O), so $Steuere man nördlicher und passiere die Bank, die sich von
der Insel Albany nach Nordwesten erstreckt und etwa 7.3 m (4 Fad.) geringste
Wassertiefe hat, indem man die Fly-Huk rw. 143° (mw. SO1/,S) in Berührung mit
der Paget-Huk achteraus hält. Kommt man auf tieferes Wasser, so halte man
noch nördlicher, um die 7,3 m (4 Fad.)-Stelle zu meiden, die 3/, Sm nordöstlich
von der Sextant-Klippe liegt.
Man kann auch nach Passieren der Osnaburg-Huk rw. 312° (mw. NW%/,W)
steuern, bis ein grauer Klippenhümpel am Ende der Bishop-Huk rw. 174° (mw,
SzO) peilt. Dann ändere man den Kurs schnell nach rw. 354° (mw. NzW) und
laufe so 1'/, Sm weit. Kommt dann die Albany-Klippe in rw. 117° (mw. OSO)-
Peilung ganz frei vom Tree-Inselchen und peilt die höchste Erhebung auf der
York-Insel rw. 275° (mw, W), so steuere man rw. 310° (mw. NW7/sW) 14 Sm,
um 1!/, Sm nordöstlich von der Strait-Klippe entlang zu kommen.
Kommt man vom Norden, so laufe man auf der Richtlinie: Fly-Huk in
Berührung mit Paget-Huk ein und bringe den Paß gut offen, wenn der Gipfel
der Osnaburg-Huk rw. 163° (mw. SSO) peilt. Nach Passieren dieser Huk halte
man die Mitte der Durchfahrt, indem man die Osnaburg-Huk und die höchste
Erhebung der York-Insel achteraus in Linie hält. .
Auch in dieser Durchfahrt hat man, wie in der Adolphus-Durchfahrt, die
Gezeitenströme sehr zu beachten. Große Aufmerksamkeit auf das Steuer ist bei
der Fiy-Huk zu verwenden, da hier immer starke Stromkabbelung ist,
Über die Fahrt innerhalb‘ des Barrier-Riffes siehe auch »Ann, d, Hydr.
usw.« 1880, S. 252 und 253, 1900, S. 3ff., 1908, S. 37 und 38.
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1913, Heft VIII. Tit. XIL
Lotsen für die Fahrt innerhalb des Great Barrier-Riffes kann man in
Sydney oder Brisbane oder von Thursday-Eiland in der Torres-Strasse erhalten.
in Sydney muß man einen Lotsen bei der Lotsenagentur, in Brisbane bei der
Marinebehörde bestellen. Lotsensignale. Wünscht man bei Thursday-Eiland
einen Lotsen, so setzt man unter die Lotsenflagge die Flagge K. Die Telegramm-
adresse für einen Lotsen ist »Torres Sydney «.
Gezeiten, Gezeiten- und Oberflächenstrom. Die Hafenzeit für die Flinders-
Gruppe ist 9h 15min, die Hochwasserhöhe beträgt bei Springtide 2.4 m bis 3.7 m
(8’ bis 12’), bei Nipptide 2.1 m (7).
Der Tidenhub wird stark durch die tägliche Ungleichheit beeinflußt, und
zwar. bei Hochwasser bedeutend mehr als bei Niedrigwasser; der größte Unter-
schied beträgt etwa 0.8 m (21/?’). Das niedrigste Niedrigwasser tritt immer vor
dem höchsten Hochwasser ein.
Bei Nipptide wird die tägliche Ungleichheit so groß, daß in dieser Zeit
in der Regel für einen oder zwei Tage in 24 Stunden nur eine Tide mit einem
Tidenhub von wenigen Centimetern auftritt.