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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1913, 
die allgemein gehaltenen Ortsbezeichnungen möglich sind und erleichtert dadurch 
eine systematischere Verteilung und daher bessere Ausnutzung der 216 zur Ver- 
fügung stehenden Zahlengruppen. 
Die Marsehrichtung drückt das chinesische System bei weitem genauer aus 
als das japanische. Berücksichtigt man, daß die Marschrichtung nicht konstant 
ist, sondern gerade in den in Frage kommenden Gebieten sich meist ändert, so 
ist zwar das japanische System in dieser Hinsicht ausreichend, trotzdem kann 
es aber wünschenswert sein, die Richtung genauer anzugeben, obgleich der See- 
mann nie mit absoluter Sicherheit damit rechnen darf, daß der Taifun diese 
Marschrichtung genau beibehält. 
Als sehr wertvoll wird von den Seeleuten die Angabe der Marsch- 
geschwindigkeit im japanischen Systeme erachtet. Bei ihr ist aber auch zu be- 
denken, daß sie sehr variabel ist. Es kann nur die mittlere Geschwindigkeit zur 
Signalzeit gegeben werden, wie sie sich aus den zwei oder drei letzten Wetter- 
karten, die eventuell einmal 24 Stunden auseinander liegen können, ergibt. Daß 
diese Geschwindigkeit sich rasch ändern kann, weiß jeder Kapitän, trotzdem ver- 
vollständigt sich das Bild von der Bewegung des Taifuns für ihn durch die 
Angabe der Geschwindigkeit sehr. Da die Geschwindigkeitsänderung meist mit 
der Richtung oder ihrer Anderuhg in naher Beziehung steht, hat der Seemann 
die Möglichkeit, aus beiden Angaben zusammen sich ein Bild von der Grenze des 
Gebietes zu machen, bis zu welcher der Taifun innerhalb der nächsten 24 Stunden 
vorgerückt sein kann. 
Sehr willkommen ist ferner dem Seemanne eine ungefähre Angabe über 
die Tiefe des Barometerstandes in der Depression, wie sie ebenfalls das japanische 
System bringt. Nun sind zwar die Observatorien selten in der Lage, den wirk- 
lichen tiefsten Barometerstand in der Mitte der Depression anzugeben, sie können 
nur aus den Beobachtungen von den dem Taifunzentrum benachbarten Beob- 
achtungsstationen einen Schluß ziehen auf den Stand, bis zu dem der Luftdruck 
nach der Mitte der Depression zu wahrscheinlich gefallen ist. Sie können daher 
antweder angeben, daß die Tiefe unbekannt ist, was oft der Fall sein wird, oder 
zwischen den und den Grenzen liegt. Aber auch hier ist das gleiche zu sagen 
wie bei der Marschrichtung und Marschgeschwindigkeit der Taifune: Der Luft- 
äidruck in der Mitte der Depression ist veränderlich, er kann rasch zu oder ab- 
nehmen, ÖObschon dieses den Kapitänen wohl bekannt ist, legen sie doch meist 
Wert darauf zu erfahren, wie tief das Barometer etwa gefallen ist. Der Grund 
hierfür ist leicht einzusehen. Da sich aus jeder ursprünglich harmlos erscheinenden 
atınosphärischen Störung mit der Zeit ein Sturmzentrum ausbilden kann, müssen 
die Observatorien fast jede bemerkbare Depression durch das Sturmwarnungs- 
system zur Kenntnis der Seefahrer bringen. Es könnte sich aus einer harmlos 
erscheinenden Depression in kurzer Zeit ein taifunartiger Wirbel entwickeln und 
den Observatorien würde mit Recht ein Vorwurf daraus gemacht werden, wenn 
sie die Schiffe nicht auf die Möglichkeit der Gefahr aufmerksam gemacht hätten. 
Dadurch kommt es, daß im Verhältnis zur Zahl der wirklich im Laufe des 
Jahres auftretenden gefährlichen Stürme eine unverhältnismäßige große Anzahl 
von Signalen gesetzt wird. Eine weitere Folge davon ist, daß wenn nicht gar 
eine gewisse, allerdings unverantwortliche Gleichgültigkeit gegen die Sturmsignale 
hervorgerufen wird, so doch die Kapitäne zu häufigeren Rückfragen an die 
Observatorien gezwungen werden und hierbei doch meist keine andere Auskunft 
erhalten, als sie von Anfang an durch das Signal hätten erhalten können. 
Alle diese Erwägungen gründen sich auf die Äußerung einer großen 
Anzahl von Kapitänen und Offizieren von Handels- und Kriegsschiffen, die in 
dem Wunsche nach Vereinheitlichung des Sturmsignalwesens in Ostasien unter 
Benutzung der Vorzüge beider bisherigen Systeme durchweg einig sind. Nur 
gering dagegen ist die Zahl derjenigen, die nur dem japanischen oder nur 
dem chinesischen System den Vorzug geben. Unzweifelhaft würde eine Zu- 
sammenfassung beider Systeme ein Gewinn für die Schiffahrt in Ostasien be- 
deuten. Daß eine solche Zusammenfassung möglich ist, unterliegt keinem Zweifel, 
Schon das Hinzutreten eines Signalmittels zu dem Toppzeichen und den beiden
	        
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