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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Flaschenposten an der deutschen Nordseeküste. 
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wahrscheinlich sein Ende noch nicht erreicht haben wird. Der Fehler würde 
dadurch jedenfalls ausgeglichen werden, 
Im übrigen dürfte es sehr fraglich sein, ob der Einfluß des Windes, der 
durchschnittlich nur mit Stärke 3 wehte, überhaupt imstande war, wesentliche 
Störungen der Gezeitenverhältnisse herbeizuführen, Die Möglichkeit ist natürlich 
in Betracht zu ziehen, wahrscheinlich handelte es sich aber auch hier in der 
Hauptsache nur um eine südliche Bewegung der oberen Wasserschicht, 
Die am 19, August ausgesetzten Flaschenposten verzeichnen, soweit aus 
den gefundenen Berichten hervorgeht, östliche Triften. Dieselben sind aber 
wenig ausgeprägt und verteilen sich auf alle zwischen NO und OSO liegenden 
Richtungen. Vorherrschend waren nur.die nach ONO und NO gerichteten Ver- 
setzungen; in bezug auf die Geschwindigkeit treten sie jedoch nicht gegen die 
übrigen hervor. 
Die aus den Gesamtentfernungen berechnete mittlere tägliche Geschwindig- 
keit beträgt 1.0 Sm. Die höchste tägliche Geschwindigkeit erreichte Flasche 
Nr. 44 mit 2.3 Sm, die geringste Geschwindigkeit wies Flasche Nr. 49 mit 0.2 Sm 
pro Tag auf. Die größten .Entfernungen wurden in nordöstlicher Richtung von 
den Flaschen Nr, 44 und 45 zurückgelegt. Die kleinste Entfernung verzeichnete 
Flasche Nr. 52 mit 11.5 Sm. Die längste Triftdauer betrug 67 Tage und 
20 Stunden bei Flasche Nr. 42, die kürzeste 11 Tage bei der schon erwähnten 
Flasche Nr. 44. 
Von den Beobachtungen der ersten Gruppe, die um 12b mittags in 54° 15’ 
N-Br. und 8° 19’ O-Lg. angestellt sind, hatten die Flaschen Nr. 39, 40, 46 und 52 
einigermaßen gleichartige Ergebnisse durch ihre östlichen Triften, während die 
bei Büsum aufgefundene Flasche Nr. 51 eine Triftrichtung nach OSO einhielt. 
Bei den zur zweiten Gruppe gehörenden Flaschen, die in 54° 8’ N-Br. und 
8° 19’ O-Lg. um 1b N ausgesetzt sind, treten die Richtungsunterschiede aber 
schon bedeutend stärker hervor, denn hier trieb die eine Hälfte der aufge- 
fundenen Flaschen nach mehr oder weniger nordöstlichen Richtungen, die andere 
dagegen mehr östlich oder nach USO, 
. Was die einzelnen Beobachtungen anlangt, so ist zu bemerken, daß 
Flasche Nr. 50 ihren Fundort bei Westheversand wahrscheinlich zur selben Zeit 
wie Flasche Nr. 54 erreicht haben wird, obwohl sie fast einen Monat später auf- 
gefunden wurde, 
Sodann ist noch zu erwähnen, daß Flasche Nr, 49 am 183. X. in 54° 7’ N-Br. 
und 8° 39’ O-Lg. zwischen Tonne H und Z mit dem Schleppnetz vom Grunde 
aufgefischt worden ist; nach Angabe des Finders war die Flasche derartig mit 
Muscheln bewachsen, daß sie nicht auf der Oberfläche des Wassers treiben 
konnte. Spuren von eingedrungenem Wasser waren am Zettel nicht zu entdecken. 
. Die Triften der um 2% N in 54° 0’ N-Br. und 8° 15’ O-Lg. abgesandten 
Stromflaschen unterscheiden sich von denen der 1% N-Beobachtungen nur wenig, 
aber die nordöstlichen Versetzungen herrschten hier entschieden vor; von den 
fünf aufgefundenen Flaschen trieb nur eine einzige (Nr. 43) nach einer süd- 
licheren Richtung. 
Unter den nordöstlich vertriebenen Flaschen zeichnet sich besonders die 
am 30. VIII. beim Wesselburener Koog gefundene Flasche Nr. 44 durch die kurze 
Triftdauer und die größte tägliche Geschwindigkeit vor sämtlichen übrigen 
Funden aus. Nach dem Auffindungsdatum hatte sie einen Weg von 25 Sm nach 
NOzO in 11 Tagen zurückgelegt, 
Als merkwürdiger Zufall ist es zu bezeichnen, daß die Flaschen Nr. 45 
und Nr. 43 am 4,IX. ungefähr zu gleicher Zeit an ganz verschiedenen Orten 
aufgefunden wurden, nämlich Flasche Nr. 45 um 3% N bei Vollerwiek und Flasche 
Nr. 43 um 5% 20 min N bei Cuxhaven. Die erstere Flasche hatte demnach nach 
NO'/,O eine Entfernung von 25 Sm und die letztere nach 0SO 17 Sm vom Ab- 
gangspunkt aus zurückgelegt, . 
Die übrigen Flaschen bieten zu näheren Betrachtungen keinen Anlaß. 
Auch hier dürften Wind- und Witterungsverhältnisse zunächst die Ursache 
der Versetzungen bilden. Ohne weiteres ist dies jedoch nicht nachzuweisen, weil
	        
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