386 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1913.
seiligung an der 36. Wettbewerb-Prüfung über den »deutschen Ursprung« ent-
halten sind, d. h. ob die Instrumente, abgesehen von Palladium-Spirale und
Nickelstahlunruhe, »rein deutschen Ursprungs« sind, Nach einer eingehenden
Besichtigung durch die Sachverständigen wurde vom Vorsitzenden festgestellt,
daß keine Veranlassung vorliege, eine Ausschließung wegen nicht genügender
technischer Ausführung vorzunehmen, oder den »deutschen Ursprung« der ein-
gelieferten Instrumente in Zweifel zu ziehen. Sämtliche Instrumente konnten
demnach in die Prüfung eingestellt werden.
Vor Beginn der Temperaturuntersuchung wurden zunächst die Chronometer
einer zehntägigen Vorprüfung bei Zimmertemperatur unterzogen, um den Gang-
unterschied zwischen dem ersten und zweiten Gangtage festzustellen. Drei In-
strumente, deren Gänge den höchsten zulässigen Gangunterschied von 1.005°%
überschritten, wurden von der Teilnahme an der Wettbewerb-Prüfung aus-
geschlossen.
Nach Beendigung der Voruntersuchung wurden die Chronometer allmählich
auf 30°C erwärmt. Sodann wurden die Temperaturen
30° 925° 920° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30°
je 10 Tage lang innegehalten; beim Übergange von einer Dekade zu der folgenden
wurden stets allmähliche Temperaturänderungen vorgenommen, Während der
beiden letzten Dekaden (April 5 bis 25) wurde die Temperatur allmählich von
30°C bis auf Zimmertemperatur vermindert,
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die Thermochronometer (nicht
kompensierte Chronometer) Eppner Nr. 20 und Tiede Nr. 108 mit den Normal-
ahren der Abteilung IV verglichen. Die mittleren täglichen Gänge dieser Chrono-
meter sind am Fuße der Tabelle angegeben. Unter den Spalten, die diese in
Sekunden ausgedrückten Werte enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen
Ablesungen der meteorologischen Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie
die Extreme der während der betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tages-
temperaturen, In der letzten Reihe sind schließlich die Mittelwerte der an den
Koppeschen Hygrometern abgelesenen Zahlenwerte im Innern des Prüfungs-
apparates angegeben.
Die Chronometer wurden während der Prüfung wie in früheren Jahren
an jedem zweiten Tage um 10 Uhr vormittags mit den Normaluhren der Ab-
teilung IV der Deutschen Seewarte auf chronographischem Wege verglichen. Zur
Herstellung einer unabhängigen Kontrolle wurde außerdem von einem anderen
Beobachter an jedem Dekadentage eine zweite Vergleichung in unmittelbarem
Anschluß an die erste vorgenommen, Die den Uhrvergleichungen zugrunde
liegenden Zeitbestimmungen wurden, wenn die Witterung es gestattete, in vier-
tägigen Zwischenräumen ausgeführt.
Nach Beendigung der Prüfung wurde die Ableitung der für die Güte der
Chronometer maßgebenden Zahlen sowie die Einteilung in Klassen auf Grund der
erlassenen Bestimmungen (Aufforderung zur Beteiligung an der 36. Wettbewerb-
Prüfung) vorgenommen. Das Ergebnis dieser Rechnungen ist in der nachfolgenden
Tabelle enthalten. Die Bestimmungen selbst, nach denen diese Berechnungen
ausgeführt wurden, lauten:
„Nach beendigter Prüfung werden sämtliche Chronometer, soweit sie sich
überhaupt als brauchbar für die Schiffahrt erweisen, in vier Klassen eingeordnet,
für die die Höchstbeträge der weiter unten erklärten Gütezahlen folgendermaßen
lestgesetzt worden sind:
Klasse I IH Hl IV
A+2B+C 2,505ek 5.005ek 6.5050k 10.005°k
B 0.755ek 1.205ek 1.6080k 2,50%ek
C 0.0105sek 0.015sek 0.0255sek 0.050sek
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen
Aäncen. die während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind. — Zur