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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1913. 
nur 0.7 Sm. Die niedrigsten Beträge täglicher Geschwindigkeit weisen die 
Flaschen Nr. 8 und Nr. 9 mit nur 0.1 Sm auf. Die höchste Geschwindigkeit er- 
reichte die bereits erwähnte Flasche Nr. 12 mit 2.5 Sm pro Tag. Die größte 
aller zurückgelegten Entfernungen betrug 31 Sm bei Flasche Nr. 15, die kleinste 
9 Sm bei Flasche Nr. 14. 
In der Hauptsache dürften auch diese Triften durch Wind- und Witterungs- 
einflüsse entstanden sein, obwohl es schwer fällt, dies hinreichend zu be- 
weisen, weil bei den meisten Beobachtungen ein zu langer Zeitraum zwischen 
den Daten der Absendung und Auffindung liegt und weil ferner im Juli ziem- 
lich unbeständige Winde herrschten. Anderseits lassen die beträchtlichen Rich- 
tungsunterschiede der einzelnen Beobachtungen darauf schließen, daß auch die 
örtlichen Verhältnisse als Ursache mit in Betracht kommen. Daß dies wirklich 
der Fall gewesen sein wird, scheinen die späteren Untersuchungen vom 19, August, 
die etwas südlich und westlich von dieser Position stattfanden, zu bestätigen, 
denn sie ergaben ähnlich abweichende Resultate. Besonders werden die bei 
Ebbe teilweise trocken liegenden Watten und Sände, die hier der Küste überall 
vorgelagert sind, wesentlich auf die Triften der Flaschen eingewirkt haben, 
indem letztere entweder darauf festkamen oder von der ursprünglichen Richtung 
abgelenkt wurden. Mit dieser Möglichkeit muß natürlicherweise bei allen Beob- 
achtungen gerechnet werden, es hat jedoch den Anschein, als ob die am 23. Juni 
und 13, Juli abgesandten Flaschenposten den örtlichen Einflüssen viel weniger 
ausgesetzt waren als die Triften dieser Flaschen, deren Fundorte in einer Aus- 
dehnung von nahezu 30 Sm überall an der Küste zwischen Eider- und Elb- 
mündung verstreut liegen. 
Wenn auch, wie schon bemerkt, im Juli ziemlich unbeständige Wind- 
verhältnisse herrschten, so sind dennoch auf den indirekten Einfluß derselben 
lie Ergebnisse der östlich vertriebenen Flaschen zurückzuführen. Ohne weiteres 
ließe sich zunächst die Trift der Flasche Nr. 12, die am 12, Juli, also sieben Tage 
nach Absendung, in der Nähe von Hillgroven an der holsteinischen Küste auf- 
gefunden wurde, so erklären. Der Wind wehte nämlich vom 25. Juni bis zum 
8. Juli aus westlichen Richtungen durchschnittlich mit Stärke 3, und erst am 9. 
ging er nach N herum, welche Richtung er bis zum 15. beibehielt. Höchst- 
wahrscheinlich erreichte Flasche Nr. 12 schon lange vor dem 12., vielleicht auch 
schon vor dem 8. Juli ihren Fundort. Diese Trift berechtigt aber auch zu der 
Annahme, daß die übrigen nach östlichen Richtungen vertriebenen drei Flaschen 
Nr. 8, 13 und 14 ihre jeweiligen Fundorte ungefähr zur selben Zeit wie Flasche 
Nr. 12 erreicht haben dürften. Auf den merkwürdigen Zufall des Zusammen- 
treffens dieser Flasche mit der kürzesten Triftzeit und der Flasche Nr. 13 mit 
der längsten Triftzeit an demselben Orte ist bereits hingewiesen, 
Vielleicht ließe sich die Ursache der südlichen und südöstlichen Trift- 
richtungen gleichfalls als Folge der Wind- und Witterungseinflüsse erklären, 
Dann müßten aber die hierfür in Frage kommenden Flaschen nicht, wie be- 
rechnet, auf dem kürzesten Wege, sondern auf größeren Umweygen an ihre Fund- 
orte gelangt sein, und zwar derart, daß sie nach dem Aussetzen wahrscheinlich 
zunächst eine östliche Richtung einhielten, bis sie mit den durch nördliche 
Winde hervorgerufenen Triftströmungen südwärts trieben. 
Der größte Teil der am 5, Juli abgesandten Stromflaschen wurde an die 
holsteinische Küste getrieben, die übrigen zum Teil an den Strand der vor der 
Elbmündung liegenden Inseln Trischen und Neuwerk. Auf Kratz- und Haken- 
sand wurde je eine Flasche aufgefunden. Von den zur ersten Gruppe um 2 N 
in 54° 16’ N-Br. und 8° 238‘ O-Lg. ausgeworfenen Flaschen sind noch die Triften 
der bei Büsum aufgefundenen beiden Flaschen Nr. 9 und Nr. 10 hervorzuheben, 
Nach dem Datum der Auffindung betrug bei Flasche Nr. 9 die Triftdauer 80 Tage 
mit einem täglichen Durchschnitt von 0.2 Sm, während Flasche Nr. 10 eine solche 
von nur 15!/, Tagen mit 1.0täglichem Durchschnitt aufwies, Die zurückgelegte 
Entfernung zwischen Abgangs- und Fundort betrug 16 Sm. Da beide Flaschen 
einen gemeinsamen Abgangs- und Fundort hatten, so ist auch hier anzunehmen, 
daß möglichenfalls beide gleichzeitig an den Strand getrieben wurden.
	        
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