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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1913.
und daraus die Seemeile als Bogenminute des mittleren Erdumfangs
= 1852 m oder 6076.25 engl. Fuß.
In der K. und K, österreichischen Kriegsmarine!) ward die Definition der
Seemeile als Bogenminute des Kugelkreises, dessen Halbmesser aus zwei Halb-
messern des Erdsphäroids genommen sind, im Jahre 1867 angenommen,
Vom mathematischen Standpunkte kann man bei einem Rotationskörper
gegen die Berechnung des mittleren Halbmessers aus nur zwei seiner Halbmesser
Einwendungen erheben und sich dagegen aussprechen, daß man dieses Mittel als
Kugelhalbmesser bezeichnen dürfe, Eher ließe es sich rechtfertigen — und viel-
leicht hat der pädagogisch so besonders beanlagte Breusing seinen Schülern in
der Bremer Seefahrtsschule die Sache auf diese Weise mundgerecht gemacht —,
davon auszugehen, daß man durch jene Mittelberechnung von R aus nur 2 Halb-
messern des Sphäroids, a und b, die Meridianellipse zunächst in einen Kreis ver-
wandeln wolle. Denn es kann sich in der Tat eine Rechnung, die für die Länge
der Seemeile nicht über die ganzen Meter hinausgehen will, mit der abgekürzten
Formel für den Ellipsenumfang begnügen
U A za b)m
Alsdann bleibt die Anschauung bestehen, daß
ea =2. Sn == 1852 m (genauer 1852.01 m)
nichts anderes ist als die mittlere Meridianminute,
Der Zufall will, daß beide Werte bis auf die 2. Dezimale übereinstimmen.
3. Die Minutenmeile auf einer Kugel von mittlerem Radius (— 1853 m).
(1853 m =— 6080 engl. Fuß.)
24. Wie angedeutet, mutet ein mittlerer Erdradius von (nach Bessel)
6366 738 m
denjenigen eigentümlich an, der gewohnt ist, diesen aus den drei Halbachsen des
Sphäroids zu bestimmen, so daß er rund
nach Bessel 6370 800 m, nach Clarke 6371 000 m
mißt. Die Seemeile als Bogenminute eines größten Kreises einer solchen Kugel
umfaßt alsdann, wie man den mittleren Radius auch bestimmen: möge, rund
1853 m oder 6080 engl. Fuß
und hebt sich damit von der bisher betrachteten mittleren Meridianminute
(= 1852 m) deutlich ab. N
In den offiziellen nautischen Kreisen Frankreichs, Deutschlands, Öster-
reichs, Italiens usw. scheint dieser etwas größere Wert für die Seemeile niemals
angewandt zu sein, wohl aber ist dies zurzeit noch der Fall in der englischen
und amerikanischen Marine, Zwar heißt es in den Nautischen Tafeln, heraus-
gegeben von der Inspektion des Bildungswesens der Marine,?) noch 1910, daß
sowohl in England als in den Vereinigten Staaten die Seemeile zu 1851,85 m
gerechnet werde, Worauf sich diese aus der 1. Auflage der Tafeln herüber-
genommene Angabe stützt, ist mir unbekannt geblieben. Nach allen mir zu-
gänglichen Quellen beruht sie auf einem Irrtum,
Was zunächst die Vereinigten Staaten betrifft, so sprechen letztere seit
1880, d.h. seit man die ÄAquatorminute als Seemeile verlassen hat (vgl. oben 8 18),
sämtlich nur von einem Wert von
6080 feet
als Nautical Mile. So heißt es im Catalogue of Charts of the U, S. Coast Survey,
Washington 1880, p. 8: A nautical mile is a minute of average great circle
of the earth and its length is
6080 feet or 1853,2 metres.
Dasselbe wird in Bowditch, U. S. Naval edition of 1888 (= 6080,25 feet),
inWoodwards Smithsonian Geographical Tables (Washington 1894, p.168: Nautical
‘) Vgl. v. Pott in Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens. Pola, Bd. 35, 1906, S. 771
> Kiel 2 Aufl 1910. S 184.