Ann. d. Hydr, usw., XXXXI. Jahrg. (1913), Heft VII.
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Bericht über die sechsunddreißigste, auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Wettbewerb - Prüfung von Marine - Chronometern
(Winter 1912—1913).
Die 36. Chronometer-Wettbewerb-Prüfung hat, wie in den Vorjahren, in der
Abteilung IV der Deutschen Seewarte unter der Leitung des Vorstandes derselben,
Professor Dr. Stechert, stattgefunden, Das Ergebnis der Prüfung ist in dem
nachstehenden Bericht enthalten.
Die Beteiligung an der Prüfung war etwas geringer als im Vorjahre; im
ganzen waren 70 Chronometer von sechs deutschen Firmen eingeliefert worden.
Drei dieser Instrumente schieden in der Vorprüfung wieder aus. Die übrigen
Chronometer verteilen sich auf folgende Einlieferer:
Chronometer-Werke-Hamburg . . . ..
L. Jensen-Glashütte i.Sa. . . . ..
A, Lange & Söhne-Glashütte i. Sa. .
F. Lidecke-Geestemünde , . . .
Union-Glashütte i.Sa.. . . ..
C. Wiegand-Peine . .
Bei sämtlichen Chronometern waren die in der »Aufforderung zur Be-
teiligung an der 36. Wettbewerb-Prüfung« bekannt gegebenen Bedingungen er-
füllt.- Der Bau der eingelieferten Instrumente war bezüglich der verwandten
Unruhe, Spirale und Hemmung bei der vorliegenden Prüfung völlig gleichartig;
es fand allgemein die Nickelstahlunruhe, Stahl-Spirale und Feder-Hemmung An-
wendung. Zum zweiten Male seit Bestehen der Wettbewerb-Prüfungen waren alle
Chronometer rein deutschen Ursprungs und wurden deshalb sämtlich mit der
Anwartschaft auf Preiserteilung eingestellt.
»Außer Wettbewerb« nahmen an der Prüfung teil zwei von den Chrono-
meter-Werken eingelieferte sogenannte Torpedoboots-Chronometer (Chronometer
kleineren Formats). Weiter wurden mitgeprüft zwei von der Firma F. Lidecke-
Geestemünde eingelieferte ausländische Chronometer und fünf der Deutschen
Seewarte gehörende Instrumente. Die Gesamtzahl der geprüften Instrumente
betrug demnach 76.
Für die vor Beginn der Wettbewerb-Prüfung übliche Besichtigung waren
folgende Sachverständige von der Deutschen Seewarte berufen worden:
Chronometermacher E. Sackmann-Altona,
K G. Schlesicky-Frankfurt a. M.
C. Wiegand-Peine
und der Direktor der Uhrmacherschule in Glashütte i. Sa. Professor L. Straßer.
Außerdem nahm der Chronometermacher E. Bröcking als technischer Beirat der
Deutschen Seewarte sowie als Ersatzmitglied an der Sitzung teil. Im Auftrage
des Reichs-Marine-Amts war der Vorstand des Chronometer-Observatoriums in
Kiel Korvettenkapitän a, D. Rottok erschienen, Endlich waren der Direktor
der Deutschen Seewarte (als Vorsitzender) und die Beamten der Abteilung IV an-
wesend, — An die eigentliche Besichtigung schloß sich eine längere Besprechung
über Fragen aus dem Gebiete der Chronometrie. An dieser beteiligte sich auf
Wunsch der Deutschen Seewarte außer den obengenannten Herren der Leiter der
Chronometer-Werke in Hamburg William Meier.
Den Sachverständigen lag eine doppelte Aufgabe ob; erstens war festzu-
stellen, ob bei sämtlichen Instrumenten die vorgeschriebenen Bedingungen über
die technische Ausführung erfüllt waren; sodann war zu entscheiden, ob die
Chronometer den Anforderungen genügen, die in der Aufforderung zu der Be-
Ann. d. Hydr. usw. 1913, Heft VIII.