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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Die Witterung zu Tsingtau in dem Jahre vom Dezember 1910 bis zum November 1911. 8351 
Gelben Meere, In ihrem Bereich waren stürmische, von starken Regengüssen 
begleitete Winde aufgetreten. Das unruhige und regnerische Wetter hielt über 
der Küste Schantungs auch noch während des 16, und 17. an, und erst ganz 
allmählich begann sich das Hochdruckgebiet des Innern wieder bis zum Meere 
hin vorzuschieben, Bald jedoch entwickelte sich von neuem ein Gebiet niederen 
Druckes über der Küste Mittelchinas, welches sogleich trübe und regnerische 
Witterung sowie stürmische nördliche Winde hervorrief. Kaum hatte sich mit 
dem Abzug des Depressionsgebietes der Luftdruck ausgeglichen, als sich über 
dem nördlichen Gelben Meere wiederum eine Depression entwickelte, welche von 
außerordentlich heftigen Schnee- und Hagelstürmen begleitet war, Besonders 
bemerkenswert an diesem Minimum war das Auftreten eines kurzen, aber starken 
Gewitters, welches sich am Vormittag des 25. über den Kuppen, des Lauschan 
in heftigen Schlägen entlud. Unter der Einwirkung der eisigen nordwestlichen 
Winde sank die Temperatur in der folgenden Nacht auf —7.5°, ein Minimum, 
welches im November zum ersten Male seit der Besitzergreifung aufgetreten ist. 
Auch während der folgenden Tage hielt die große Kälte noch an, und die 
Temperatur stieg erst allmählich während des Ausgleichs der atmosphärischen 
Störung auf ihre normale Höhe, 
Wie alljährlich setzte auf dem Iltisberg anfangs November der Frost ein, 
und zwar mit —0.5° am 6. Zunächst sank die Minimaltemperatur alsdann nicht 
unter —4°, erreichte aber am 7. und 8. den auffallend niedrigen Stand von 
—7,.5° und —8.0°. Die Maximaltemperatur betrug an den ersten 5 Tagen 18° 
Die Hauptwindrichtung war Norden. An 9 Tagen fielen 77.9 mm Niederschlag. 
Herbst 1911. Der Witterungsverlauf gestaltete sich infolge des Auftretens 
zahlreicher Depressionen, welche im Herbstanfang teilweise tropischen Charakter 
hatten, zu einem außerordentlich wechselvollen. Der Monsunwechsel wurde durch 
die fast den ganzen September anhaltende sommerliche Wetterlage etwas ver- 
zögert, vollzog sich dann aber rasch und in normaler Weise. Auf einen warmen 
September folgte ein heiterer und kühler Oktober, dem wiederum ein stürmischer 
und regnerischer November folgte. Unter den einzelnen Elementen fällt nament- 
lich die Menge und Dauer des Niederschlags besonders auf. Die Gesamtmenge 
erreichte fast das Dreifache, die Zahl der Niederschlagstage fast das Doppelte 
dessen, was unter normalen Verhältnissen zu erwarten ist. Die Mittelwerte der 
Temperatur sind mehr als 0.5° zu niedrig; die Minima erreichten namentlich 
Ende November ungewöhnlich niedrige Werte, 
Dauer des Sonnenscheins. 
1900 Dezember 123.4 Std. 11911 März 129.2 Std. [1911 Juni 137.7 Std. [1911 September 150.0 Std. 
1911 Januar 141,8 « « April 133,5 « « Juli 173.4 « « Oktober 204.7 « 
x Februar 160.7 « | « Mai 1570 « | « August 200.0 « « November 140,7 « 
x Winter 425.9 « | « Frühjahr419.7 « | « Sommer511.1 « « Herbst 4954 « 
Jahr 1852.1 Stunden. 
Flaschenposten an der deutschen Nordseeküste. 
(Amtlich,) 
(Hierzu Tafel 13.) 
S. M. Vermessungsschiff »Hyäne« hat während des Jahres 1911 in der 
Nordsee eingehende Untersuchungen über die Strom- und Gezeitenverhältnisse 
angestellt und sich hierbei u, a. auch der Flaschenposten bedient, um aus deren 
Triften einen ungefähren Anhalt für den Verlauf der Strömungen zu gewinnen. 
Die Beobachtungen fanden sämtlich in Nähe der schleswig-holsteinischen 
Küste während der Zeit von Ende Juni bis Ende August statt, 
Es handelte sich hierbei natürlich nur um Versuche, wie sie in ähnlicher 
Weise schon früher von deutschen Feuerschiffen unternommen worden sind. 
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