accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Die Witterung zu Tsingtau in dem Jahre vom Dezember 1910 bis zum November 1911. 347 
gewonnenen Beobachtern im Innern Chinas die außerordentlich hohe Bewölkung, 
die Menge des Niederschlags und die hiermit im Zusammenhang stehende nie- 
drige Temperatur in dem bisher verlaufenen Teil des Jahres besonders auffiel. 
Die Tage bis zum 20. zeigten mit Ausnahme des 1. und 18, an welchen 
anhaltender Sonnenschein der. Witterung einen freundlicheren Charakter gab, 
dauernd hohe Bewölkung mit häufigen Niederschlägen und vorwiegend frischen 
südöstlichen Winden. In dieser Zeit zogen in fast ununterbrochener Folge mehr 
oder weniger stark ausgeprägte Depressionen aus dem Gebiet.des Yangtse oder 
dem Tal des Hoangho kommend über Schantung und Kiangsu fort. In ihrer 
Begleitung traten mehrfach schwere Gewitter auf, unter welchen namentlich das- 
jenige vom 3, durch die Heftigkeit und Dauer seiner Entladungen auffiel. 
Dieses Gewitter soll Zeitungsnachrichten zufolge im Hinterlande von starken 
Hagelfällen begleitet gewesen sein, welche auf den Feldern großen Schaden an- 
richteten und die in Aussicht stehende gute Ernte in manchen Gegenden gänzlich 
vernichteten. Im Schutzgebiet war der während des Gewitters mit großer 
Heftigkeit niedergehende Regen zeitweise gleichfalls mit feinkörnigem Hagel 
vermischt, der jedoch keinen Schaden anzurichten vermochte, 
Vom 21. bis 29. folgte dann eine Reihe heiterer Tage mit steigender 
Temperatur, die nur einmal, am 24., durch trübes Wetter mit starkem Regen 
unterbrochen wurde. Die Temperatur war in diesen Tagen durchweg 2° höher 
als in der zweiten Dekade und ging nur am 24. beim Eintritt der trüben 
Witterung unter ihren mittleren Wert herab. Der letzte Tag des Monats brachte 
nochmals die Ausbreitung eines Tiefdruckgebietes über dem Unterlauf des Hoangho 
und damit trübes Wetter über Schantung. Die höchsten Temperaturen traten 
allgemein in der letzten Dekade ein. ; 
Auf dem Iltisberg konnte die Witterung im allgemeinen als günstig be- 
zeichnet werden. Die Temperatur erreichte ihren höchsten Stand mit 28° am 
28,, ihren niedrigsten mit 12.5° am 1. Regen setzte immer zur rechten Zeit 
ein. Es fielen an 10 Regentagen insgesamt 86.8 mm Niederschlag gegen 106.7 mm 
im Vorjahr. Der in der Nacht vom 3. zum 4. gefallene Niederschlag war von 
einem Gewitter begleitet. 
Juli 1911. Die Witterung nahm einen von den normalen Verhältnissen 
für diesen Monat in vieler Beziehung abweichenden. ungewöhnlichen Verlauf, 
Neben einer verhältnismäßig niedrigen Lufttemperatur traten unter den sonstigen 
Erscheinungen namentlich die Häufigkeit und Menge des Niederschlags sowie 
der hohe Grad der Bewölkung und die hieraus sich ergebende große Zahl trüber 
Tage besonders hervor. 
In der allgemeinen Luftdruckverteilung gelangten schärfer ausgeprägte 
Wetterlagen nur selten und ganz vorübergehend zur Geltung. Zahlreiche mehr 
oder weniger ausgebreitete Gebiete niederen Druckes mit dazwischen liegenden 
Streifen höheren Barometerstandes bedeckten fast dauernd das nördliche und 
mittlere China. Ein fortwährender Wechsel der meist nur schwachen Luft- 
strömungen und trübe Witterung mit häufigen und zum Teil sehr ergiebigen 
Niederschlägen war die Folge. Unter dem Einfluß der dauernd hohen Be- 
wölkung war die Temperatur in der ersten und zweiten Dekade verhältnismäßig 
sehr niedrig; erst als gegen Ende des Monats unter dem Einfluß eines schwachen 
Hochdruckgebietes im Norden mehrere Tage anhaltende trockene Nordwinde 
einsetzten, fand. eine rasche Zunahme der Temperatur statt. Unter den De- 
pressionen, in deren Umgebung mehr oder weniger heftige stürmische Winde 
herrschten, und die besonders ergiebige Niederschläge herbeiführten, waren zwei 
von besonderem Interesse. Die erste derselben, eine Zyklone tropischen Cha- 
rakters, erschien am 10, über den südlichsten der Liukiu-Inseln und zog am 
folgenden Tage nordwärts die Küste entlang. Zugleich hatte sich aus dem 
oberen Tale des Yangtse eine weitere Depression ostwärts bewegt. Als sich die 
beiden Minima im südlichen Gelben Meere vereinigten, traten am Mittag des 11. 
in Tsingtau starke Regenfälle ein, die von stürmischen südöstlichen Winden be- 
gleitet waren. Das Sturmzentrum bog im Laufe des Tages nach Nordosten um 
and zog über Korea und die Küste der Mandschurei fort. Der zweite Wirbel-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.