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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1913.
Kap Moreton passiert hatten, kam der Lotsendampfer auf uns zu und gab uns
einen Lotsen, nach dessen Anweisungen wir in die Moreton-Bucht einsteuerten.
Von dem Lotsen wurde mir gesagt, daß es nicht ratsam sei, bei Sturm aus
östlicher Richtung die Durchfahrt zwischen Kap Moreton und der Tonne vor
der Smith-Klippe zu nehmen, da der Lotse dann der hohen brechenden See
halber hier nicht an Bord kommen könne. Er empfahl unter solchen Umständen
die North West-Durchfahrt, in die man, da sie durch Tonnen gut gekennzeichnet
ist, ohne Lotsen einlaufen könne. Die Lotsen versuchten dann an Bord zu
kommen, sobald das Schiff in ruhigerem Wasser ist.«
Küstenstrom. Zwischen Kap Sandy und Kap Byron setzt von September
bis April der australische Küstenstrom fast beständig südwärts längs der Küste;
er macht sich schon bemerkbar etwa 12 Sm nordöstlich vom Kap Sandy.
Manchmal kann es in diesen Monaten jedoch auch vorkommen, daß man keinen
südlichen Strom vorfindet und sich statt dessen nördlicher Strom bemerkbar
macht. Diese Ausnahme von der Regel hält aber nur einen oder zwei Tage an
und mag örtlichen Ursachen, z. B. tagelang anhaltenden südlichen Winden, zu-
geschrieben werden. Es ist jedoch auch schon verschiedentlich beobachtet worden,
daß gerade bei südlichen und südöstlichen Stürmen der Strom am stärksten
nach Süden setzt und eine wilde See verursacht. Von Mai bis August setzt der
Strom weder so stark, noch so regelmäßig wie in der andern Hälfte des Jahres;
man bemerkt manchmal überhaupt keinen Strom. Die Geschwindigkeit des
Stromes ist sehr unregelmäßig und schwankt zwischen einer und drei Seemeilen
in der Stunde. Sie ist am stärksten in der Nähe der Landvorsprünge und an
der Kante der Gründe, 10 bis 30 Sm von der Küste, und ist noch fühlbar in
50 bis 60 Sm Abstand von der Küste. Vor der Danger-Huk hat man schon mit
beinahe 4 Sm Geschwindigkeit in der Stunde nach Süden setzenden Strom
beobachtet.
S. M. S. »Planet« beobachtete im April 1908 auf einer Reise von Brisbane
nach Sydney noch in 60 bis 90 Sm Abstand von der Küste südlichen Strom
von nicht unter 1.5 Sm Geschwindigkeit in der Stunde,
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1913, Heft VIII, Tit. XII,
Signalstellen befinden sich beim Leuchtturm auf der Double Island-Huk,
beim Leuchtturm auf Kap Moreton, bei der Cowan Cowan-Huk, auf dem neuen,
auf Pfeilern erbauten Leuchtturm an der Ostseite der Einfahrt zum neuen
Fahrwasser über die Barre, auf der Sandy-Huk am Südende der Moreton-
Insel und auf einem Hügel an der Nordseite der Mündung des Tweed., Die
Stationen haben alle telegraphische Verbindung. Auf Kap Moreton ist auch ein
Morse-Apparat vorhanden. (Über Signale siehe Cooktown, »Ann. d. Hydr. usw.«
1912, S. 558.)
Lotsenwesen. Lotsen sind vorhanden. Sie kommen den Schiffen mit einem
Dampfer entgegen, der am Tage eine weiß und rot horizontal gestreifte Flagge,
bei Nacht außer den beiden Seitenlichtern für ein Schiff in Fahrt ein weißes
Topplicht und 2.4 m (8’) darunter ein rotes Licht, beide über den ganzen Horizont
sichtbar, führt und außerdem in Zwischenräumen von höchstens 15 Minuten ein
weißes Flackerfeuer zeigt. Die Station des Dampfers befindet sich innerhalb
einer Linie, die vom Kap Cliff 7%, Sm weit in rw. 29° (mw. NzO3/, O)-Richtung
verläuft, von hier nach der Ansteuerungstonne vor dem North-Fahrwasser führt
und dann an der Ostkante der East- und Venus-Bank entlang nach der Einfahrt
zur Freeman-Durchfahrt läuft. Schiffe, die einen Lotsen wünschen oder aus-
laufend absetzen wollen, müssen immer, auch wenn sie durch das North West-
Fahrwasser auslaufen, das Fahrwasser aufsuchen, in dem das Lotsenfahrzeug zu
kreuzen verpflichtet ist. Für gewöhnlich kommt der Lotse beim Kap Moreton
an Bord. Läßt es jedoch das Wetter irgendwie zu, so kommt der Lotsendampfer,
wenn ihm signalisiert wird, den Schiffen auch eine ziemliche Strecke entgegen.
So erhielt S. »Viduco« schon 3 Sm außerhalb Kap Moreton den Lotsen; auch
verließ der Lotse das Schiff beim Auslaufen erst, als man 1 Sm von der Smith-
Klippe entfernt war. Es empfiehlt sich daher, die Lotsensignale beim Anlaufen
der Moreton-Bucht schon rechtzeitig zu setzen und diese Signale nachts durch