Flaschenposten an der deutschen Nordseeküste.
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wahrscheinlich sein Ende noch nicht erreicht haben wird. Der Fehler würde
dadurch jedenfalls ausgeglichen werden,
Im übrigen dürfte es sehr fraglich sein, ob der Einfluß des Windes, der
durchschnittlich nur mit Stärke 3 wehte, überhaupt imstande war, wesentliche
Störungen der Gezeitenverhältnisse herbeizuführen, Die Möglichkeit ist natürlich
in Betracht zu ziehen, wahrscheinlich handelte es sich aber auch hier in der
Hauptsache nur um eine südliche Bewegung der oberen Wasserschicht,
Die am 19, August ausgesetzten Flaschenposten verzeichnen, soweit aus
den gefundenen Berichten hervorgeht, östliche Triften. Dieselben sind aber
wenig ausgeprägt und verteilen sich auf alle zwischen NO und OSO liegenden
Richtungen. Vorherrschend waren nur.die nach ONO und NO gerichteten Ver-
setzungen; in bezug auf die Geschwindigkeit treten sie jedoch nicht gegen die
übrigen hervor.
Die aus den Gesamtentfernungen berechnete mittlere tägliche Geschwindig-
keit beträgt 1.0 Sm. Die höchste tägliche Geschwindigkeit erreichte Flasche
Nr. 44 mit 2.3 Sm, die geringste Geschwindigkeit wies Flasche Nr. 49 mit 0.2 Sm
pro Tag auf. Die größten .Entfernungen wurden in nordöstlicher Richtung von
den Flaschen Nr, 44 und 45 zurückgelegt. Die kleinste Entfernung verzeichnete
Flasche Nr. 52 mit 11.5 Sm. Die längste Triftdauer betrug 67 Tage und
20 Stunden bei Flasche Nr. 42, die kürzeste 11 Tage bei der schon erwähnten
Flasche Nr. 44.
Von den Beobachtungen der ersten Gruppe, die um 12b mittags in 54° 15’
N-Br. und 8° 19’ O-Lg. angestellt sind, hatten die Flaschen Nr. 39, 40, 46 und 52
einigermaßen gleichartige Ergebnisse durch ihre östlichen Triften, während die
bei Büsum aufgefundene Flasche Nr. 51 eine Triftrichtung nach OSO einhielt.
Bei den zur zweiten Gruppe gehörenden Flaschen, die in 54° 8’ N-Br. und
8° 19’ O-Lg. um 1b N ausgesetzt sind, treten die Richtungsunterschiede aber
schon bedeutend stärker hervor, denn hier trieb die eine Hälfte der aufge-
fundenen Flaschen nach mehr oder weniger nordöstlichen Richtungen, die andere
dagegen mehr östlich oder nach USO,
. Was die einzelnen Beobachtungen anlangt, so ist zu bemerken, daß
Flasche Nr. 50 ihren Fundort bei Westheversand wahrscheinlich zur selben Zeit
wie Flasche Nr. 54 erreicht haben wird, obwohl sie fast einen Monat später auf-
gefunden wurde,
Sodann ist noch zu erwähnen, daß Flasche Nr, 49 am 183. X. in 54° 7’ N-Br.
und 8° 39’ O-Lg. zwischen Tonne H und Z mit dem Schleppnetz vom Grunde
aufgefischt worden ist; nach Angabe des Finders war die Flasche derartig mit
Muscheln bewachsen, daß sie nicht auf der Oberfläche des Wassers treiben
konnte. Spuren von eingedrungenem Wasser waren am Zettel nicht zu entdecken.
. Die Triften der um 2% N in 54° 0’ N-Br. und 8° 15’ O-Lg. abgesandten
Stromflaschen unterscheiden sich von denen der 1% N-Beobachtungen nur wenig,
aber die nordöstlichen Versetzungen herrschten hier entschieden vor; von den
fünf aufgefundenen Flaschen trieb nur eine einzige (Nr. 43) nach einer süd-
licheren Richtung.
Unter den nordöstlich vertriebenen Flaschen zeichnet sich besonders die
am 30. VIII. beim Wesselburener Koog gefundene Flasche Nr. 44 durch die kurze
Triftdauer und die größte tägliche Geschwindigkeit vor sämtlichen übrigen
Funden aus. Nach dem Auffindungsdatum hatte sie einen Weg von 25 Sm nach
NOzO in 11 Tagen zurückgelegt,
Als merkwürdiger Zufall ist es zu bezeichnen, daß die Flaschen Nr. 45
und Nr. 43 am 4,IX. ungefähr zu gleicher Zeit an ganz verschiedenen Orten
aufgefunden wurden, nämlich Flasche Nr. 45 um 3% N bei Vollerwiek und Flasche
Nr. 43 um 5% 20 min N bei Cuxhaven. Die erstere Flasche hatte demnach nach
NO'/,O eine Entfernung von 25 Sm und die letztere nach 0SO 17 Sm vom Ab-
gangspunkt aus zurückgelegt, .
Die übrigen Flaschen bieten zu näheren Betrachtungen keinen Anlaß.
Auch hier dürften Wind- und Witterungsverhältnisse zunächst die Ursache
der Versetzungen bilden. Ohne weiteres ist dies jedoch nicht nachzuweisen, weil