Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1912—1913, 887
Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen Gänge
paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann der größte Unterschied
dieser Mittelwerte gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner B’ den größten Unter-
schied der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden Dekaden, vr den
Unterschied der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte und T den
Unterschied der höchsten und niedrigsten während der Prüfung überhaupt vor-
gekommenen mittleren Dekadentemperatur, so ist
+ T
B=B'— m * A.
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu
berücksichtigen. Bei der Ableitung von A und B’ werden die Vorzeichen in
dem Sinne: »Gangwert bei höherer Temperatur minus Gangwert bei niedrigerer
Temperatur« gewählt. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Beschleunigung
(Akzeleration) C des täglichen Ganges, indem man den Unterschied der Gänge
bildet, die während zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener
Dekaden beobachtet worden sind, und diesen Unterschied durch die Anzahl der
zwischen der Mitte beider Dekaden liegenden Tage dividiert. Nachdem man in
dieser Weise die tägliche Beschleunigung aus den beiden äußersten Dekadenpaaren
der Prüfung berechnet hat, ist der Mittelwert beider Bestimmungen gleich C
zu setzen, — Innerhalb der einzelnen Klassen werden die Chronometer nach dem
Wert der Summe A +2 B-+-C geordnet, wobei die Vorzeichen der Summanden
nicht zu berücksichtigen sind.“
Nach Beendigung der Wettbewerb-Prüfung wurden die Chronometer in
der üblichen Weise einer Besichtigung unterzogen. An dieser Besichtigung nahm
außer den in Hamburg bzw. Altona wohnenden Fabrikanten E, Bröcking, W. Meier
(Chronometer -Werke) und E.Sackmann auch der Chronometermacher C. Wiegand
aus Peine teil. Besonders eingehend wurde auch in diesem Jahre der augenblickliche
Zustand des Öles, namentlich auf etwaige Veränderungen hin, untersucht. Bei einigen
Instrumenten wurden hierbei geringe Farbenveränderungen des Öles festgestellt.
Diese Farbenveränderungen waren jedoch nicht anderer Art, als solche auch unter
gewöhnlichen Verhältnissen im Laufe der Zeit vorzukommen pflegen.
Die geprüften Instrumente verteilen sich prozentisch in folgender Weise
auf die einzelnen Klassen:
Klasse I II III IV
75% 16% 59 4°.
Zur Beurteilung des Gesamtergebnisses und zum Vergleich der Leistungen
während der vorliegenden Prüfung mit denen in früheren Jahren, wird in der
folgenden Zusammenstellung die prozentische Verteilung der Chronometer auf die
einzelnen Klassen angegeben. Hierbei sind die Werte der 11. bis 30. Prüfung zu
je fünfjährigen Mitteln vereinigt.
Klasse
11.—15, Wettbewerb-Prüfung
16.—20,
21.—2"
26.—?
ferner:
An
36.
81
7E
&
14.
I6
€ 3 u
5 0 0
5 4 (}
45°
457
476
1692
Zu der vorstehenden Zusammenstellung ist zu bemerken, daß bei der Ver-
teilung der Chronometer auf die einzelnen Klassen überall diejenigen Grundsätze
(Fortsetzung des Textes auf S. 390.)
‘) Der Kürze wegen sind, wie in früheren Jahren, diejenigen Chronometer als zur Klasse V
yehörig bezeichnet worden, welche die für die Klasse IV festgesetzten Höchstbeträge der Gütezahlen
überschritten haben.