Wagner, H.: Zur Geschichte der Seemeile.
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von 1841, endlich zwei von A. R. Clarke in englischem Maß durchgeführte, und zwar
die von 1858 und 1866. Das Clarkesche Sphäroid von. 1880 kommt, soviel ich
ersehen kann, für die britischen Admiralitätskarten nicht in Betracht.
1. Das Sphäroid der Franzosen vom Jahre 1800 mit dem Erdquadranten
= 10000000 m.
Wenn man sich in nautischen Kreisen dieses Erdsphäroids gelegentlich
noch heute bedient, so ist klar, daß man dabei den Zweck einer Abrundung des
Wertes der Seemeile hat. Die mittlere Meridianminute
10000000
= 90:60 1851.85 m
entspricht gleichzeitig der Bogenminute auf einer Kugel, deren größter Kreis =
40000000 m ist. So beginnt z. B. das Lehrbuch der Navigation, herausgegeben
vom Reichs-Marine-Amt (2. Auflage, Bd. I, S. 9. Berlin 1906): »Als Maßeinheit
für die Längenmessung auf der Erde dient das Meter (m), dessen Länge angenähert
gleich dem zehnmillionsten Teil des Meridianquadranten ist. Als Maßeinheit für
die Messung von Seewegen gilt die Länge der Meridianminute, die Seemeile,
Unter der Voraussetzung, daß die Erde eine vollkommene Kugel, also jeder
Meridian ein Kreis ist, stellt sich die Länge der Seemeile auf
10 000 OO
30.60 = 1851.85 m.«
2. Das Sphäroid von Möchain-Delambre vom Jahre 1810,
(Base du Systöme metrique Vol. III. 1810.)
In Frankreich behält man, wie ich einer gütigen Mitteilung aus dem
Service hydrographique zu Paris entnehme, für die hydrographischen Karten
der Küsten, für welche die Arbeiten schon in den ersten Jahren des 19. Jahr-
hunderts begonnen haben, die Elemente des Erdsphäroids von 1810 auch heute
noch bei; dieselben wurden damals auch der offiziellen topographischen Karte
(Carte de France dite de l’Etat-major) zugrunde gelegt. Q = Meridianquadrant.
a — 6376986 m, Q = 10000724 m,
b = 6356324 m, % = 1/308,64.
3. Germains Erdsphäroid vom Jahre 1882,
Seit 1882 wird in Frankreich, wie ich derselben Quelle entnehme, bei
Entwurf aller anderen Seekarten ein Sphäroid benutzt, dessen Elemente in
A. Germains heute vergriffenem Trait& d’Hydrographie (Paris 1882, p. 20)
enthalten sind. Germain nennt dabei keine anderweitige Autorität, während er
noch die Elemente nach Begat (1839), Bessel (1841) und Faye (1881) namhaft
macht. Man wird daraus schließen dürfen, daß die Aufstellung der Werte von
Germain selbst herrührt. Seine Zahlen berühren sich sehr nahe mit dem
Clarkeschen Sphäroid von 1863:
a =— 6878284 m, Q = 10001965 m,
b = 6356589 m, & = 1/294.
4. Bessels Sphäroid von 1841.
Das Besselsche Sphäroid hat sich im Bereiche der Geodäsie bei einer großen
Zahl von europäischen Staaten Geltung verschafft und wird auch im Deutschen
Reiche, Österreich-Ungarn, Italien, Niederlande, Dänemark, Norwegen und Schweden
beim. Entwurfe der Seekarten und bei sonstigen nautischen Berechnungen aus-
schließlich benutzt. In den Vereinigten Staaten ward es bis 1881 zur Grundlage
genommen, ist aber seitdem dort aufgegeben:
a = 6377397 m, Q = 10000856 m,
b =— 6356079 m, @ = 1/299.15.
. 5. Clarkes Sphäroid von 1858. _
In England beruhen die Berechnungen des Ordnance Survey of Great
Britain and Ireland für die Landkarten seit Beginn auf den 1830 von Airy auf-