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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

352 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1913. 
Besondere Beachtung verdient die methodische Durchführung dieser Unter- 
suchungen, und es dürfte sich lohnen, die Ergebnisse, soweit solche zur Ver- 
fügung stehen, hier zu veröffentlichen und an der Hand der beigefügten Skizzen 
und Tabellen näher zu verfolgen. 
Im ganzen setzte S. M. S. »Hyäne« in dem zwischen 54° bis 55° N-Br. 
und 8° bis 81/,° O-Lg. gelegenen Gebiet an 13 verschiedenen Punkten 100 Strom- 
flaschen aus, und zwar jedesmal 5 bis 10 Stück zu gleicher Zeit. Durch letztere 
Maßnahme, mehrere Flaschen auf einmal auszusetzen, wurde diesen Beobach- 
tungen schon von vornherein ein gewisser Erfolg gewährleistet. 
Nach einer vom Kommando des Schiffes übersandten Liste, die über die 
nähere Verteilung der einzelnen Beobachtungen Aufschluß gibt, stellt sich das 
Verhältnis der abgesandten Flaschenberichte zu den gefundenen und bei der 
Deutschen Seewarte abgelieferten wie folgt heraus: 
Am 23. Juni um 10%h V 10 Flaschen ausgesetzt, davon 7 gefunden, 
5, Juli + 2hN u 
“x 
aN 
AN 
N 
aN 
2bN 
3X 
4 N 
22 mittags ! 
IN 10 
22h N 10 
19, August 
Aus dieser Zusammenstellung ersieht man, daß über die Hälfte (55%) 
der abgesandten Stromflaschen aufgefunden und abgeliefert worden ist und dies 
günstige Resultat ist nicht zum mindesten dem Umstand zu verdanken, daß die 
Untersuchungen zu einer Zeit stattfanden, in welcher die Nordseeküste einen 
starken Fremdenverkehr aufweist. 
Das beste Fundergebnis lieferten die vier Gruppen vom 18. Juli mit 80 9% 
der an diesem Tage abgesandten Berichte. An erster Stelle von diesen stehen 
die 3% N-Beobachtungen, die sämtlich aufgefunden sind. Alsdann folgen die 
L0%0h V-Gruppe vom 23. Juni mit 70%, ferner die drei Gruppen vom 19, August 
mit 53%, und schließlich die fünf Gruppen vom 5. Juli mit 40 °%. 
Nähere Angaben über Richtung, Entfernung und Dauer der Triften ent- 
hält die Tabelle, in der die sämtlichen Beobachtungen nach Gruppen geordnet 
sind. Eine übersichtliche Darstellung der Triften gibt die beigefügte Tafel 13. 
Schon bei oberflächlicher Betrachtung der letzteren fällt die außerordent- 
lich große Verschiedenheit der Richtungen auf, in der die einzelnen Flaschen 
trieben. Besonders scharf tritt dies bei den Beobachtungen vom 5. Juli und 
vom 19. August hervor. Daß dies nicht der Strömung allein, sondern auch 
anderen Ursachen zuzuschreiben ist, unterliegt gar keinem Zweifel. Es können 
örtliche- oder Witterungseinflüsse dabei mitgewirkt haben, vielleicht auch beide 
zusammen, In dieser Ungewißheit aber liegt gerade die Schwierigkeit für die 
richtige Verwertung der Funde. In den meisten Fällen dürften jedoch die Wind- 
und Witterungsverhältnisse die Ursache der verschiedenartigen Triftergebnisse 
bilden, weil von diesen der Verlauf der Strömungen an der Nordseeküste in 
erster Linie abhängt. Eine unmittelbare Einwirkung des Windes auf die Trift 
der Flaschen kann allerdings als ausgeschlossen gelten, da dieselben sämtlich 
mit Sand beschwert waren. 
Die große Abhängigkeit der Strömungen von den Windverhältnissen zeigt 
sich zunächst schon an den Triften der am 23. Juni um 10% 30min in 54° 28’ N-Br. 
und 8° 23’ O-Lg. ausgesetzten Flaschen, die bis auf eine einzige Ausnahme 
sämtlich nördliche Richtungen eingehalten haben. (Bezüglich der Fundorte vgl. 
die Tabelle.)
	        
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