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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Meldau: Über die Richtkraft eines kompensierten Kompasses usw. 309 
Die kleinen Unterschiede in den auf entgegengesetzten Kursen beob- 
achteten Kursen finden ihre Erklärung in einem geringen Eigenmagnetismus 
der Stangen. Bei der Mittelbildung fällt der Einfluß dieses Eigenmagnetismus heraus. 
Aus den angegebenen Zahlen ergibt sich 
vor der Kom- nach der Kom- 
pensation pensation 
3(Hn-+ Hs) .. . . 096H 0.82 H 
IL {ana ;] ! ! 082M 0.97 H 
Diese Zahlen enthalten eine volle Bestätigung der oben gegebenen theo- 
retischen Überlegung. 
Untersuchung und Wirkung des Korrektors am Land. 
Von der verhältnismäßig großen Erhöhung des Richtmomentes durch den 
D-Stab, wenn er parallel zur Rosenachse, und der großen Schwächung, wenn er 
senkrecht zur Rosenachse liegt, kann man sich in einfacher Weise eine An- 
schauung verschaffen, indem man die Wirkung des Stabes auf die Rose am 
eisenfreien Drehtisch beobachtet. Das Drehmoment ist in diesem Falle 
4 = — H Msin « + Csin (2 6 — 2 a) 
Setzt man 4=0, so erhält man für den Deviationsverlauf die Gleichung 
AHMsind= Csin(2Z5—20) 
sin d = RE 
Der Maximalwert dieser Ablenkung wird auf dem Kompaßkurse $ = 45° 
erreicht; bezeichnet man ihn mit Dr, so ist 
z CC 
sm DL= 
und 
daher 
sin d= sin DL-sin2 X. 
Führt man den Wert C= HM -sin Di in das Drehmoment A ein, so hat man 
4= — H Msin « + H M sin Dr sin (2 5 -—2 a), 
woraus folgt 
a _HMecosa—2H Msin Dr.cos(2£—2«) 
Am Land hat man demnach als Richtkräfte auf den Kursen 
Nund S....... H+2H sin Dr, 
ıy {Seen HE —2 H sin DI. 
Da Dr bei querschiffs stehendem Korrektor negativ ist, so bedeuten diese 
Werte eine erhebliche Verringerung der Richtkraft auf N- und S-Kurs und eine 
ebenso große Erhöhung auf O- und W-Kurs, 
Experimentelle Prüfung. 
Mit der oben erwähnten Rose wurde, als sich der D-Stab 80 mm unter der 
Rosenebene befand, als Dauer von 10 Schwingungen gefunden: 
auf N- bzw. S-Kurs , .... 193.58 bzw. 192.88, 
« O- « W.- « ‚.... 15553 >» 15538 
Die Dauer von 10 Schwingungen im erdmagnetischen Felde betrug 171.0 ®. 
Aus diesen Zahlen ergibt sich auf den Kursen 
v { N und S....... H+2H sin Di = 0.784 H also 2 sin DL = — 0,216 
"1LOwWdW.......H—2HsinDL=1281H also 2 sin DL = — 0.218 
in guter Übereinstimmung. Dem so ermittelten Werte von sin Di entspricht der 
Koeffizient Dr, = — 6.3°, während die direkte Beobachtung Dr — — 6.7° lieferte. 1) 
*) Für die Deviationsbestimmung mußte von der Faden- zur Pinnenaufhängung übergegangen 
werden, wodurch die Rose etwas gesenkt sein mag. 
Ann. d. Hydr. usw. 1913. Heft VI.
	        
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