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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1913 
Für die Gleichgewichtslage (d=— 0) geht der Winkel x in die Ablenkung ö 
des betreffenden magnetischen Kurses über: 
0=-— AH M sin $ + 4 9 H M sin (2 £ — 6) + Csin(2 £— 2%) 
Bei der Kompensation wird nun durch Wahl einer geeigneten Entfernung 
des Stabes vom Rosensystem die Größe C so bemessen, daß d für alle Werte 
von & verschwindet; dies tritt ein, wenn man 
C=—-21)HM 
macht. 
Das Drehmoment der Rose für irgendwelches @ ist also nach ausge- 
führter Kompensation 
4A=-— AH Msin « + 2 © HM [sin (2 5 — «) — sin (2 5 — 2 a)]. 
Daraus folgt: 
22 _ HM cos a— 4DHM cos 25 — 0) —2c0s(25—2a)| 
Für die Gleichgewichtslage (@« = ö = 0) geht dieser Wert über in 
a4 
— = —AHM(1—Dcos2 8). 
da («= 0) ( S 9 
Demnach ist die Richtkraft des kompensierten Kompasses 
H'’=2H(1—Dcos27%2), 
sie ist also in der Tat auf verschiedenen Kursen verschieden, und zwar hat man 
nach der Kompensation auf den Kursen 
- {8 und S....... Ha=Hs=412H(1—%=(1+9H, 
:\0undW....... Ho=Hw=1H1+DY=(1+9H. 
Wir haben also das bemerkenswerte Ergebnis, daß nach der Kompen- 
sation auf N- und S-Kurs die geringere Richtkraft (1 + e) HH vorhanden ist, die 
vor der Kompensation auf O- und W-Kurs herrschte und daß für O- und W-Kurs 
die größere Richtkraft (1 + a)H eingetreten ist, die man vorher auf N- und 
S-Kurs hatte. Das Mittel der Richtkräfte auf den verschiedenen Kursen 
wird durch die Kompensation vermittels eines rein durch Nadelinduktion wir- 
kenden D-Korrektors nicht beeinflußt, es ist nach wie vor gleich AH. Das ist 
plausibel: da ein solcher Korrektor durchaus keine Beziehung zum magnetischen 
Meridian hat, so kann er weder eine Erhöhung noch eine Verringerung der 
mittleren Richtkraft nach dieser Richtung zur Folge haben. 
Experimentelle Prüfung. 
Zur experimentellen Prüfung des erhaltenen Resultates wurden die fol- 
genden Beobachtungen angestellt, 
Bei den Versuchen wurde eine Viernadelrose vom magnetischen Moment 
M — 38 Mill. G.E. benutzt, Die Nadellängen sind 134 mm, bzw. 98 mm. Die 
längeren Nadeln sind 18 mm, die kürzeren 50 mm von der Nordsüdlinie entfernt. 
Die Richtkräfte wurden durch Schwingungsbeobachtungen bei kleinen Werten 
des Schwingungsbogens bestimmt.!) Zu dem Zweck war die Rose an einem 
etwa 2.5 m langen feinen Metalldraht aufgehängt. Als D-Korrektor diente ein 
82 mm langer, 10 mm starker zylindrischer Eisenstab, der zur Kompensation 
etwa 90 mm unter der Ebene des Rosensystems befestigt werden mußte, Als 
Eisenanordnung zur Erzeugung von a und e dienten schwere »querschiffs« auf 
den Drehtisch gelegte Eisenstangen in genügender Entfernung von der Rose zur 
Vermeidung einer Nadelinduktion in ihnen, 
Für die Dauer von 10 Schwingungen ergab sich: 
nach der Kom- . nach der Kom- 
"onsation Pa "ponsation Pan De 
Nord-Kurs .... 172,58 187.38 Süd-Kurs .... 175.858 189.05 
Ost-Kurs ..... 191.78 175.08 West-Kurs ... 185.8% 172.08 
Die Dauer von 10 Schwingungen im erdmagnetischen Felde betrug 170.9 », 
i) Ablenkungsbeobachtungen sind bei Anwesenheit von Nadelinduktion ausgeschlossen, da die 
Rose im abgelenkten Zustande eine ganz andere Stellung zum Korrektor hat als vorher.
	        
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