324 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1913.
wirkten in Bestätigung früherer Erfahrungen solche Hindernisse, wie z, B. das
Nakanai-Gebirge, eine starke Ablenkung des Monsuns. So wehte er in der
Commodore-Bucht fast aus SzW, dagegen nördlich von der Insel Lolobau fast
aus Osten. Heftige Stürme traten in diesem Jahre im August nicht auf.
Auch im September noch herrschte in dem ganzen angeführten Gebiet,
mit Ausnahme der Gegend am Fuße des Nakanai-Gebirges, frischer stetiger
SO-Monsun, der manchmal die Stärke 6 erreichte und in der Commodore- und
der Stettiner Bucht häufig auch nachts mit unverminderter Kraft wehte. Nieder-
schläge sind nicht gefallen.
Der SO-Monsun hat also in dem Jahre 1912 sehr stetig und manchmal
heftig geweht. Hatte er erst einmal auf Stärke 4 oder mehr aufgefrischt, so
konnte man sicher sein, daß er mehrere Tage hindurch mit unveränderter Stärke
wehte. Ein Abflauen des Monsuns im August trat nicht ein, vielmehr wehte er
selbst noch im September sehr heftig und trat auch bis Mitte Oktober noch sehr
frisch auf, Regen brachte er so wenig, daß in Matupi und Rabaul manchmal
ernstliche Wassersnot herrschte. Für Schiffe war es meistens unmöglich, Wasser
zu bekommen. Nordwestliche Winde mit heftigem Regen kamen während der
ausgeprägten SO-Monsunzeit überhaupt nicht vor, während solche in früheren
Jahren des öfteren beobachtet wurden. An schönen sonnigen Tagen waren die
hohen Berggipfel gewöhnlich von 9% V ab mit einer Wolkenhaube bedeckt, die
erst nachts wich. Überhaupt war die Luft bei anhaltendem SO-Monsun wenig
durchsichtig, nur nach Regentagen war sie ungewöhnlich klar. Ein Aussetzen
des Monsuns unter gleichzeitiger Hoferscheinung um Sonne und Mond und Be-
deckung des Himmels mit alto-stratus-Wolken läßt mit ziemlicher Sicherheit auf
Regen schließen.
Im folgenden ist eine interessante, von dem Kommando S, M. S. »Planet«
stammende Tabelle angeführt, die für die Zeit vom 8, bis 17. September 1912 die
gleichzeitig an vier Orten beobachteten Winde gibt, indem-S, M. S. »Cormoran«
in der König-Albert-Straße (Buka-Straße, Bougainville) »Planet« an der Nord-
küste Neu-Pommerns, »Condor« an der Ostküste von Kaiser-Wilhelmsland beob-
achtete; dazu kommen die Beobachtungen an Land im Hafen von Matupi,
Meteorologische Vergleichsbeobachtungen
zwischen 5. M. S. »Condor«, »Cormoran«, »Planet« und dem Hafen von Matupi,
8. bis 17. September 1912.
Datum
und Uhrzeit
»Cormoran«
und Schiffsort
S. September
Ah V
Eh
12b
ÄN
sh
i2h
Buka-Straße
So ı
Stille
2
SSW 3
sS2
9. September
hV
Sh
12R
4bN
sh
12h
Buka- Strafie
3
34
+4
33
&
10, September
41V
8h
12h
ihN
8h
‚2
Buka-Straße
3
23
14
34
SR
x >
| Hafen | »Planet«
von Matupi und Schiffsort
Commodore-Bucht
SW ı
SW 1
NW 2
SW 7
SSW
50
x 1
so 2
so 1
«OO 1
so
So.
so es
SO 2
so 1
So 3
Commodore-Bucht
S 4
So 5
SSW 5
S 3
SWzS 1
Außerhalb
Commodore-Bucht
SSW 5—(7)
Ss 4
Ss 6—7
Ss Ö—7
Ss 3—4
SW 923
So 1
So 3
So 4
sSO 3
»Condor« und Schiffsort
Friedrich-Wilhelms-Hafen
NO
So
NO 2
NO 2—3
NO 1
NO 1]
Friedrich-Wilhelms-Hafen
WSW 3
Stille
NO 1
NO 1
NO 1
OO ]
Friedrich-Wilhelms-Hafen
So 1—2
SW 1
N 2
NO 1
NO i
Stille